Was Technisches zu diesem Blog

Mon, 30 Jun 2008 13:37:56 +0000

Das Caching-Verhalten einiger Newsreader regt mich langsam wirklich auf! Seit mehr als einer Woche, vielleicht sogar schon zwei, habe ich jetzt das Impressum geändert, ohne dass Google Reader eine Änderung anzeigt. Manchmal kommt es vor, dass ich Teile meines Blogs verändere, z.B. Fehler korrigiere – so ein Blogeintrag entsteht bei mir teilweise durch viel Copypasting, z.B. habe ich die ALT-Texte der Bilder im Blogeintrag zu Kornkreisen falsch gesetzt, weil ich die IMG-tags einfach kopiert habe, und die URL’s ersetzt habe, aber vergessen habe, die ALT-Texte zu setzen. Da dies hier ein Schmier-Blog (siehe früherer Name) ist, das heißt, ich schnell mal, wenn ich nichts besseres zu tun habe (oder tun will) hier was reinschreibe, kommt es durchaus vor, dass ich einige Fehler reinbaue, manchmal fallen sie mir sogar kurz nachdem ich den Beitrag veröffentlicht habe, auf, aber meistens bin ich dann zu faul, sie nochmal auszubessern, und warte etwas.

Was ich damit sagen will:

1. Das WICHTIGSTE: Copyright- und Impressums-Angaben sollen immer direkt von der Blog-Seite genommen werden, und zwar aktualisiert – und bitte möglichst auch selbst überprüft werden, falls man irgendwas weiterverwenden will. Es kann immer mal sein, dass ich eine Quelle von einem Zitat oder einem Bild falsch angebe, und sie ausbessere. Es kann sein, dass ich mein eigenes Impressum anpassen muss, oder mich entschließe, es anzupassen. Ich kann keine Garantie für die Korrektheit meiner Lizenzangaben zu fremdem Material geben, und auch nicht, dass ich dieses immer korrekt als solches Deklariere. Ich bin darum bemüht, aber Fehler können immer passieren. Wenn jemandem ein solcher Fehler auffällt, bitte ich darum, ihn mir sofort mitzuteilen.

2. Die URL zu den Bildern kann sich ggf. mal ändern. Wenn also irgendwelche Bilder nicht angezeigt werden, kann eine Aktualisierung helfen. Ich hoste meine Bilder momentan auf einem sehr kleinen, aber mir zugänglichen Webspace, dessen Fassungsvermögen abnimmt. Es kann sein, dass ich meine Bilder deswegen irgendwann woanders hinverfrachte, und dann die URL’s natürlich in den Blog-Einträgen ändere, sofern ich das nicht vergesse. Allerdings cachen manche Newsreader zwar den Textteil, aber nicht die Bilder der Blogeinträge. Das heißt, sie versuchen, die Bilder von den alten URL’s zu laden. In diesem Fall: Aktualisieren, oder direkt zum Blog gehen.

3. Es kann sein, dass ich irgendeinen Fehler produziere. Das ist mir z.B. gestern passiert, als ich versucht habe, latex2html-Code mit WordPress zu importieren (die WordPress-XHTML-Ausbesserungs-Proceduren können ziemlich störrisch sein). Manchmal merke ich dann nicht, dass z.B. ein Teil des Eintrags nicht lesbar ist. Auch in diesem Fall gilt: Auf dem Blog selbst sollte immer die aktuellste Version sein.

4. Falls jemandem ein Fehler auffällt, wäre es nett, wenn er mich davon in Kenntnis setzen würde. Ein einfacher Kommentar reicht – wenn mir jemand nicht seinen richtigen Namen geben will, und nicht seine richtige E-Mail, dann ist das OK, solange er mich nur auf einen kleinen Fehler aufmerksam macht. Wenn es nur um kleinere Fehler geht, z.B. deadlinks oder falsch angegebene Quellen, oder irgendwelche gröberen Darstellungs- oder Rechtschreib-Fehler, schalte ich den Kommentar wohl nichtmal frei, sondern bessere sie einfach aus.

Ansonsten gilt: Wer inhaltliche Fehler bemängeln will, oder eine differenzierte Meinung zu irgendetwas äußern will, der kann dies nur mit einem gescheiten Namen und korrekter E-Mail-Adresse tun. Bei besonders „Kontroversen“ Beiträgen nehme ich mir ggf. die Freiheit, den Schreiber persönlich an seine angegebene E-Mail-Adresse anzuschreiben, um deren Korrektheit zu testen – einfach aus rechtlichen Gründen. So machen das wohl einige andere Blogger. Bisher trat das noch nicht auf, ich bezweifle auch, dass das bei meinem kleinen Blog jemals auftreten wird, aber man weiß ja nie.


Kornkreise

Mon, 30 Jun 2008 02:31:42 +0000

Kornkreise sind Bereiche eines Getreidefeldes, in denen die Kornhalme in einer regelmäßigen Weise umgeknickt, gebogen oder abgemäht worden sind. Von erhöhter Stelle oder aus der Luft werden sie meist als geometrische Formen erkennbar. Die einfachste Form eines solchen Gebildes ist ein Kreis.

Diese Definition der Kornkreise habe ich mal freizügig von Wikipedia geklaut, für alle, die nicht wissen, was Kornkreise sind (ich beziehe mich auf den Artikel in der Version vom 30. Juni 2008). Auf selbigem Wikipedia-Artikel wird auch schnell klar, welche Meinung die dominierenden Schreiber über Kornkreise hatten. In der auf gewohntem Wikipedia-Niveau abgehaltenen Diskussion auf der dazugehörigen Diskussionsseite sieht man auch alles andere als objektive Diskussionen. Die Meinung der Majorität – alle Kornkreise wurden von Menschen hergestellt – scheint zu dominieren, und so werden selbst die wissenschaftlich plausiblen Erklärungen nur mit einigen Zeilen gewürdigt, obwohl es viel mehr z.B. zum Phänomen der Windhosen an dieser Stelle zu sagen gäbe – zumindest, wenn man es mit der Ausführlichkeit, mit der die Auffassung der künstlichen Erzeugung dargelegt wurde, vergleicht. Auch die lustigen Ufo-Gläubigen Theorien sollten vielleicht ein wenig weiter ausgeführt werden, nachdem es scheinbar ziemlich viele Leute gibt, die daran glauben. Immerhin will man bei der Wikipedia eine objektive Darlegung aller relevanten Meinungen, selbst wenn die Meinungen selbst nicht objektiv sein mögen. Zumindest mir geht es so.

Nun, ich habe keine feste Meinug zu „UFOs“ und intelligentem außerirdischem Leben, außer, dass ich nicht ausschließen kann, dass es existiert, möglicherweise schon die Erde besucht hat, ich aber keinen evidenten Grund sehe, davon auszugehen, und es weiterhin für unmöglich halte, dass Menschen und Außerirdische miteinander Kinder zeugen können (was scheinbar die Auffassung vieler aliengläubiger Menschen ist, wie ich gelesen habe), und es meiner Meinung nach wahrscheinlicher ist, dass ein Mensch und ein Apfelbaum ein Kind zeugen, als dass ein Mensch und ein außerirdisches Wesen das tun, da ich davon ausgehe, dass zwischen einem Menschen und einem Apfelbaum sicherlich fortpflanzungstechnisch mehr Ähnlichkeiten bestehen, als zwischen einem Menschen und einem außerirdischen Wesen.

Aber lassen wir dieses Thema. Wenden wir uns den Kornkreisen zu. Ich persönlich glaube nicht, dass Außerirdische – selbst wenn sie uns besuchen – irgendetwas davon haben, Symbole in Getreidefelder zu zeichnen. Warum ausgerechnet Getreidefelder? Warum gibt es dann nicht ebensoviele Kartoffelkreise? Kartoffelpflanzen sind sehr schön. Oder warum keine Tomatenkreise? Oder Weinbeerenkreise? Und vor Allem warum keine Sandkreise? Oder Erdkreise? Nein, selbst wenn ich von der Existenz und Anwesenheit intelligenter außerirdischer Wesen auf der Erde ausgehe, diese Theorie scheint mir auch dann nicht plausibel. Dass allerdings das folgende Bild wohl nichts zeigt, was natürlich entstanden ist, bezweifle ich nicht, ich schließe ich mich in diesem Fall an, dass es sich um irgendwelche Menschen gehandelt haben muss, die sich einen Spaß erlaubt haben.

Ein Kornkreis in Pentagrammform
[Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Cropcirclebarnstar%28small%29.png, wird dort unter der GFDL veröffentlicht]

Ganz anders sieht es für mich aber bei dem folgenden Bild aus:

Ein komplexer, großer Kornkreis
[Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Crop_circles_Swirl.jpg, wird dort als Public Domain deklariert.]

Es gibt zwar Leute, die scheinbar behaupten, dieses Ding gemacht zu haben, aber ich kann mir das nicht wirklich vorstellen. Wenn man bedenkt, dass der engere Abstand zwischen zwei Spurrillen in einem Feld ca. einen Meter beträgt, dann ist der Durchmesser von dem Ding ca. 100 Meter. Wer immer das Ding gemacht hat, ist dann in meinen Augen ein kompletter Vollidiot! Sorry, aber sich so viel Arbeit zu machen. Naja, jedenfalls kann ich mir bei diesem Ding nicht vorstellen, dass jemand es wirklich gemacht hat. Plausibler erscheint für mich eigentlich hier eine seltsame Konstellation einiger oszillierender Windhosen (zum Begriff „Windhosen“, siehe unten), wie man sie manchmal in kleinerer Anzahl findet. Wobei das Ding auch dafür um Einiges zu groß ist – zumindest wenn man davon ausgeht, dass niemand sonst den Vorgang bemerkt haben soll – so viel Wind sollte man eigentlich bemerken. Naja, vielleicht handelt es sich ja doch um Vollidioten, die nichts anderes in ihrer Freizeit zu tun haben, als Kornkreismuster mit einem Durchmesser von 100 Meter herzustellen. Mir egal. Schön anzusehen ist dieses Teil auf jeden Fall.

Nunja, der gewandte Leser wird sich fragen, wie ich eigentlich auf dieses Thema komme. Nein, ich interessiere mich nicht wirklich für Kornkreise. Ich bin mehr zufällig auf dieses Thema gestoßen. Nur habe ich bemerkt, dass viele Leute aus den städtischen Gebieten scheinbar nie in wirklichkeit ein Getreidefeld gesehen haben. Als Gegenargument für die existenz „echter“ Kornkreise, sowie deren Entstehung durch Wind, wird angegeben, dass der Wind ja eigentlich nur äußerst selten Getreide umknickt, und wenn, dann auch nicht in kreisförmigen Mustern. Nun, zumindest diese Aussage ist komplett falsch. Und so bin ich mal in Mutter Natur hinausgefahren mit meinem Fahrrad (ich meine richtige Natur, nicht die zusammengequetschte Natur, die man in den Parks von Städten findet), um zu Dokumentieren, dass dem keineswegs so ist. Leider sind die Fotos teilweise an einigen Stellen verschwommen – ein Handy ist halt zum Fotografieren nicht so geeignet. Trotzdem kann man die Sachen gut erkennen.

Als erstes ist vielleicht mal dieses Foto, es zeigt große lange Bahnen, und davor eine annähernd ovalförmige Vertiefung. Das war natürlich zweifelsohne nicht der Wind, sondern irgendwelche alkoholisierte Außerirdische haben dieses Feld als Start- und Landeplatz verwendet.

Und was ich vorhin über Mais gesagt habe, sollte man vielleicht auch mal überdenken. Seht euch nur mal dieses Bild an… Eine Parabel im Maisfeld…

Eine parabelförmige Aussparung in einem Maisfeld

Solche Maisparabeln findet man übrigens in sehr vielen Maisfeldern. Vielleicht könnte man ja mal einen Kult der Maisparabeln starten. Wäre mal lustig. Es ist unglaublich, wie viele UFOs es in so einem kleinen Kuhkaff doch geben muss…

Naja, wie dem auch sei, etwas, das selbst mich erstaunt hat, sieht man an folgendem Bild:

Niedergedrückter Raps

Für alle, die es nicht gleich erkennen: Das ist Raps. Warum mich dieses Bild erstaunt? Ganz einfach: Raps ist der Treibsand unter den Anbaupflanzen. Wer immer vorhat zu versuchen, durch ein Rapsfeld zu laufen, dem kann ich nur raten, sich vielleicht ein Dschungelmesser mitzunehmen – es soll schon Leute gegeben haben, die sich nicht mehr selbstständig aus einem Rapsfeld befreien konnten. Dieses Zeug wächst so dicht und verflochten, und ist so widerstandsfähig. Der Wind, der das niedergedrückt hat, muss also unglaubliche Kräfte gehabt haben. Erstaunlich. Aber naja, kurz vorher waren heftige Gewitter, die teilweise sogar Bäume umgeknickt haben. Trotzdem erstaunlich, welche großen Kräfte so in der Natur vorkommen.

Ein weiteres interessantes Bild:

Das ist besonders interessant. Hier war wohl eine kleine Windhose am Werk, die nach dem Eintritt in das feld nicht sofort zusammengefallen ist, sondern sich noch den Platz bis zum Wegrand, der nach dem unteren Bildrand kommt, gebahnt hat.

Einige kleinere Kreise habe ich ebenfalls im Inneren der Felder gesehen, allerdings kommen die auf den Fotos nicht gut rüber.

Ach, ich vergaß, die meisten Stadtmenschen wissen wohl nicht, was ich mit „Windhose“ meine. Wenn man in Wikipedia nach „Windhose“ sucht, landet man gleich bei einem Artikel über Tornados. Die Korrekte Bezeichnung für das, was ich meine, ist anscheinend Kleintrombe, während die landläufigen Begriffe wie „Wirbelwind“ oder eben „Windhose“ für Großtromben stehen. Ich sage trotzdem Windhose. Dieses Naturphänomen kommt sehr oft im Sommer sichtbar vor, wenn die Felder abgeerntet sind, und es sehr heiß ist. Vielleicht filme ich mal eines, wenn ich es sehe und rechtzeitig mein Handy griffbereit habe – und stelle es online, wenn die Qualität einigermaßen erträglich ist, und ich es schaffe, es in ein sinnvolles Filmformat zu konvertieren.

Jedenfalls, jetzt mal mein Fazit: Kornkreise waren meiner Meinung nach ursprünglich ein natürliches Phänomen, das oft auftritt, aber vermutlich für einige Menschen unerklärlich war, weshalb sich eine Szene aus Esoterikern und Betrügern daraus entwickelt hat, und man inzwischen keine Chance mehr hat, irgendetwas sinnvolles darüber zu erforschen oder auszusagen, und sich nie sicher sein kann, ob ein auftretender Kornkreis wirklich echt ist. Bei den von mir fotografierten Strukturen bin ich mir allerdings ziemlich sicher, dass der Wind sie hervorgebracht hat.


Die faszinierende Welt der endlichen Mengen

Mon, 30 Jun 2008 00:30:40 +0000

Ich dachte mir, wenn mir schon mal etwas mathematisch interessantes passiert, was vielleicht die Welt ,,da draußen„ auch interessieren könnte, sollte ich es vielleicht auf meinen Blog schreiben. Obgleich es wohl eher trivial ist (zumindest für jemanden, der die Vorlesungen Mathematische Logik 1 und 2 gehört und verstanden hat), so ist es dennoch interessant, wenn auch nicht im mathematischen, aber wohl doch im philosophischen Sinne, sich über die folgenden Ausführungen Gedanken zu machen. Eventuelle Fehler kann ich leider nicht ausschließen. Ich lasse mich also gerne korrigieren. Formal bin ich nur im notwendigen maße.

Ich wusste schon lange, dass es ein Modell der Zermelo-Fraennkel-Mengenlehre (ZFC) gibt, das eine unendliche $ ni$-Kette besitzt – weil man mir das erzählt hat. Wirklich darüber nachgedacht habe ich nie, war auch jetzt nichts, was mich brennend interessiert hat. Umso überraschender war es, als ich über einige umwege zufällig wieder darauf gestoßen bin.

Aber fangen wir mal am Anfang an: Ich machte mir Gedanken über eine kleine, mir unklare Sache bezüglich der Busy-Bever-Funktion mathbbm{N} rightarrow mathbbm{N}$, eine Funktion, die jeder natürlichen Zahl $ n$ die maximale Anzahl an programmschritten, die ein terminierendes Turingprogramm mit $ n$ Zuständen vor seiner Terminierung haben kann, zuordnet (die Definition auf Wikipedia ist eine Andere, Ähnliche, aber nicht äquivalente, aber ebenfalls nicht effektiv berechenbar). Diese Funktion ist nicht effektiv berechenbar, und ihre Berechenbarkeit ist äquivalent mit der Lösung des Halteproblems. Eine Sache, die mir schon seit Langem nicht ganz klar war, und ich habe mir eigentlich nie die Zeit genommen, mal genauer darüber nachzudenken – früher, noch zu Schulzeiten, einfach aus dem Grund, weil mir das Wissen wohl sowieso gefehlt hätte, aber inzwischen werden viele der Fragen, die ich mir damals stellte, mehr oder weniger trivial. Nur in dieser einen hatte ich soetwas wie eine Denkblockade seit Langem.

Nun, die Frage, die ich mir stellte, lief auf Folgendes hinaus: Angenommen, $ forall n in mathbbm{N} exists k in mathbbm{N}. ensuremath{operatorname{ZFC}} models ensuremath{operatorname{bbf}} (n) = k$, das heißt, angenommen, kein Wert von $ ensuremath{operatorname{bbf}}$ ist unabhängig von ZFC. Dann würde nach dem Vollständigkeitssatz gelten $ forall n in mathbbm{N} exists k in mathbbm{N}. ensuremath{operatorname{ZFC}} vdash ensuremath{operatorname{bbf}} (n) = k$, und somit könnte man mit einem einfachen Beweiscomputer, der alle Beweise so lange durchgeht, bis er eine Aussage der Form $ ensuremath{operatorname{bbf}} (n) = k$ im Sukzedens eines Beweises findet, für jedes $ n$ den Wert von $ ensuremath{operatorname{bbf}} (n)$ effektiv berechnen, denn man weiß, dass der Algorithmus für jedes $ n$ terminieren müsste. Das geht natürlich nicht. Also muss mindestens ein Wert $ ensuremath{operatorname{bbf}} (n)$ unabhängig von ZFC sein, und damit trivialerweise auch alle Werte $ ensuremath{operatorname{bbf}} (m), m > n$. Das heißt – nicht ganz unabhängig, natürlich wäre er durch einige Faktoren nach unten begrenzt, aber ansonsten trotzdem frei wählbar, ohne dass sich ein Widerspruch ergeben dürfte. Dies klang für mich zu Schulzeiten, als ich noch relativ wenig Ahnung über, aber dafür umsomehr Zeit und Interesse für Modelltheorie hatte, unplausibel, sind doch Turing-programme endliche Objekte, und die Aussage, ein Turingprogramm terminiert, ist auf die Aussage über die Endlichkeit einer Zahlensequenz, die einer gewissen Vorschrift genügt, zurückzuführen, und meine naive Überzeugung war, endlichkeit wäre ,,eindeutig„, das heißt, die endlichen Mengen sind in jedem ZFC-Modell die selben, eine Menge, die in einem ZFC-Modell endlich ist, ist auch in jedem anderen ZFC-Modell endlich.

Natürlich war genau das der Trugschluss. Nun, reflektieren wir kurz über Endlichkeit. Für die meisten Mathematiker ist eine Menge genau dann Endlich, wenn es eine Bijektion auf eine Menge der Form $ {1, 2, ldots, n}, n in mathbbm{N}$ gibt. Dies setzt aber die Bekanntheit von $ mathbbm{N}$ voraus, und führt zu dem Zyrkelschluss, $ mathbbm{N}$ als Menge der endlichen (Ordinal)Zahlen zu definieren – oder als kleinste Ordinalzahl, die unendlich ist. Aber auch das ist ein Zyrkelschluss – was ist unendlich? Nun, ich bevorzuge die intrinsische Definition, die man allgemein als Dedekind-Endlichkeit bezeichnet. Eine Menge $ X$ ist demnach genau dann Endlich, wenn es keine Injektion X rightarrow X$ gibt, die nicht auch Bijektion ist. Bezeichne das Kürzel $ ensuremath{operatorname{end}} (X)$ diesen Fakt (ich überlasse es dem gewandten Leser jetzt, die Aussage formal hinzuschreiben). Als Zahlen nimmt man wohl am Besten die Ordinalzahlen, es gibt mehrere äquivalente Definitionen der Ordinalzahlen, sucht euch doch selber eine aus, auf Wikipedia stehen eine ganze Menge, die in ZFC äquivalent sind, drücke $ ensuremath{operatorname{ord}} (X)$ aus, dass $ X$ eine Ordinalzahl ist. Für Ordinalzahlen giltx < y Leftrightarrow x in y$.

So, dann können wir also z.B. definieren ={x vert ensuremath{operatorname{ord}} (x) wedge ensuremath{operatorname{end}} (x)}$. Jetzt, da wir die Begrifflichkeiten auch für alle Nichtmengentheoretiker soweit geklärt haben (den Mengentheoretikern stellen sich wahrscheinlich inzwischen sowieso die Zehennägel über so viel Un-Formalismus…), komme ich vielleicht mal zum punkt. Bezeichne ZFC die Menge der ZFC-Axiome, $ L_{ensuremath{operatorname{ZFC}}} ={in, varnothing}$, wobei wir eigentlich auch $ varnothing$ nicht brauchen, aber mei, es ist halt etwas praktischer manchmal.. Sei $ L_{ensuremath{operatorname{ZFC}}'} = L_{ensuremath{operatorname{ZFC}}} cup {x}$, wobei $ x$ eine Konstante (nullstelliges Funktionssymbol) sei. Wir betrachten die Menge $ ensuremath{operatorname{ZFC}}' = ensuremath{operatorname{ZFC}} cup { lc... ...ame{end}} (x) rceil } cup { lceil n in x rceil vert n in mathbbm{N}}$. Oh, wie unübersichtlich. $ lceil cdot rceil$ drücke aus, dass die syntaktische Aussage, also die Zeichenkette, die die Aussage repräsentiert, gemeint ist. Wir fügen also $ ensuremath{operatorname{ZFC}}$ Axiome zu, dass die Konstante $ x$ für eine endliche Ordinalzahl steht, und dass $ n in x$ für jede endliche Ordinalzahl $ n$, also anders gesagt $ n < x$. Wenn wir davon ausgehen, dass $ ensuremath{operatorname{ZFC}}$ erfüllbar ist, folgt aus dem Kompaktheitssatz, dass auch $ ensuremath{operatorname{ZFC}}'$ erfüllbar ist, denn jede endliche Teilmenge von $ ensuremath{operatorname{ZFC}}'$ ist offensichtlich erfüllbar, wir müssen nur $ x = n + 1$ für das größte vorkommende $ n$ setzen.

Es gibt also ein $ ensuremath{operatorname{ZFC}}'$-Modell. Schauen wir uns dieses $ x$ mal an. Dieses $ x$ ist größer als jede ,,unserer„ natürlichen Zahlen. Andererseits haben wir gefordert, dass $ x$ selbst Ordinalzahl ist, und vor Allem, dass $ x$ endlich ist. Aber $ x$ ist doch ,,offensichtlich„ unendlich. Es kommt noch viel lustiger: Jede endliche Ordinalzahl, die von 0 verschieden ist, hat einen Vorgänger. Also hat auch $ x$ einen Vorgänger, dieser kann nicht in ,,unserem„ $ mathbbm{N}$ liegen, und dessen Vorgänger ebenfalls nicht, es gibt also ,,unendliche„ endliche Zahlen $ x, x - 1, x - 2, ldots$ in diesem Modell, und es gilt $ x ni x - 1 ni x - 2 ni ldots$ – es gibt also sogar eine unendliche absteigende $ in$-Kette. Trotzdem muss ein solches Modell $ ensuremath{operatorname{ZFC}}$ erfüllen, immerhin ist $ ensuremath{operatorname{ZFC}} subseteq ensuremath{operatorname{ZFC}}'$. Was ist da los?

Die Antwort ist ziemlich leicht, wenn man sich an die Definition der Dedekind-Endlichkeit erinnert. Das Modell von $ ensuremath{operatorname{ZFC}}'$ glaubt, $ x$ sei endlich, einfach, weil es keine Injektion $ x rightarrow x$ kennt, die nicht auch Bijektion ist.

Es geht noch weiter. Offensichtlich kann man in einem $ ensuremath{operatorname{ZFC}}'$-Modell kein ZFC-Modell finden, von dem $ ensuremath{operatorname{ZFC}}'$ weiß, dass es ein ZFC-Modell ist, und das ,,weniger„ endliche Zahlen enthält, heißt, dass nicht auch ein Adäquat zu diesem $ x$ enthält, von dem es glaubt, es sei endlich – das folgt einfach daraus, weil man per Induktion zeigen kann, dass jedes Modell von ZFC alle natürlichen Zahlen enthalten muss ( $ varnothing$ ist in jedem Modell per Axiom, und wenn die Ordinalzahl $ n$ enthalten ist, dann auch deren potenzmenge, also $ n + 1$ im endlichen Fall), was im Falle eines $ ensuremath{operatorname{ZFC}}'$-Modells bedeutet, dass alle Zahlen, von denen dieses Modell glaubt, sie seien endlich, darin enthalten sein müssen.

Das heißt, ,,philosophisch„ betrachtet, wenn man sich ,,in„ einem ZFC-Modell befindet, kann man sich kein ZFC-Modell vorstellen, das ,,weniger„ endliche Mengen hat, als das Modell, in dem man sich befindet. Das verhält sich mit dem ZFC-Modell unserer Intuition (falls es ein solches überhaupt eindeutig gibt – der platonist würde wohl sagen, ein solches Modell existiert) dann nicht anders. Das lässt aber auch die philosophische Ansicht zu, dass es vielleicht über unserem intuitiven ZFC-Modell ein für uns nicht plausibles ZFC-Modell geben kann, für das bestimmte Zahlen, die wir für endlich halten, unendlich ist. Um es naiv auszudrücken: Vielleicht kennt irgendein uns nicht plausibles ZFC-Modell eine Injektion von $ {0, 1}$ nach $ {0, 1}$, die nicht bijektiv ist – also glaubt, dass unsere $ 2$ eine unendliche Menge ist. Für uns ist das nicht plausibel – so wie für jedes $ ensuremath{operatorname{ZFC}}'$-Modell nicht plausibel ist, dass $ x$ eine unendliche Menge sein kann.

Ok, das ist jetzt alles wie gesagt mathematisch nicht besonders tiefgründig, aber der Gedanke ist trotzdem irgendwie interessant, finde ich. Also auch mal etwas so einfaches wie ,,Endlichkeit„ zu hinterfragen.

Entschuldigung für die schlechten Formeln… Das Zeug hab ich mit Latex2HTML erzeugen lassen. Ich werd mal bei Gelegenheit nach was Besserem suchen.


Projekt: Ein RPG, geschrieben in Common Lisp

Mon, 23 Jun 2008 22:21:51 +0000

Lang ists her, und lang wird es noch dauern, aber viele, die mich kennen, wissen vielleicht, dass ich an einem RPG schreibe. Nachdem ich mich mit C, C++ und Java rumgeärgert habe, wobei C noch relativ gut ging, Java auch angenehm war, C++ jedoch grottig, habe ich Common Lisp und dessen Objektsystem überzeugend gefunden, und die Eigenschaft, dass die Implementationen von CL meistens so gut gestaltet sind, dass man grauselig inefficient schreiben kann, und der Compiler den Code sehr gut optimiert, und dementsprechend programmiere ich eigentlich nur noch damit.

Inzwischen bin ich auch (im Grunde schon seit fast einem halben Jahr, aber mei, keine Zeit zum Programmieren) mehr oder weniger so weit, dass die Kollisionsengine und der Rest ziemlich stabil laufen, und freue mich darauf, jetzt bald wieder hoffentlich Zeit zu haben, um dann auch mal endlich etwas würdiges daraus zu machen.

Hier mal ein vorläufiger Screenshot – ich habe die Spielfigur verwischt, da ich da einen Sprite benutzt habe, der Kopiergeschützt ist – ist auch eher ein Platzhalter für spätere Grafiken. Ansonsten sind die Sprites nicht von mir – ich schreibe die Engine, etc., aber die Grafiken macht jemand anderes. Arbeitsteilung ist gut.

Screenshot
Sieht jetzt noch nicht so berauschend aus, da es momentan wirklich an Grafiken mangelt – die Bäume fungieren da z.B. als Gegner, Hintergrund habe ich bisher keinen, aber ich denke, dieser Screenshot ist ein guter Anfang, um über die Entwicklung des Spiels zu berichten.
Zur Erzeugung der Grafik benutze ich Lispbuilder-SDL und Lispbuilder-SDL-Image, bzw. alternativ auch cl-png. Ansonsten sind die Entwicklungs-Implementationen, deren Kompatibilität primär angestrebt wird, CLISP und SBCL, denn SBCL ist sehr schnell, und CLISP zwar etwas langsamer, aber auf schnellen Rechnern ausreichend schnell, und ziemlich Portabel, Verglichen mit SBCL, das manchmal Probleme macht. Ursprünglich wollte ich das Ganze auch auf ECL benutzbar machen, das habe ich aber bisher nicht geschafft, das ist auch ziemlich schwierig, da ECL von lispbuilder-sdl noch nicht officiell unterstützt wird – zumindest bis vor Kurzem noch nicht. Ich hab es probiert, einige Dinge anzupassen, aber das, was dann letztendlich Funktioniert hat, war viel zu langsam, um Nützlich zu sein. Sprich: Ich spekuliere mal darauf, dass es irgendwann funktionieren wird, aber CLISP ist portabel und schnell genug, und dessen einziger Nachteil ist eigentlich, dass es in der stabilen Version keine Threads unterstützt, aber nachdem es bereits experimentelle Threadunterstützung gibt, denke ich, ist auch das nur eine Frage der Zeit. Unter Allegro Common Lisp unter Linux funktioniert das Ganze bisher auch. Plattformen sind erstmal nur Linux und Windows, einfach, weil ich keinen Mac habe, um das Ganze zu testen, ich denke aber, es sollte keine Probleme geben, da CLISP und Lispbuilder auch auf diesem System meines Wissens relativ Problemfrei laufen – vielleicht wird es ja auch das erste größere Projekt, das auf Toilet Lisp portiert wird (scnr). Solaris und andere Systeme werde ich vielleicht auch irgendwann ausprobieren, auch da sollte es kein zu großes Problem sein.
Aber genug der Vorfreude. Jetzt gibt es erstmal einiges zu Tun. Neben den paar Dingen, die ich noch implementieren muss (eigentlich fehlen momentan nur sinnvolle Routinen, um sowas wie „Schwerthiebe“, also Nahkampfwaffen, zu programmieren), kommt dann natürlich der kreative Part. Ich warte also sehnsüchtig auf meine nächsten Ferien, sodass ich endlich wieder Zeit dafür habe.

Ein weiterer Weg, Tiere auszubeuten

Mon, 23 Jun 2008 14:19:22 +0000

Ich wusste ja schon lange, dass man es vorhatte, und dass es bereits Erfolge gab, dass man es jetzt aber tatsächlich Kommerziell macht, mag für manche ein großer Erfolg sein, ist für mich aber ein neuer trauriger Meilenstein…

Lest es selbst

Man hat es also geschafft, gentechnisch manipulierte Tiere zu erzeugen, um sie zur kommerziellen Medikamentenerzeugung zu nutzen. In der Öffentlichkeit wird es vermutlich bald so hingestellt, als hätten diese Tiere ja ein wunderschönes Leben, und würden nur hin und wieder gemolken werden, um neue Medikamente (im Wesentlichen gegen unsere Wohlstandskrankheiten) zu produzieren. Wenn ich mir aber die sonstige Milchproduktionsindustrie anschaue, wage ich das zu bezweifeln, da hier wohl die Abnahme noch geringer ist. Ziegen müssen Kalben, bevor sie Milch geben, ich bezweifle, dass man sich die Mühe macht, das bei gentechnisch manipulierten Ziegen zu ändern. Wenigstens werden die meisten männlichen Jungtiere wohl gleich nach der Geburt getötet, und müssen diese grausame Welt nur ein paar Minuten ertragen – nachdem man kaum viele davon braucht, und keiner deren Fleisch essen wird. Der Rest wird wohl zermahlen und zu Tierfutter für andere, ebenfalls gentechnisch manipulierte Tiere verwendet werden, nachdem ebenfalls keiner Fleisch von Tieren essen wollen wird, die gentechnisch verändertes Material gegessen haben. So sehe ich zumindest die Zukunft dieses Industriezweiges, eine reine Mutmaßung, aber ich denke, der Gedanke ist garnicht so abwegig.

Dabei steht in diesem Artikel noch nicht einmal irgendetwas von Medikamenten, die man bisher nicht produzieren konnte – nein, Tiere dazu zu missbrauchen ist nur ein wenig einfacher. Hätte ich keine Angst vor rechtlichen Konsequenzen, würde ich wohl deutlicher werden, was ich von Menschen, die so etwas tun, halte.

Wenigstens liefern die Konsequenzen für die Natur und die Umwelt, wenn mal ein paar solcher Tiere ausbrechen, und die Natur bevölkern – und soetwas kann bei den schärfsten Sicherheitsbestimmungen vorkommen – Stoff für einige neue, nie dagewesene Utopien. Beispielsweise vermute ich mal stark, dass im Kot dieser Tiere ebenfalls bestimmte Wirkstoffe enthalten sind, es ist also zumindest nicht ganz Abwegig, irgendwann dem Problem des Antithrombin-Verseuchten Bodens gegenüberzustehen – und das heißt dann wohl, Blutverdünnungsmittel im Getreide. Malzeit!


Die drei Chinesen mit dem Kontrabass – 2

Thu, 19 Jun 2008 22:43:14 +0000

So viel man auch gegen FF3 haben kann, es ist trotzdem gut, dass ein Open Source Browser, der eine relativ freie Lizenz hat, vielleicht Marktführer wird und bleibt. Dementsprechend zur Feier des Tages, eine weitere Variation der drei Chinesen mit dem Kontrabass, allerdings mit dem Iceweasel-Logo, da das Firefox-Logo bekanntlicht nicht komplett frei ist – leider:


DrIceweasel LogoIceweasel Logo ChIceweasel LogonIceweasel LogosIceweasel Logon mIceweasel Logot dIceweasel Logom KIceweasel LogontrIceweasel LogobIceweasel Logoss, sIceweasel Logoßen Iceweasel Logouf dIceweasel Logor StrIceweasel LogossIceweasel Logo Iceweasel Logond Iceweasel LogorzIceweasel LogohltIceweasel Logon sIceweasel Logoch wIceweasel Logos. DIceweasel Logo kIceweasel Logom dIceweasel LogoIceweasel Logo PIceweasel LogolIceweasel LogozIceweasel LogoIceweasel Logo jIceweasel Logo wIceweasel Logos Iceweasel Logost dIceweasel Logonn dIceweasel Logos? DrIceweasel LogoIceweasel Logo ChIceweasel LogonIceweasel LogosIceweasel Logon mIceweasel Logot dIceweasel Logom KIceweasel LogontrIceweasel LogobIceweasel Logoss.

[Quelle des Iceweasel-Logos: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Iceweasel-icon.svg&filetimestamp=20070622124757, wird dort als unter GPL stehend deklariert.]


Feuerfuchs 3

Thu, 19 Jun 2008 12:15:31 +0000

Mit einer geradezu epischen Aktion wurden die Massen in den letzten Tagen dazu angehalten, sich den supertollen neuen Browser Firefox 3.0 herunterzuladen, der ja so viel besser ist, als alle Feuerfüchse zuvor. Auch ich ließ mich leider von diesem Hype tragen, da ich bisher eigentlich Firefox zwar weit entfernt von der Perfektion sah, aber immernoch besser als das meiste andere, was so herumschwirrt.

Nunja, zuerst versuchte ich mal das Debian-Paket firefox 3.0rc2 – eine Beta-Version in der Unstable-Branch, wie ich dachte. Das hat zuerst mal gemeckert, dass es die alten Firefox-Addons nicht mehr unterstützt, aber gut, das war klar, es dauert wohl nur eine kurze Weile, bis diese wieder Funktionieren. Aber immerhin: Neue kompatible Versionen wurden, soweit vorhanden, automatisch gefunden. Das ist mehr, als man von manchem Debian-Paket sagen kann, muss man jetzt mal gestehen.

Dann ging es los. Gespannt sah ich mir die neue GUI an. Etwas hässlich, aber was solls, es muss ja nicht schön sein, und das liegt wohl eher an meinen Desktop-Einstellungen. Ich logge mich also erstmal in Gmail ein. Ähem. 30 Sekunden zum Aufbauen von GMail? Hallo? Ich kann dem Browser mehr oder weniger dabei zusehen, wie er versucht, die Seite aufzubauen. Gut, vielleicht einfach ein schlechter Start. Ich gehe also über zu Youtube. Die langen Listen der Videos mit den Bildern als Vorschau, die sich unter meinem alten FF2 in ca. 2 Sekunden aufgebaut haben, brauchen jetzt auf einmal ebenfalls fast eine Minute – jedes Bild wird einzeln geladen und aufgebaut, das ganze braucht so viel Processorleistung, dass mein Lüfter anfängt, hochzuschnellen.

Eine Theorie hatte ich auch gleich – unter FF2 musste man immer die Variable MOZ_DISABLE_PANGO=1 setzen, damit Pango nicht verwendet wird, um ihn schneller zu machen. Nunja, das geht jetzt nicht mehr, ich konnte auch nicht herausfinden, ob man das jetzt irgendwie anders hinbekommt.

Nungut, also: Langsam. Vielleicht wenigstens wenig Speicherverbrauch. Naja, er hat, wenn ich die Ausgabe von Top richtig interpretiere, mehr verbraucht als mein FF2, aber angeblich wurden ein paar Memory-Lecks entfernt. Um dazu wirklich was zu sagen, muss man ihn wohl länger benutzen.

Na gut, dann hab ich noch gehört, er soll ein neues innovatives Tab-System haben. Alles was ich gesehen habe ist aber eine Tab-Leiste, die versucht, „smooth“ zu scrollen, woran sie leider kläglich scheiterte. Angeblich soll man das aber ausschalten können – ich habe die Einstellung nicht gefunden, wahrscheinlich wieder irgendein Eintrag in about:config.

Ok. Das war also das Debian-Paket. Debian-Pakete haben ja oft die Eigenschaft, mehr Ideologie als Funktionalität zu bringen, und so entschloss ich mich, es mit dem Tarball direkt von der Firefox-Seite zu versuchen. Als allererstes konnte ich diesen natürlich nicht per ssl herunterladen – wer braucht schon verschlüsselung, ist doch egal, wenn irgendein hiwi zwischen mir und deren Server vielleicht gezielt Firefox-downloads manipuliert (was ja an dem Tag garnicht mal so abwegig gewesen wäre). Egal. Laden wir es uns halt unsigniert herunter, wie ein standard-win-dau, der nicht aufpasst, worauf er clickt.

Also: Entpackt… und erstmal in kindlicher naivität ./firefox ausgeführt – hm. Das Ding hängt von einigen Shared Libraries ab, und die liegen im selben Verzeichnis, aber wenigstens eine Fehlermeldung. Also LD_LIBRARY_PATH gesetzt. Jetzt scheint alles zu gehen. Fröhlich führe ich also wieder ./firefox aus. Und es passiert… Nichts. Also führe ich ./firefox-bin aus. Und es passiert… Nichts. Nichts. Keine Fehlermeldung, kein Process, der sich irgendwie im Hintergrund startet… Nichts. Ich sehe mir also die –help-Ausgabe an. Da steht irgendein Flag namens -g-blabla, der alle Fehler Fatal machen soll – ich erhoffe mir davon also eine etwas verbosere Ausgabe des Fehlers. Auch hier passiert nichts. Es passiert einfach nichts – es wird nichts ausgeführt, keine Fehlermeldung ausgegeben… Nichts.

Erfahren mit freier Software suche ich nach einer INSTALL… Solch eine Datei gibt es nicht. Gefunden habe ich eine README.txt, die auf die Firefox-Seite verweist – auf der keine Installationsanweisungen stehen. Mäh.

Nun, Google ist mein Freund, und so suche ich nach anderen Leuten, mit dem selben Problem. Die meisten scheinen dasselbe versucht zu haben, wie ich, andere wiederum benutzen das Debian-Paket aus der Unstable-Branch. Warum auch nicht. Jetzt langts mir. Nach 3 Stunden herumgesuche (ich hab in der zwischenzeit sogar probiert, die Bashscripts firefox und run-mozilla.sh irgendwie zu verändern) habe ich meine Schuldigkeit getan, und darf wohl guten Gewissens im #firefox-Channel nachfragen. Meine Frage war dann auch ziemlich einfach: Wo findet man eine Installationsanleitung. Nunja, diese Frage konnte mir erstmal niemand beantworten, und man meinte, ich solle doch das Debian-Paket benutzen. Nunja, ich meinte, es hieße 3.0rc2, und ich wisse nicht, ob es nur eine Beta-Version sei. Nach einiger Zeit meldete sich dann ein etwas Kundigerer Chatter. Von ihm erfuhr ich zu den Installationsanweisungen „It is not supposed to need one“ – jaja, Firefox 3 ist so toll, dass es keine Installationsanweisungen braucht. Und ich erfuhr, dass das Debian-Paket aktuell ist, und die dortige Beta-Version dem Release entspricht. W00t. Naja, dann hab ich mir eine freundliche kritische Bemerkung nicht verkneifen können, habe mich anschließend aber, wie es sich gehört, bedankt, und bin dann ins Bett gegangen.

Wenn eine Software so dämlich ist, dass sie weder Fehlermeldungen ausgibt, noch Funktioniert, noch irgendeine Art von Installationsanweisungen hat, und dann, wenn man verzweifelt das vorgefertigte Paket benutzt, auch wirklich so langsam und unbenutzbar ist, kann ich wirklich nichts positives dazu sagen. Schade, ich hatte mich eigentlich auf einen schönen neuen Browser gefreut.

Im Moment bin ich dabei, auf Epiphany umzusatteln. Der ist wirklich schlank, verbraucht wirklich wenig Ram, ist wirklich sauschnell, was das Aufbauen von Seiten angeht, hat allerdings den Nachteil, dass die GUI nicht sehr Benutzerfreundlich gestaltet ist, und man sehr viel mit der about:config arbeiten muss. Ansonsten ist er fast äquivalent zu Firefox, die GUI sowie die about:config-Flags sind ziemlich die selben. Leider finde ich für einige Firefox-Addons, z.B. FireBug, keine Erweiterungen für Epiphany, aber das wird sich denke ich geben. Plugins und alles sind Kompatibel.

Sehr interessant fände ich ja den Closure-Webbrowser – einfach weil er in Common Lisp geschrieben ist, und man vielleicht ein wenig daran Rumhacken kann. Leider habe ich diesen bisher ebenfalls nicht zum Laufen gebracht, wegen Versionskonflikten etc. – es mangelte mir bisher einfach an Zeit.


Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ein Kaktus mit ner Colaflasche in der Hand

Fri, 13 Jun 2008 22:43:45 +0000

„Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ein Kaktus mit ner Colaflasche in der Hand“ – wer hätte gedacht, dass man einen solchen Satz mal im Zug hört – irgendeine Grundschul-Klasse oder sowas schien heute mit der Bahn zu fahren, und da schallte dieser Satz neben allerlei anderem Geplapper in mein Ohr, und mein armes Gehirn war leider nicht fähig, ihn, wie den Rest des Geschwafels, herauszufiltern. Nein, dieser Satz war zu strange, als dass man ihn ignorieren könnte, und seine eigenen wirren Gedankengänge fortsetzen könnte.

Was steckt dahinter? Ich war gezwungen, meinen müden Kopf von der Lehne aufzuheben, und mich etwas umzusehen.

Nun, es handelte sich um ein Werbeplakat für eine bekannte Firma, die koffeinhaltige Limonade verkauft, auf dem ein solcher Kaktus abgebildet war, der gleichzeitig einen Luftballon umarmte. Scheinbar soll dieses Plakat in irgendeiner Weise Harmonie oder Frieden zwischen Gegensätzen zur EM ausdrücken. Keine Ahnung. Mir ja auch egal.

Ich fand es nur erstaunlich, und da ich sonst nichts zu tun habe, schreibe ich es halt hier herein, auf dass sich alle Leute ärgern, die jetzt auf irgendeine tiefgründige Pointe warten.


Mit einem Dutzend Mäusen im Rucksack bergwandern.

Fri, 13 Jun 2008 22:37:34 +0000

Von einem äußerst sinnvollen, wenngleich eher weniger grausamen Tierversuch, als man sie in der Regel z.B. in der Datenbank Tierversuche (übrigens sehr interessante Seite) findet, habe ich hier gelesen. Bemerkenswert, mit was für einer Hingabe manch ein Forscher doch forscht. Ich zitiere mal:

Das Ziel war, den Einfluss von Sauerstoffmangel auf die Expression von Genen im Blut zu untersuchen

Ich bin kein Biologe, ich frage mich nur… Es gibt so viele Bergsteiger, hätte man nicht die testen können? So viele Leute steigen freiwillig auf Berge. Die würden sicher im Dienste der Medizin eine Blutprobe oder sowas hinterlassen – oder braucht man dazu irgendwelche inneren Organe? Ich weiß es ja nicht, ich nehme nur mal an, wenn die irgendwas sinnvolles herausfinden, werden die eh Tests an Menschen durchführen müssen. Naja, es geht ja noch weiter. Eine ziemlich geile Frage des Reporters:

Da taten Ihnen die armen Viecher leid?

Was für eine Unverschämtheit: Mäuse nehmen Strapazen (es sind Strapazen, trotz Allem) für die Gesundheit von Menschen auf – und dann, anstatt ihnen wenigstens ein wenig Respekt zu zollen – was ja ein Minimum wäre – bezeichnet man sie als „arme Viecher“ – „Viecher“ – ein sehr negativ behaftetes Schimpfwort. Aber gut, das wird dem Reporter wohl kaum bewusst gewesen sein. Wenigstens hat er die Möglichkeit eingeräumt, Mitleid mit den Tieren zu haben. In einer vom extremistischen Speziesismus regierten Welt muss man wohl schon darüber froh sein. Nunja, dann natürlich die Aussage, die Mäuse mussten getötet werden, um Proben zu entnehmen – die brauchten anscheinend sehr viel Blut für ihre Tests. Vielleicht hätten sie ja größere Tiere nehmen können – aber die sind vermutlich zu wehrhaft, und hätten nicht alles ohne Weiteres mit sich machen lassen.

Nun, ich will keinem Vorwürfe machen, die haltlos sind. Und somit lasse ich mich gerne durch einen Kommentar korrigieren. Es ist für wahr nicht der schlimmste Tierversuch, von dem ich gehört habe, er gehört eher zu den harmlosen, so zumindest mein nicht-fachkundiges Empfinden. Es ist nur… Als ich die Meldung gelesen habe, hatte ich irgendwie sofort das bedürfnis, irgendwas dazu zu sagen – mich hätte viel mehr das Befinden der Mäuse interessiert, als das des Forschers, und sie hätten ruhig mehr darüber schreiben können. Aber mir ja egal. Den Durchschnittsleser wird wohl der Forscher mehr interessieren.


Was so alles in meinem Garten wächst – 2

Wed, 11 Jun 2008 20:50:38 +0000

Wenn man unter Wikipedia nach Schnecken sucht, findet man ein großes Bild von einer Weinbergschnecke. So eine Weinbergschnecke ist auch garnicht so abstoßend, eigentlich ein ganz nietliches Tier. Scrollt man etwas weiter herunter, so sieht man allerdings Bilder von Nacktschnecken, die nicht so appetitanregend sind. Nunja, es sind trotzdem Lebewesen, und man muss ja sagen, für ein Lebewesen ist es ja eigentlich meistens eher ein Vorteil, keinen Appetit anzuregen. Wie dem auch sei, ebensoaussehende Schnecken überfallen bekanntlich gerne Gemüsegärten und vertilgen das junge Nutzgemüse. Ging man früher davon aus, dass sie wenigstens Pflanzen wie Zwiebeln in Ruhe lassen, so machen sie inzwischen kaum noch Halt vor irgendetwas verwertbarem. Selbst in den Wurzeln im Boden findet man sie. Unter der Erde!

Vermeintliche Gegenmittel gibt es genügend. Vom Streusalz übers Backpulver bis zum Schneckenkorn oder Bierfallen, inzwischen gibt es zum Glück auch Lebendfallen. Streusalz müsste zwar Schnecken ziemlich gut abhalten – Salz vertragen die nicht so gut – allerdings ist es nicht unbedingt gut für das Gemüse im Boden. Gleiches gilt für Backpulver – da kann man wahrscheinlich den Garten gleich anzünden, das hält Schnecken wohl auch ab. Schneckenkorn, Bierfallen und Lebenfallen – nunja… Schwachsinn… Es lockt nur noch viel mehr Schnecken an. Und nicht jede Schnecke dringt bist zum Schneckenkorn vor, ohne vorher noch ein paar andere, nähere Pflanzen vertilgt zu haben.

Irgendwo hab ich gelesen, dass Kupfer gegen Schnecken helfen soll, sie können anscheinend Kupferteile nicht überqueren. Nunja, das wäre tatsächlich eine gute Abwehrmöglichkeit, Kupfer ist allerdings auch nicht gerade billig.

Nunja, im Moment mache ich gerade sehr gute Erfahrungen mit Kaffee. Es ist erstaunlich. Ich hab das irgendwo im Internet gefunden, angeblich vertragen Schnecken kein Koffein. Und tatsächlich, Kaffee hält die Schnecken ab. Kaffeepulver auf der Erde, und sie trauen sich nicht mehr darauf. Die Pflanzen mit gebrühtem Kaffee, der natürlich vorher abgekühlt wurde, zu besprühen, hilft ebenfalls. Allerdings natürlich nur bis zum nächsten Regen. Achso, er muss natürlich Koffeinhaltig sein, angeblich ist es das Koffein, das Schnecken nicht mögen. Allerdings muss man aufpassen, nicht direkt auf die Schnecken zu sprühen – sie sterben sonst vermutlich einen ziemlich qualvollen Tod.

Ich finde es jedenfalls erstaunlich, dass so etwas einfaches von noch keiner Hausfrau entdeckt wurde, angeblich haben irgendwelche Botaniker aus Hawaii es herausgefunden.