
Missbraucht eure Freiheit!
Sun, 31 Aug 2008 01:44:26 +0000Freiheit ist schon was tolles. Man kann (fast) alles tun was man will, (fast) alles sagen was man will, solange (fast) niemand einen Grund angeben kann, warum es ihm (in von der Mehrheit anerkannt relevanter Weise) schadet. Die Mehrheit entscheidet also in gewisser Weise, was erlaubt ist, und was nicht. Oder eine hinreichend mächtige Minderheit.
So nutzten beispielsweise christliche Organisationen immer wieder Rechtsmittel, um christenfeindliche Symbole und Parolen zu verbieten, und nutzten damit ihre Vormachtstellung in den westlichen Staaten aus, um ihre Ideologie zu erhalten. Sie schürten damit andererseits die blinde sinnlose unbegründete gegen nichts gerichtete Wut gegen Kirche und Staat, die, wie mir scheint, in meiner Generation nun zum “guten Ton” gehört, und sich auf die Inquisition und eben die Unterdrückung von Personen durch die Kirchlichen Organisationen in der Vergangenheit beziehen, die sich nunmal leider nicht leugnen lassen.
Ich selbst sehe mich als überzeugten Christen, entgegen des Trends, sich zum Atheismus zu bekennen, und alles was mit Religiösen Überzeugungen zu tun hat zu verdammen. Ich will und muss meine Position nicht begründen, und im Gegensatz zu vielen Atheisten, die keine Anstalten machen, christliches Gedankengut und dessen echte Probleme in der heutigen Zeit zu verstehen, bemühe ich mich um ein möglichst objektives Bild der verschiedenen Positionen – was nicht heißt, dass meine Position in allen Fragen neutral ist.
Nun, weswegen schreibe ich diese lange Präambel? Es geht darum, dass ich folgenden Artikel bei Spiegel Online fand: Frosch bleibt – trotz Papst-Protest. Der Papst protestiert gegen einen ans Kreuz genagelten Frosch. Da ich nicht katholisch bin, unterstehe ich dem Papst nicht, dennoch finde ich, er hat Recht. Wer eine solche Skulptur herstellt, der muss sich bewusst sein, dass er damit wohl so ziemlich das gesamte Christentum provoziert. Ich denke mal, selbst die Leute, die das Kreuz nicht als Symbol für Jesus akzeptieren, könnten sich davon provoziert fühlen, denn das Kreuz ist nunmal einfach das am weitesten bekannte Symbol des Christentums, ob man es nun selbst akzeptiert oder nicht.
Dieser Fall erinnert mich an etwas. An einen ganz ähnlichen Fall. Die Band WIZO brachte scheinbar ein Plattencover heraus, auf dem ein rosanes seltsam anmutendes Schweinchen, das scheinbar tot sein sollte (deshalb sind die Augen als X dargestellt), dargestellt war. Was genau wie wann passierte, weiß ich nicht, und verschiedene Quellen berichten Unterschiedliches, je nach dem, welche Ideologie die Quelle vertritt. Mal gab es eine Unterschriftensammlung unter Bürgern, um das Cover zu verbieten, mal war es die Kirche, die Druck gemacht hat, jedenfalls wurde das Cover verboten. Ich verlinke dieses Bild hier nicht. Laut Wikipedia handelte es sich um einen Protest gegen eine Judensau, die mit einem Informationsschild versehen werden sollte – andere Quellen berichten wiederum von der Forderung, die Judensau ganz zu entfernen. Soweit ich weiß gab es damals ohnehin eine Diskussion darüber, wie man mit den Judensäuen verfahren solle, diese hält anscheinend bis heute an. Gedenktafeln scheint es inzwischen ja einige zu geben. Dass dies ein schwieriges Kapitel ist (und dass Denkmalschützer häufiger Pro-Judensau eingestellt sind, als echte Christen), sei mal ungeachtet. Jedenfalls ungeachtet dessen – das Bild schien ein Protest zu sein, soweit sind sich die Quellen noch einig, und es wurde gerichtlich untersagt – ob nun nur auf Druck der Kirche oder auch mit einer Unterschriftensammlung auf Willen der Bürger, das weiß ich nicht. Letzteres fände ich in Ordnung – der Bürgerwille zählt letztendlich – einen reinen Gerichtsprozess zu führen fände ich aus christlicher sicht, zumindest aus meiner christlichen Überzeugung, keine adäquate Reaktion. “Einfach Ignorieren” ist allerdings ebenfalls bei einer so groben Beleidigung nicht das Richtige – denn Ignorieren zeugt von Gleichgültigkeit, und die sollte es zwar in Grenzen geben (Religionssatire sollte durchaus meiner Meinung nach erlaubt sein), aber ich wüsste nicht, innerhalb welcher Grenzen eine solche Abbildung noch stehen sollte.
Und wie sieht es nun mit diesem Frosch aus. So wie ich es aus dem Spiegel Online lese, scheint es sich nicht wirklich um Kirchenkritik zu handeln (was man der WIZO-Aktion ja wenigstens noch anrechnen kann). Meiner Meinung nach steckt dahinter einfach nur der grundsätzliche Wille eines Künstlers, aufzufallen – mit allen Mitteln. Dieses “Kunstwerk” würde wohl ein Zehnjähriger mit ein wenig Knetgummi auch hinbekommen, und sollten die anderen Exponate dieses Künstlers ähnlich aussehen, so könnte ich mir vorstellen, dass es sich dabei nur um einen Versuch handelt, die eigene mangelnde Kreativität und künstlerische Fertigkeit oder Willigkeit dazu durch das Beleidigen einer ganzen Religion auszugleichen – was nunmal mit Sicherheit auffällt. Nunja, man kann den Mann nicht mehr Fragen, denn er ist laut Spiegel Online bereits gestorben. Dieses Verhalten ist jedenfalls keine Seltenheit, wenn man sich nur mal Popetown oder diverse Artikel auf der Uncyclopedia (die ich hier nicht verlinken will) ansieht, die ebenfalls eigentlich komplett humorlos sind, und durch plumpe, Hintergrundlose Religionsverarsche (ja, Verarsche, noch nicht einmal wirkliche Kritik oder Realsatire) versuchen, Gefallen zu finden.
Mit dem Islam, dessen Geschichte ja ebenfalls problematische Elemente hat, traut man sich soetwas nicht, denn die Moslems gehen auf die Barrikaden – leider nicht immer friedlich, wie man gesehen hat. Zu den Juden hat man ohnehin hierzulande ein seltsames Verhältnis, da lässt man das Ganze lieber gleich ganz bleiben (Hallo? Die glauben auch an Gott?!?! An denselben sogar?!?!?!?!). Der Buddhismus und Hinduismus wird sowieso oft als Friedensbringer glorifiziert. Nur mit dem Christentum macht man es gerne. Und das wehrt sich eben nur zu gerne garnicht oder in schlimmen Fällen mit juristischen Mitteln, anstatt mit wirklichen Protesten. Ein stiller, gewaltfreier Protest, wie die Mahnwachen, die scheinbar einige Bürger vor diesem Museum halten, und vielleicht auch mal eine friedliche Blockade des Eingangs durch eine Traube von Christen, das ist es, was Christen machen sollen. Das mag schwerer sein, als einfach ein Gerichtsurteil aufzubrummen, aber es ist einfach der bessere Weg. Ich hoffe, dass es dabei bleibt, und ich hoffe, dass das Museum dieses scheußliche Exponat schließlich aus seinem Sortiment entfernt.
Vielleicht hätte soetwas in der Art bei dem WIZO-Cover auch etwas mehr Respekt unter den Standard-Hörern solcher Punkmusik erweckt, als ein Gerichtsurteil.
Aus der Bedienungsanleitung meines neuen Staubsaugers
Sat, 30 Aug 2008 22:42:35 +0000W00tage, ich habe einen neuen Staubsauger. Und dieser Staubsauger hat eine Bedienungsanleitung. Und diese Bedienungsanleitung enthält eine Auflistung von Sicherheitshinweisen, die ungefähr so aussieht (Herstellername übermalt, man beachte die unterstrichene Stelle):

Wenn ich daran denke, dass es vermutlich einen Grund gibt, warum die das in ihre Bedienungsanleitung schreiben, und dass vielleicht schon mal jemand auf die Idee gekommen ist, einen Staubsauger in der Spülmaschine zu reinigen, dann klingt das für mich so absurd, dass ich mich frage, warum es dazu noch keine Youtube-Videos gibt (zumindest unter “staubsauger spülmaschine” findet man nichts). Wäre auch mal interessant, was mit einem angeschalteten Staubsauger in einer Spülmaschine so passiert. Vielleicht mal ein nettes Experiment für Brainiac, wobei ich denke, es wird im Wesentlichen einen Kurzschluss geben, und sonst ist nicht viel spektakuläres zu sehen.
Hallo zusammen…
Sat, 30 Aug 2008 00:00:30 +0000… ich grüße euch! Meine Name ist dieentelebt, mein bürgerlicher Name und eine Kontaktadresse sind
und ihr werdet hier ab jetzt öfter auch meinen Senf lesen können. Meine Texte spreche ich nicht vorher mit dasuxullebt ab (wir zerreissen sie uns höchstens hinterher gegenseitig) und bin dafür alleine verantwortlich, das gleiche gilt natürlich umgekehrt. Zu Lizenz seiner Texte und anderen technischen Hintergründen hat sich dasuxullebt schon ausgelassen. Dem möchte ich mich anschließen, bis auf eine Kleinigkeit: Im Allgemeinen werde ich mich um eine auch dem Duden nach korrekte Schreibweise bemühen.
Aus dem Leben eines Oekologisten
Fri, 29 Aug 2008 00:08:42 +0000Ich weiß nicht, wie der RSS-Feed von Oekologismus.de es in meinen Feedreader geschafft hat, aber er ist da, und quält mich regelmäßig mit neuen Sichtweisen zum Umweltschutz, zur Klimaerwärmung, und selbst zu einfachen Dingen wie dem Dosenpfand. Ich weiß nicht, warum ich diesem Ding überhaupt noch Beachtung schenke, und es nicht längst aus meinem Feedreader gekekst habe, ich denke, das verhält sich ähnlich wie bei überfahrenen Tieren auf der Straße: Es ist schrecklich, und man will es eigentlich garnicht sehen, aber man muss immer wieder hinschauen.
Dass es sich bei dieser Webseite nicht um die Klasse von presseähnlicher Berichterstattung handelt, die ich bevorzuge, merkt man bereits daran, dass die Schlagzeilen bisweilen so gewählt werden, dass sie – wenn man den Artikel dazu nicht liest – einen falschen Eindruck vermitteln können.
Wenn man zum Beispiel einen Schlagzeile der Form “Amtlich bestätigt: 2008 – das kälteste Jahr des Jahrhunderts” liest, könnte man durchaus den Eindruck gewinnen, dass dahinter eine in irgendeiner Weise relevante Tatsache stecken würde. Wenn man aber bedenkt, dass das Jahrhundert erst seit 2000 begonnen hat, und dies sogar im Artikel eingeräumt wird, Zitat: “Quasi ‘amtlich’ bestätigt ist nun, dass das erste Halbjahr 2008 das kälteste Jahr seit 2000 war“, merkt man schnell, dass ein Jahr, das etwas kälter als die sieben Vorjahre ist, kaum irgendetwas aussagt, und zumindest mir erweckt sich der Eindruck, als hätte man bewusst darauf gesetzt, dass ein Großteil der Leser vermutlich immernoch gedanklich im zwanzigsten Jahrhundert leben, und dementsprechend annehmen, 2008 sei kälter als die letzten 100 Jahre oder Ähnliches.
Ein weiterer Eintrag, der meine müden Augen quälte, erst kürzlich erschienen: “Politikversagen – Wenn Ökologisten regieren…“. In diesem Artikel wird gegen das Dosenpfand gewettert, Zitat: “Jüngstes eindrucksvolles Beispiel, welche höchst negativen Auswirkungen ökologistische Politik (…) auf den Geldbeutel von Verbrauchen und Wirtschaft (inklusive negativer Umwelt-Folgen) haben kann, ist das deutsche Dosenpfand.” – dass der Geldbeutel der Verbraucher vor der Wirtschaft erwähnt wird, ist schon erstaunlich, und wow, sogar vermeintliche Umwelt-Folgen werden – eingeklammert, beiläufig – erwähnt. Mein persönlicher Eindruck war zwar, dass die Anzahl der Getränkebehältnisse in den Straßengräben seit Einführung des Dosenpfandes nachgelassen hat, aber ich mag mich Irren – glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast! Jedenfalls bezieht sich der Artikel auch auf andere Artikel, zum Beispiel einen Artikel von “Die Welt”, hier zu finden, ich muss gestehen, dass ich nur die ersten zwei Blöcke dieses Artikels gelesen habe, da mir meine begrenzte Lebenszeit zu schade war. Wenn ich die Argumentation richtig verstehe: Dosenpfand ist schlecht, weil die Leute dadurch mehr Einwegflaschen kaufen. Deswegen muss man jetzt handeln, und … Keine Ahnung, was eigentlich gefordert wird, vermutlich eine Abschaffung des Dosenpfandes. Was ich eher fordern würde (und was mir von Anfang an unklar war), wäre eine Erweiterung des Pfandes auch auf andere Behältnisformen, auch kleine Flaschen, auch alkoholische Getränke, selbst Tetra Packs, damit es kein Schlupfloch mehr gibt – freilich wird die Folge sein, dass die Unternehmen dann wieder eine Ausrede haben, die Preise zu erhöhen, die sie sicherlich ausnutzen würden. Soweit meine “oekologistische” Meinung, aber auch der hat Oekologismus.de etwas Entgegenzusetzen, Zitat: “Gerade im links-ideologischen Ökosprech wird das Schlagwort ‘Marktversagen’ gerne gebraucht, um zu ‘beweisen’, dass der ‘freie Markt’ angeblich nicht funktionieren könne“
In diesem Sinne: Gute Nacht.
Blau wählen!
Thu, 28 Aug 2008 22:46:25 +0000Heute entdeckte ich ein nettes Wahlplakat der Republikaner. Ich habe leider kein Foto gemacht (vielleicht hole ich das noch nach), und finde es auch sonst nicht im Internet – aber nachdem die Republikaner ja bekanntlich eh jeden freien Laternenmast mit ihrem Müll zukleistern, sollte man eigentlich in jedem kleineren Ballungsraum eines finden. Der Wahlspruch: “Blau wählen!”. Bei der Auswahl, die man bei der Wahl haben wird, und der Gewissheit, wie wenig die eigene Wahlentscheidung bewirken wird, kann ein etwas höherer Promillegehalt bei der Wahl in der Tat hilfreich sein. Dass meine Zielgenauigkeit dadurch so beeinträchtigt würde, versehentlich die REP anzukreuzen, ist allerdings unwahrscheinlich. Immerhin, ich denke, blau wählen ist im schönen Bayern keine Seltenheit, wie die letzten fünf Jahrzehnte vermuten lassen. In diesem Sinne Danke an die REP für diesen Tipp. Ansonsten: Prost!
Noch ein paar Hesselberg-Fotos
Tue, 26 Aug 2008 22:19:35 +0000Hier noch ein paar Fotos von der Aussicht vom Hesselberg aus:
Das erste Bild zeigt die Halterung von einem der drei Seile, mit denen der Sendemast auf dem Hesselberg gehalten wird. Ich schätze den Durchmesser mal auf ca. 7 Centimeter, ich hab es mir allerdings dicker vorgestellt. Ansonsten handelt es sich um Aufnahmen in die verschiedenen Richtungen, ein paar sind dunkel geworden – die Camera ist nicht die Beste – verschwommen sind sie alle. Ich wollte auch das Gipfelkreuz fotografieren, allerdings waren da gerade zu viele Leute. Wer es sehen will, möge selber dorthin gehen. Die Aussicht ist jedenfalls überwältigend, kommt leider auf den Fotos nicht rüber. Bei sehr gutem Wetter soll man sogar die Alpen sehen können.


















Aus einer Informationsbroschüre eines Mobilfunkanbieters
Mon, 25 Aug 2008 22:19:02 +0000In einer WerbeInformationsbroschüre fand ich die folgende Tarifinformation zu einer Handy-Flatrate in dasselbe Netz und das deutsche Festnetz:

Den Namen des Unternehmens habe ich jetzt mal entfernt. Ich zitiere das jetzt mal, ohne es weiter zu kommentieren.
Hesselberg
Sun, 17 Aug 2008 22:51:44 +0000Ein paar Fotografien vom Gipfel des Hesselberges:


Wunderschöne Lanschaft. Wunderschöne Aussicht. Kommt leider auf den Fotos nicht so gut rüber, ein Handy ist für Landschaftsaufnahmen wohl nicht das Richtige.
Erste Erfahrungen mit OpenSolaris
Sun, 17 Aug 2008 22:48:31 +0000Um die restlichen Leser meines Blogs nicht auch noch zu vertreiben, bemühe ich mich jetzt mal um etwas kürzere Blogeinträge mit weniger Redundanz. Darum in aller Kürze: Ich habe mir vor Kurzem OpenSolaris auf meinem Laptop installiert. Ich habe mir ein System mit drei Betriebssystemen eingerichtet: OpenSolaris, Ubuntu und Windows XP. Windows XP zu Portierungszwecken, Ubuntu weil ich mal eine Alternative zu Debian probieren wollte (inzwischen wirklich Ubuntu, KDE 4 war mir einfach zu blöd, sorry, da gefällt mir Gnome immernoch besser). Es gab einige Probleme: Der GRUB von Ubuntu konnte mit der Solaris-Partition nichts anfangen, der GRUB von Solaris – bzw. das autoconfig-Programm, das diesen eingerichtet hat – konnte scheinbar mit logischen Partitionen nichts anfangen, und hat die Ubuntu-Hauptpartition nicht erkannt. Irgendwie wurden dann die von mir anders gesetzten Boot-Flags ebenfalls ständig ignoriert, dann habe ich versehentlich den windows-bootloader NTLDR irgendwie zerstört (konnte aber wenigstens Ubuntu und OpenSolaris booten), und naja, nachdem ich das wieder hinbekommen habe… Fand ich heraus, dass der GRUB von Solaris doch mit logischen Partitionen zurechtkommt, nur das automatische Setup nicht, und editierte dementsprechend die menu.lst. Ich entschied mich, Ubuntu nicht direkt booten zu lassen, sondern den Chainloader zu verwenden, denn Ubuntu erweitert das Bootmenü eventuell um neuere Kernel, und da ist es irgendwie vielleicht besser, Konflikten von vorne herein vorzubeugen.
Wie dem auch sei, ich kann inzwischen alle drei Systeme booten. Von Solaris und OpenSolaris habe ich schon sehr viel Gutes gehört, bisher kann ich nichts davon bestätigen, da ich eigentlich zu wenig damit gearbeitet habe. Für den End-User ist vielleicht interessant, dass es tatsächlich ein Flash-Plugin für Solaris gibt, und meines Wissens ist FUSE (Filesystem in Userspace) ebenfalls auf Solaris portiert worden (ein Grund, warum ich Solaris versuche zu verwenden – ich will sehen, wie gut FUSE dort funktioniert). Die NVidia-Grafikkarte wurde Out-Of-The-Box erkannt, das Touchpad auch, und Solaris scheint mit seinem Treiber auch zufrieden zu sein, aber was soll ich sagen… Manchmal geht es, manchmal nicht. WLAN geht nicht mangels Treiber, wenn ich mal Zeit habe werde ich deren NDIS Wrapper Toolkit mal ausprobieren. Sound geht nicht, Begründung “Driver Misconfigured” oder so in deren toller Hardwarekonfigurationsgui. Für ACPI scheint garkein Treiber zu existieren. Ich würde mich ja gerne nützlich machen, und versuchen, ein paar Treiber von Linux in deren Kernel zu portieren (soll angeblich im Wesentlichen aus dem Ändern von ein paar Systemaufrufen und Speicheradressen bestehen), aber dazu müsste ich erstmal mehr über deren Kernel wissen. Ich würde auch gerne mehr über IPS – deren Paketsystem – erfahren, aber die Dokumentationen die ich bisher fand sind mehr als… blah…
Ich fand folgenden Link: OpenSolaris: What Ubuntu wants to be when it grows up – dieser Satz ist meiner Meinung nach weit übertrieben (was sie im Grunde in dem verlinkten Artikel auch einräumen). OpenSolaris ist weit von dem entfernt, was Ubuntu bereits jetzt ist: Ein System, das eine Fülle an Treibern automatisch installieren und konfigurieren kann. Ein System, das echte Benutzerfreundlichkeit in form Bunter GUIs bietet, ohne zu verhindern, dass man auch mal selber mit dem Terminal Hand anlegt. Und vor Allem: Gut dokumentiert. Ich finde im Moment zu OpenSolaris-Fragen in der Regel nur zwei Arten von Dokumentationen: Bloße Befehlsreferenzen, die einem Anfänger wenig nützen, und Abhandlungen darüber, wie toll doch dieses und jenes Feature sei, ohne wirkliche Information, wie es funktioniert, und wie man es benutzt. Also eigentlich nur vorgetäuschte Benutzerfreundlichkeit.
Nun, OpenSolaris kann nichts für seine bisherige kleine Nutzerschaft, und die eingeschränkte Treiber- und Paketauswahl. Es mag ein technisch ausgereiftes System sein, und ich wäre wirklich daran interessiert, es näher kennenzulernen, aber es mangelt an Dokumentationen – selbst wenn sie existieren sollten, sind sie schwer zu finden, im Gegensatz zu Ubuntu- bzw. Linux-Spezifischen Dingen, die man oft schnell per Google findet. Und es mangelt an vordefinierten Paketen, aber auch an einer verständlichen Einführung in deren Paketsystem – verständlich heißt bei mir, ich bekomme mehr von “images” gesagt, als “das sind halt grob gesagt plätze, wo man software hininstallieren kann” – um selbst Pakete zu erstellen mangelt es komplett, zumindest habe ich nach zwei Stunden Suche erstmal aufgegeben, etwas finden zu wollen. Was ich gefunden habe war eine sinnvoll aussehende Dokumentation dazu, wie man Kerneltreiber schreiben kann, die habe ich mir allerdings erstmal nicht durchgelesen, ich möchte das System erst verstehen, bevor ich Kernelmodule schreibe – falls ich das überhaupt jemals tun sollte.
Dennoch: OpenSolaris mag das Potential dazu haben, sich zu etwas Großem zu entwickeln, und ich bin dafür, denn es würde eine weitere Open Source Alternative bieten, und Alternativen sind gut. Aber an Ubuntu kommt es in Sachen Benutzerfreundlichkeit nicht ran, und an Debian nicht in Sachen Dokumentation. Bisher. Was nicht ist kann ja noch werden. Immerhin – wenigstens ein neues großes Stück unentdecktes Land, auf dem man sich noch seinen Platz in den Annalen der OpenSource-Community sichern kann.
Verfasst von dasuxullebt 
