Brandanschläge gegen Tierversuche?

Fri, 07 Aug 2009 02:27:53 +0000

Gerade lese ich, dass in Wien eine Gruppe von im Namen des Tierschutzes Radikalen ein Haus angezündet und gräber geschändet hat. Nun, aus dem Artikel geht nicht ganz die Situation hervor. Ich kenne also die Beweggründe nicht genau.  Mein Mitleid mit dem Besitzer des Hauses, laut dem Artikel der Konzernchef von Novartis, hängt dementsprechend stark davon ab was man ihm vorwirft und was konkret dran ist. Solange das Haus zu der Zeit leerstand oder alle darin befindlichen Personen sich rechtzeitig retten konnten (das geht aus dem Artikel nicht hervor), ist erheblich weniger Leid entstanden als durch die meisten Tierversuche.

Das ändert aber nichts daran, dass ich die Vorgehensweise dieser Leute verurteile. Das Zerstören des Eigentums eines Konzernchefs dürfte diesen wohl weniger arg stören, nachdem ich erwarte, dass dieser genügend Geld für die Wiederherstellung hat, aber insbesondere das Schänden von Gräbern ist pietätlos. Das muss nicht sein.

Allgemein stören mich militante Gruppen, egal in welchem Sinne sie kämpfen. Ich glaube nicht, dass sie die Situation der Tiere wirklich verbessern können. Im Gegenteil. Wenn das Modell des militanten Tierschützers Schule macht, wird die Meinung des dummen Volkes zu Tierschützern und Tierrechtlern schlichtweg irgendwann negativ geprägt sein. Und leider entscheidet das dumme Volk maßgeblich über Tierrechte.

Es ist noch ein weiter steiniger Weg bis hin zu ernsthaften Tierrechten. Das war bei jeder Bewegung für die Rechte unterdrückter Gruppen bisher so. Menschenrechte, Frauengleichberechtigung, Kinderrechte, Abschaffung von Sklaverei – alles hat sich durchgesetzt, aber alles war ein schwieriger Weg. Ein Weg, der zugegebenermaßen niemals ohne gewaltsame Ausenandersetzungen stattfand, nur dass diese in der Regel nicht von den Freiheitskämpfern selbst ausging. Erschwerend kommt bei den Tierrechten hinzu, dass die Tiere selbst nicht für ihre Rechte bewusst kämpfen können.

Dennoch. Das Modell des gewaltfreien zivilen Ungehorsams, es hat sich bewährt. Und das wird auch bei Tierrechten nicht anders sein.


Guttenberg sucks less

Fri, 07 Aug 2009 01:41:14 +0000

Ich finde, es ist ein phänomenales Phänomen, dass unser Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg anscheinend so beliebt ist. Dieses Phänomens hat sich auch die Süddeutsche schon angenommen, aber ich finde in dem Artikel nicht wirklich eine Aussage.

Nun, als ich in einem Gespräch zufällig über Guttenberg mit jemandem redete, warum das denn so sei, denn Guttenberg scheint ja irgendwie von der Haltung her nicht wirklich anders zu sein als der restliche Politikerhaufen, außer vielleicht in kleinen Details, die dem Wahlvieh wohl kaum auffallen dürften, kamen wir zu dem Schluss, dass die Erklärung vielleicht garnicht darin liegt, dass Guttenberg ein so guter Politiker ist, sondern nur, dass alle anderen Politiker schlechter sind. Oder anders ausgedrückt:

Guttenberg sucks less.

Er mag die selbe Haltung wie seine Genossen haben, aber er sieht besser aus, und kann sich gewählt ausdrücken ohne arrogant zu wirken. Und er ist Adelig. Und er mag Michael Jackson. Und er zahlt zwischen 2€ und 3,50€ für Haargel. So einen Politiker muss man doch einfach lieben.

Ich denke, Guttenberg ist schlichtweg der deutsche Chuck Norris, denn:

  • Das Universum dehnt sich nicht aus, es läuft von Guttenberg davon
  • Guttenberg’s Tränen können Schweinegrippe heilen. Nur dumm dass er niemals weint.
  • Guttenberg wird nicht abgeordneter. Der Bundestag wird Guttenberg.
  • Guttenberg kann php-embed compilieren.
  • Guttenberg kriegt bei Praktiker 20% auf alles. Auch auf Tiernahrung.
  • Guttenberg kann durch null dividieren.
  • Guttenberg hat bis unendlich gezählt. Drei mal.
  • Guttenberg kann mit offenen Augen niesen.
  • Wenn Guttenberg Liegestützen macht, drückt er nicht sich nach oben, sondern die Welt nach unten.
  • In Guttenberg’s Haus gibt es keine Türen. Wozu auch, er kann durch Wände gehen.
  • Guttenberg hat zwölf Monde. Einer dieser Monde ist die Erde.

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