Peter Singer, Jim Mason: Eating – Versuch einer Rezension

Es ist kaum zu glauben… so ein diches Buch habe ich schon lange nicht mehr komplett durchgelesen… „Eating“ von Peter Singer und Jim Mason (von Letzterem weiß ich sonst nichts, ich Ungebildeter). Peter Singer kenne ich sogar schon aus dem Religionsunterricht, er scheint sehr umstritten aber auch sehr wichtig zu sein. Er hat viele radikale Meinungen, aber letztlich sind alle Meinungen nachvollziehbar und Logisch – das heißt für mich, ich teile nicht alle seine Ansichten, von denen ich bisher gehört habe, aber ich kann sie alle nachvollziehen, und finde es eigentlich gut, dass es einen Menschen gibt, der nachvollziehbar argumentiert, auch bei philosophischen Themen.

In genanntem Buch wird auf verschiedene Aspekte des Essens eingegangen. Gleich am Anfang wird klargestellt, dass es sich nicht um eine Ernährungsberatung für gesunde Ernährung handeln soll. Danach werden drei Familien vorgestellt, mit verschiedenen Essgewohnheiten, als da wären „The Standard American Diet“ (die normalen amerikanischen Ernährungsgewohnheiten), „The conscientious omnivores“ (die gewissenhaften Allesfresser), „The Vegans“ (die Veganer). Dann wird darauf näher eingegangen, und die Ursprünge der verschiedenen Lebensmittel werden verfolgt, man erfährt einiges über Formen der Intensivtierhaltung und Massenproduktion, über Bio-Produkte und deren Vor- und Nachteilen, Fairtrade, über andere Formen der Ernährung, z.B. die lokavore Ernährung, und – was ich besonders interessant fand, weil es mir neu war – den Freeganismus, alles wird von mehreren Seiten begutachtet, die Autoren nennen zwar ihre Meinung, aber sie lassen genügend Raum, um sich seine eigene Meinung zu bilden – gerade das finde ich erstaunlich, ob Umweltverschmutzung, Tierquälerei durch Massentierhaltung, Kontroversen über die Leidensfähigkeit von Tieren, das Buch versucht immer, beide Seiten zu sehen. Erst am Ende geben die Autoren klar ihre Meinung preis.

Es wird auch darauf eingegangen, dass viele normale Leute sich bestimmte teuerere Produkte nicht leisten können, obwohl sie ethisch korrekter wären. Es wird nicht nur auf Tierschutz und Tierrechte gezielt, sondern auch z.B. auf Arbeiterrechte und Entlohnung, und Umweltverschmutzung, nicht nur durch Abgase, sondern auch durch Fäkalien von Tieren.

Im Grunde ist vieles aus diesem Buch nichts komplett neues für mich, und dementsprechend vermutlich auch nicht für die meisten anderen Leute, aber wie weitreichend die Konsequenzen der Entscheidung, welche Nahrungsmittel man zu sich nimmt, sein können, hat mich teilweise wirklich schockiert.

Etwas schade – aber verständlich – ist, dass viele Informationen sich auf die USA beziehen.

Ich finde das Buch sehr empfehlenswert, auch für Leute, die nicht ihre Ernährung radikal umstellen wollen, sondern vielleicht nur interessiert sind, woher ihr Essen kommt.

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