Wer sehr gelegentlich nur ins mobile Internet will, dem kann ich eigentlich bisher nur Vodafone WebSessions empfehlen. Ich nutze es zu seltenen Anlässen (wie z.B. gestern) im Zug, und auf meiner Strecke funktioniert es eigentlich fast überall. Eine kurze Strecke, so zehn Minuten lang, geht es mal kurz nicht. Vereinzelt ist der Empfang mal schlechter, dementsprechend die Geschwindigkeit etwas langsamer, aber das ist zu verschmerzen. Aber ansonsten ist die Netzabdeckung gut.
Ich suche natürlich momentan nach einem besseren Anbieter, und es gibt auch preislich gesehen für mich bessere, aber ich habe gelesen, dass die Netzabdeckung da erheblich schlechter sein soll, und einige Leute die nicht empfehlen, wenn man sie hauptsächlich im Zug nutzen will.
Nun, ich nutze jetzt im Moment WebSessions, weil mein Festnetztelefon inklusive Internetanschluss grad nicht geht, und fröhlicherweise heute der 1. Mai ist, also ein Feiertag – es also wohl noch dauert, bis sich irgendwer des Problems annimmt – da ich aber trotzdem ins Internet will (und nicht nur will, sondern es sogar brauche), ist das die beste Möglichkeit. 5 Euro für einen Tag Internet, das ist denke ich zu verschmerzen.
Das Problem das ich bisher immer hatte ist, dass man dafür die von denen mitgelieferte Software braucht – und die geht nicht unter Linux. Da ich eine Linux-Ähnliche Umgebung brauche (und mir über diese langsame Verbindung nicht wirklich Cygwin einrichten wollte), habe ich mir dann zunächst mal den NX-Client für Windows heruntergeladen, und mich in meinen Uni-Account damit eingeloggt. Ging … annehmbar schnell. Also die Latenzzeit war hoch, aber nicht zu hoch. Es ging, darunter einigermaßen sinnvoll zu arbeiten.
Allerdings kam ein zusätzliches Problem hinzu: Unter Windows musste ich mich mit dem Handy per Bluetooth verbinden – was den Akku des Handies ziemlich belastet. Und der Akku ging eher zur Neige. Und ich hatte das Netzkabel des Handys grade nicht dabei. Zum Glück – dachte ich – habe ich das USB-Kabel. Unter Linux kann ich damit das Handy ebenfalls aufladen – unter Windows habe ich es nicht geschafft, mein Handy zum Laufen zu bringen, es wurde nicht aufgeladen, hat per USB keinen Strom bekommen. Diese Option fiel also flach. So viel zur überlegenen Treiberunterstützung von Windows!
Jetzt war ich also gezwungen, es unter Linux zu versuchen. Die Faulheit konnte nicht mehr siegen (naja, ok, doch, ich hätte eine andere Alternative gehabt – einen anderen Linux-PC laufen lassen, der das Handy mit Strom versorgt, aber das war mir dann doch etwas großer Overhead – das habe ich als letzte Möglichkeit offen gehalten).
Nun, von der Uni aus habe ich ein virtualisiertes Windows Vista – unter VirtualBox. Ich habe mal gelesen, die hätte USB-Forwarding – der Plan war, den Bluetooth-Stick an das virtualisierte Vista zu übergeben – würde die Konstruktion erstmal laufen, würde ich es schon irgendwie schaffen, in das Vista reinzurouten. Nunja, es stellte sich heraus, dass dieses Feature relativ kompliziert einzurichten ist in der Open Source Version – und ohne Internet … naja … das habe ich dann gelassen (vielleicht probier ich das aber wann anders aus, kann ja nicht schaden, für andere USB-Geräte).
Als zweites habe ich versucht, deren Software per Wine auszuführen – auch das habe ich nach einigem Geraffel hinbekommen – zumindest den Installer und die Login-GUI. War garnicht so leicht. Aber das hat freilich nicht den Bluetooth-Stick, noch irgendwelche USB-Geräte erkannt. Das sollte mit Wine auch nicht wirklich gehen. Ist für Wine etwas zu lowlevel. Ok, mei.
Naja, dann habe ich schon fast aufgegeben und mir gedacht, jetzt lass ich wenigstens mein Handy mal per USB aufladen unter Linux. Woraufhin ich mich dann spontan entschloss, dmesg anzusehen. Nun, es wurde ein Device erzeugt. /dev/ttyACM0. Und dieses wurde von KNetworkManager erkannt als Modem. Woraufhin ich mich also mit KNetworkManager versuchte ins Netz einzuloggen.
Nun, die Konfiguration war vergleichsweise Simpel. Ich habe einfach als APN “event.vodafone.de” eingegeben, und eingestellt, dass keine Authentifizierung stattfindet, ansonsten habe ich die Standardeinstellungen gelassen. Es hat dann (aufgrund einer anderen Fehlkonfiguration) erstmal nicht geklappt, letztendlich habe ich es aber dann doch hinbekommen – ich kann allerdings nur sagen, dass es bei mir bisher funktioniert. Kann auch Zufall sein. Also nicht beschweren, falls es bei jemand Anderem nicht funktionieren sollte.
Die wesentlichcen Konfigurationen (alles andere habe ich default gelassen):

und

Wie schön, jetzt hab ich also mobiles Internet unter Linux. Danke Vodafone!
Ich frage mich eigentlich, wieso die Linux nicht unterstützen – wo es doch so einfach geht. Und ich sag es mal so, es kann ja eigentlich nicht so schwer sein, ich meine, wenn sie Anleitungen für den KNetworkManager machen würden, oder wenigstens für SuSE, oder eine eigene kleine Software schreiben würden – oder wenigstens die Technischen Infos liefern würden, damit man das selber kann, wenn man will – die würden doch einen Haufen Kunden gewinnen.
Naja, mir ist trotzdem DSL lieber – ist schneller. Aber immerhin besser als garnichts. Und mir wäre ein anderer Tarif auch lieber. Aber Netzabdeckung ist wichtiger.
