Interessantes zum Windows-Bildschirmschoner

Windows ist in meinen Augen ein Phänomen. Ein Betriebssystem, das der elektronischen Datenverarbeitung an Neuem hauptsächlich Probleme gebracht hat, und trotzdem so weit verbreitet ist, dass sogar manche Experten es bevorzugt nutzen. Manche, zum Beispiel sehr kleine Unternehmen zahlen hohe Lizenzgebühren für Treibererzeugungsframeworks, geben aber keinen Cent für die Treibererzeugung auf anderen Betriebssystemen aus.

Nunja, dennoch hat Windows einige interessante Eigenschaften, und es ist interessant, zum Beispiel zu lesen, vor welchen seltsamen Problemen der Windows-Programmierer bisweilen steht. Beispielsweise las ich diesen Artikel über den Windows-Bildschirmschoner.

Windows scheint zu merken, wenn der User kurz nachdem der Bildschirmschoner gestartet hat, diesen wieder beendet. Und die Programmierer waren so schlau, daraus zu folgern, dass der User gerade keinen Bildschirmschoner will, und deshalb den Delay für den nächsten Bildschirmschoner hochzusetzen.

Ich finde das erstuanlich. In einem Linux-System kann man soetwas relativ leicht selber scripten, und sich z.B. einen Button erzeugen, der den Bildschirmschoner kurzzeitig ganz ausschaltet. Sowas geht unter Windows freilich auch, aber kaum ein User kennt das System hinreichend gut. Deshalb stellen sich dort solche Probleme. Erstaunlich.

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12 Antworten zu Interessantes zum Windows-Bildschirmschoner

  1. peterchen sagt:

    Du hast es auf Raymond Chens Blog geschafft – Gratulation ;)
    http://blogs.msdn.com/oldnewthing/archive/2010/02/09/9960102.aspx

    Ich find’s wiederum erstaunlich, daß Du ein solches Problem erstaunlich findest – ich find’ das wiederum ganz normal. Schließlich ist mir ein Kollege, der mitdenkt, lieber als ein Kollege dem ich immer genau sagen muß, was er als nächstes tun oder lassen soll. “Herr Meier, sie könenn aufhören, den Alarmknopf zu drücken, der Brand ist bereits gelöscht”.

  2. dasuxullebt sagt:

    Ja. Und er hat einen Blog der keine Pingbacks sendet, sein Feed wurde in meinem Reader noch nicht geupgraded, und er hat den Text falsch übersetzt.

    Es ist außerdem frustrierend … immer sind es die Posts, die (anscheinend auch fälschlicherweise) als Rants oder Beleidigungen aufgefasst werden, die große Besucherzahlen verursachen.

  3. Voo sagt:

    Naja dafür das Deutsch nicht seine Muttersprache ist, ist die Übersetzung recht gut, der Sinn wird zumindest meiner Ansicht nach nicht verfälscht.

    Und ich verwende selbst ja sowohl Linux als auch Windows und könnt mir auch für beide OSe leicht nen passendes Skript schreiben, aber wenn ichs mir aussuchen kann, bevorzuge ich doch jederzeit die automatische Lösung (die wenn sie mich stört deaktivieren kann und noch immer nen Skript verwenden kann).

    Ich seh da einfach keine interessante Diskussionsgrundlage. In Linux können sich technisch versierte User nen Skript schreiben, in Windows genauso. Windows hat dazu noch ne automatisierte Lösung, die wenn sie einem stört leicht deaktivierbar ist.

    Also wo ist das Problem?

  4. dasuxullebt sagt:

    Schlecht ist die Übersetzung nicht unbedingt. Aber sie verfälscht den Sinn. “Incredible” – also “Unglaublich” – klingt in diesem Zusammenhang negativ konnotiert. “Erstaunlich” und “Interessant” – die Wörter die ich benutzt habe – klingt neutral. Genau wie der Artikel meiner Meinung nach eindeutig neutral verfasst ist, und sich wenn überhaupt gegen DAU-User ausspricht, denen man das Denken abnehmen muss. Ich verwende grad selber Windows, habe jetzt eine ganze Zeit lang Mac OS X verwendet, dort wird es jetzt so hingestellt als sei ich irgendein Linux-Fanboy. Nunja, Chen brauchte wohl einfach nur ein Beispiel um seine (zugegeben generell nicht unbedingt falsche) Behauptung zu untermauern.

    Ob diese konkrete Funktion unter Windows deaktivierbar ist, nun, das weiß ich nicht, zumindest wohl nicht trivial. Es gibt aber unterschiedliche Freeware mit der man sowas kann, und sicherlich, wenn man sich mit den System Internals auskennt, ist das Ganze auch Skriptierbar. Mich stört es sowieso nicht, ich schalte den Bildschirmschoner – wenn ich ihn grad nicht haben will – einfach aus.

    Wo das Problem ist frage ich mich im Moment eigentlich selber. Ich habe keines. Und ich wüsste auch nicht, wie man in meinen Blogpost ein solches hineinlesen kann.

  5. peterchen sagt:

    So weit vom “Erstaunlich” wie es für deutsche Ohren klingt ist die amerikanische Verwendung von “incredible” nicht.

    Ich hab’ deinen Post nicht als “rant” verstanden, auch wenn der erste Absatz wie eine Einleitung dazu wirkt. Ein nicht des Deutschen mächtiger Leser – ebenso wie einer, der sich nicht soviel Zet nehmen will – wird sich da einfach auf seine Erwartungen verlassen.

    Ich als Window-Entwickler lese aus deinem Eintrag hauptsächlich einen immensen kulturellen Unterschied heraus, der über technischen Lösungen und Möglichkeiten weit hinausgeht. Aber vielleicht sind das ja nur meine Erwartungen.

  6. dasuxullebt sagt:

    Was meinst du mit kulturellen Unterschieden?

  7. peterchen sagt:

    In ganz kurzer Form: Wieviel ist die Zeit des Nutzers wert, welches Verhältnis von Kontrolle zu Automatik bevorzugt der Nutzer, wie gut ist gut genug?

    Am obigen Beispiel: Ich muß keinen Finger rühren – das Feature ist einfach dabei. Ich will nicht jedesmal einen Button drücken müssen. Ein paar Admins werden sicher fluchend nach den Gruppenrichtlinien suchen, auch ist das Feature sicher nicht *perfekt* – aber andererseits für die meisten Nutzer hilfreich – ob sie es nun merken oder nicht.

    Auf der anderen Seite stünde: mit genügend Vorwissen und ein wenig eigener Zeit bekomme ich die für mich perfekte Lösung, und ich bekomme volle Kontrolle, wann der Screensaver angeht und wann nicht.

    Ich hoffe, das ist hinreichend nachvollziehbar.

  8. dasuxullebt sagt:

    Achso. Ja. Ich persönlich habe etwas gegen User, die sich kein bisschen für das dahinterstehende System interessieren, das sie nutzen. Das sag ich auch ganz klar. Man muss nicht alles wissen, aber man sollte einfach eine gewisse Grundahnung haben. Wenn man einen Computer nur als Spielzeug hat, ok, dann seh ich ja vielleicht noch ein dass man keine Ahnung drüber haben will, aber sobald man damit arbeitet. Ich bin der Meinung man sollte sich bis zu einem gewissen Grad hin dafür interessieren wie die eigenen Arbeitsgeräte funktionieren. Wie weit das reicht, nunja, das ist schwer zu sagen. Aber wer im Internet surft und nichtmal weiß was ein Port ist … der ist bei mir schon an der Grenze angekommen.

  9. Voo sagt:

    Ganz deiner Meinung, ich versteh noch immer nicht wie man jemanden an nen PC lässt der netmal in der Lage ist ne einfache pipelined CPU inkl. Memory Subsystem kurz zu skizzieren und etwas auf die Hazzard Detection einzugehen (wenn man das Internet nur verwenden darf wenn man Ports erklären kann, sollte man ja wohl das schaffen, bevor man ne CPU verwendet). Ne gewisse Grundahnung muss einfach vorhanden sein… selbst wenn sie völlig nutzlos ist und man genauso gut auch ohne auskommt.

    Warum genau sollte denn bitte nen durchschnittliche User genügend Wissen besitzen um mit der Linux/Windows API irgendwas anzustellen? Warum sollte er das überhaupt nötig haben?

    Wer könnte obige Aufgabe lösen? 0.0001 Promille aller User? Ach nicht einmal. Aber zum Glück gibts ja Spezialisten die dafür sorgen sollen, dass man damit nicht belästigt wird.
    Das trifft auf die meisten Industrien zu, warum sollte es hier ne Ausnahme geben? Die meisten User haben genügend eigene Probleme und sicher keine Lust sich über irgendwelche “trockenen technischen Details” zu informieren, egal wie interessant es für unsereins sein mag.

  10. dasuxullebt sagt:

    Bei einem Auto muss man auch wissen was die Pedale machen, wo man Benzin reinfüllt und wo und wann man Öl nachfüllen muss.

  11. Voo sagt:

    Die korrekte Analogie zu Internet surfen und Port wäre aber wohl eher Auto fahren – Oktanzahl.

    Es besteht ja wohl kein Zweifel, dass man sein komplettes Leben im Internet surfen kann ohne ein einziges Mal sich um nen Port kümmern zu müssen – Auto fahren ohne zu wissen wie man nachtankt wird dagegen schon schwerer.
    Dementsprechend sollte ein User der im Internet surft auch nen Grundverständnis über Phishing, Trojaner und Co haben, denn das hat nen praktischen Nutzen für ihn, aber für was man Ports braucht? Was solls.

  12. dasuxullebt sagt:

    Hm. Also ich finde Ports gehören eher in die Ecke von Dateinamenserweiterungen – ebenfalls etwas, worüber man zumindest rudimentär bescheid wissen sollte. Ich finde es zum Beispiel schlimm dass defaultmäßig Dateinamenserweiterungen in Windows und Mac OS X ausgeblendet werden. Das sieht vielleicht etwas schöner aus, aber es erzeugt zusätzliche Probleme – anders müsste der User sich einfach kurz damit auseinandersetzen dass eben “.exe” irgendwie nichts ist was man anklickt. Und Ports sind jetzt auch nichts so kompliziertes, und es kann durchaus vorteilhaft sein, zu wissen, dass ein Programm, das auf einen falschen Port zugreift, etwas tut, was es nicht soll.

    Freilich gibt es hier Grenzen. Ich verlange nicht dass jemand weiß was genau HTTP ist, oder HTML, oder was mimetypes sind. Oder dass jemand versteht was ich gegen Flash habe. Und wie ich schon sagte: Ich habe nur etwas gegen user die sich kein bisschen interessieren. Wer sich mit Phishing, Trojanern und Co auseinandersetzt, fällt schon mal nicht in diese Kategorie (und wird wohl früher oder später auf Ports stoßen).

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