„Schnecken“ – Ein Gedicht

W00tage, ich hab mein altes Gedichtheft gefunden, das ich in der Oberstufe damals in der Schule gemacht habe. Nun, die Gedichte sind alle nicht so wie ich sie heute schreiben würde, einige Dinge waren nicht so ausgereift. Vieles davon ist Quasi-Blödsinn, ich habe mich damals am Dadaismus versucht. Den meisten Menschen dürften sie nicht unbedingt gefallen. Trotzdem gefallen sie mir.

Hier mal ein Gedicht das ich als Halb-Dadaistisch bezeichnen würde. Erstmal kurz zur Vorgeschichte. Damals, als ich noch mit einem 56k-Modem die teuere Zeit im Internet sparsam einteilen musste, und noch nichts von antispeziesistischen Tierrechtsbewegungen wusste, hatte ich bereits eine eher antispeziesistische Einstellung, und stand damit ziemlich alleine da. Der Gipfel war, als mir ein Lehrer (den ich ansonsten – gerade im Nachhinein – sehr schätze, aber das war ein kompletter Fehlgriff) quasidiktatorisch mit Nachdruck sagte „es gibt einen Ethischen unterschied zwischen Tier und Mensch“ – die Betonung lag auf „gibt“ – denn ich habe solche Argumentationen nie wirklich akzeptiert. Das folgende Gedicht zeigt ein wenig meine damaligen Eindrücke von der Argumentationsqualität solcher Diskussionen:

Schnecken

Beschäftigen wir uns mit Schnecken
stellen sich uns viele Fragen. Die Eine
bei ihr bleiben wir stehen
sie ist so schwer wie keine
Sie lautet „was unterscheidet die Schnecke vom Tier?“
Sie ist nicht so einfach, sag‘ ich Dir.

Schnecken können am Boden kriechen und eine Schleimspur hinterlassen
Nenn‘ mir ein Tier das dies vermag.
Nein, es ist eine Gabe, die nur Schnecken haben.
Deshalb sind Schnecken keine Tiere.
Denn kein tier vermag es, am Boden zu kriechen und eine Schleimspur zu hinterlassen.
Das ist es, was das Tier von der Schnecke unterscheidet.
Kein Tier kann so wertvoll sein wie eine Schnecke,
denn die Schnecke kann am Boden kriechen und eine Schleimspur hinterlassen.
Du kannst tausend Katzen töten, um eine Schnecke zu retten.
Denn Katzen vermögen es nicht, am Boden zu kriechen, und eine Schleimspur
zu hinterlassen. Deshalb sind Katzen auch Tiere, aber Schnecken sind keine Tiere,
denn sie haben die Gabe, auf dem Boden zu kriechen,
und dabei eine Schleimspur zu hinterlassen.
Alle Tiere sind den Schnecken untertan.
Nur die Schnecken sind erwähnenswert. Nur sie müssen gefragt werden.
Denn Schnecken sind keine Tiere,
denn sie können am Boden kriechen, und dabei eine Schleimspur hinterlassen.
Niemals.
Nein.
Schnecken sind keine Tiere.

3 Antworten zu „Schnecken“ – Ein Gedicht

  1. Soern sagt:

    Finde dein Gedicht sehr interessant und wollte einfach mal mitziehen und hab ein altes Gedicht ausgekramt. Hat zwar wenig mit Schnecken und Tieren zu tun ist aber ganz interessant.

    schlecht steht es um die heutige gesellschaft
    umso mehr freuen wir uns
    die leute wissen einfach nicht
    bei uns wird es ihnen gut gehen

    die arbeitslosigkeit nimmt zu
    und. was machen sie so?
    es wird schwerer arbeit und beruf zu trennen
    verstehe. sie machen eine schwierige phase durch?

    jeder denkt an sein wohl
    besser können sie es ja gar nicht treffen
    was wird wohl sein?
    wir wollen nur ihr bestes.

    bitte unterschreiben sie hier

    Vorhin hat mir noch mein Bruder einen Link mit dem Gedicht aus seiner Abiturprüfung geschickt, die er vorhin erst geschrieben hat. Kannte ich zwar nicht, fand ich aber wirklich interessant und gut geschrieben:

    http://www.lyrikline.org/index.php?id=162&author=he00&show=Poems&poemId=343&cHash=cb680c0fe9

  2. Soern sagt:

    Sorry… bin wohl grad ein bissel neben der Spur und hab mich am Wort „interessant“ festgebissen *g*. Bitte dieses durch Synonyme ersetze.

  3. I do accept as true with all the ideas you’ve introduced on your post. They’re very convincing and will definitely work.
    Nonetheless, the posts are very quick for novices. Could you please prolong them a little from subsequent time?

    Thank you for the post.

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