Eine Facette des Dilemmas mit dem Web und freier Software

Ich weiß echt nicht mehr was ich dazu sagen soll: Heute installier ich mir so mplayer… Um mir ein Video anzuschaun… Eingebettet in einer HTML-Seite. Eigentlich den hässlichen Flash-Applikationen vorzuziehen. Gut, QuickTime-Format, aber damit hat der MPlayer normalerweise keine Probleme. Und wenn doch, und er mir das per Fehlermeldung mitgeteilt hätte, ich wäre ja zufrieden.

Aber seit Langem ist es jetzt schon so, dass man beim mplayer- und vlc-browser-plugin (Letzteres liefert einem dann auch noch schön seine Sicherheitslecks) eigentlich anfangs nur ewig lang ein schwarzes Viereck sieht, manchmal freundlicherweise mit der Aufschrift „Video is Loading“ oder Ähnlichem, und selten öffnet sich dann sogar mal ein Fenster (also nix mit Einbettung) das das Video am Ende auch abspielen kann.

Sowohl VLC als auch der MPlayer sind gute, ausgereifte Software, soweit ich das sehe, und soweit es im freien Softwarespektrum geht – dass sie Probleme mit verschiedenen proprietären Codecs haben, kann ich ja verstehen – vieles davon sind eh nur Hacks von irgendwelchen Windows-DLLs, etc., soweit ich weiß. Aber ich sag es mal so: Alles, was ich in letzter Zeit damit abspielen wollte, konnte mplayer auch abspielen – sogar gestreamt – wenn ich ihn in der Kommandozeile aufgerufen habe mit Dateiname oder URL.

Aber wenn mans dann in eine Seite einbettet, geht nichts. Ich frage mich – warum ist das so? Ich meine, wie schwer ist es denn – im Vergleich zu dem Ganzen Zeug, das sowieso schon implementiert werden musste für mplayer – eine kleine minimalgui in das plugin einzubauen, mit gescheiter cache-anzeige und navigation, und das Ganze im Browserfenster? Oder wenigstens einen direkten Download-Button.

Mich nervt das so tierisch. Alles mögliche kann man damit machen – wirklich, es gibt leute, die ziehen MPlayer und vor Allem MEncoder (gehört ja beides direkt zusammen) bisweilen einem GUI-Videoschnittprogramm vor, selbst in der Windows- und Mac-Welt – was durchaus verständlich ist, manches geht einfach per shell besser (wundert mich eh dass kommerzielle Videoschnittprogramme sowas nicht integriert haben) – aber die Anzeige im Browser klappt nicht, und bringt bisweilen sogar Firefox oder Epiphany zum abkacken.

Ja mei, es ist freie Software, also habe ich das getan, was man als User macht: Ich habe mich über die Infrastruktur schlaugemacht. Ich meine, schlussendlich – irgendetwas, das besser ist, als dass das Video garnicht abgespielt wird, könnte ja vielleicht sogar ein Unwissender wie ich hinhacken, nachdem ja mplayer ansonsten sehr flexibel ist. Also schau ich mir die NSPluginAPI an. Nicht nur, dass man da fast keine Dokumentationen im Netz findet, bzw. die die man findet nur schlecht sind – nein, die API ist auch noch sehr kompliziert, zumindest kam sie mir so vor, und erlaubt kein induktives Programmieren – soll heißen, man muss das Ding erstmal mehr oder weniger ganz fertig haben, bevor man es testen kann. Ich frage mich ernsthaft, warum die API so kompliziert ist, die hälfte der Funktionen nutzt sicherlich kaum ein Plugin. Aber was solls.

Ok, ich muss gestehen, ich habe keine Lust, so ein Plugin zu schreiben. Aber es ist ja ein Fakt dass es bereits ein solches Plugin gibt, und dass es manchmal funktioniert. Die Teile die es braucht um zu funktionieren müssten also eigentlich alle da sein. Es findet sich vermutlich nur niemand, der sie zusammensetzt. Was wahrscheinlich wiederum daran liegt, dass keiner der Leute, die an mplayer programmieren, daran großes Interesse hat.

Andererseits kann ich guten Gewissens sagen, ich programmiere dieses Ding nicht fertig – ich müsste mich in das ganze Projekt einarbeiten, was sicherlich einige Monate dauert, die Leute die schon im Projekt drin sind müssten sich vermutlich nur mal ein Wochenende Zeit nehmen.

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