Jesuskälbchen

„Allein in Bayern starben in den letzten Monaten über 90 Kälber“ – soweit finde ich es eigentlich garnicht überraschend, was man in diesem Artikel lesen kann, wenn überhaupt, dann finde ich es überraschend, dass es so wenige sind. Wo doch Kalbfleisch „allgemein zarter und heller“ ist als normales Rindfleisch, und der Fleischhunger höherer Primaten in diesem Sinne freilich auch vor dem Ermorden von Kindern keinen Halt machen kann, denn der Genuss eines seiner Artgenossen ist zweifelsfrei wichtiger als das Leben beliebig vieler junger andersartiger.

Dementsprechend ist es auch besonders schlimm, was in diesem Artikel steht, wenn man sich die weiteren Informationen durchliest.

„Die Symptome sind erschreckend. Urplötzlich sickert Blut aus unverletzter Haut oder Körperöffnungen eines wenige Wochen alten Kälbchens. Auch unter der Haut breiten sich die plötzlichen Blutungen aus.“

Wie können sich diese Viecher nur erdreisten, ihr kostbares Blut zu verlieren! Die „Jesuskälbchen“ – wie sie dem Artikel nach viele Bauern nennen – haben viel zu wertvolles Blut, als dass sie es einfach so verlieren dürfen. Wenn man nur bedenkt, was man alles aus deren Blut hätte machen können, angefangen von der Blutwurst, bis hin zur biologisch abbaubaren Fassadenfarbe. Diese Schmarotzer!

„Einige Bauern berichteten, dass es nach dem Einzug der Ohrmarke oder nach einer Injektion gar nicht mehr aufhörte nachzubluten.“

Echt mal hey! So eine schlimme Krankheit. Jetzt kann man den Viechern nicht mal mehr Manschetten durchs Ohr treiben, ohne dass sie Blut verlieren. Damit passen die Tiere ja garnicht mehr in unser bürokratisches System. Die verheerenden Folgen sind nicht abzusehen.

Das Ganze geht schon so weit, dass man Schlachtvieh in Tierkliniken liefern muss.

„Zehn Prozent der bei uns eingelieferten Kälber haben nach intensiver Behandlung und Blutübertragungen überlebt.“

Puh. Immerhin: Zehn Prozent davon können wir noch mästen und fressen. Und bestimmt wird man bald mehr wissen, und noch mehr Tiere kostengünstiger heilen können. Wir müssen also auch in Zukunft nicht auf delikates Kalbfleisch verzichten. Der Tag ist gerettet.

2 Antworten zu Jesuskälbchen

  1. Sören sagt:

    Am besten ist man sie roh. Dafür sind wir ja geboren.

  2. dasuxullebt sagt:

    Ja. Mit Haut und Haaren zerhexeln und die Pampe direkt essen. Dann kann man dem Brei auch andere Sachen untermischen, und keiner Merkts. Gammelfleischskandale gäbe es dann trivialerweise nicht mehr.

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