Frustblogging #6: X11 und X-Forwarding

NX ist ein sehr guter Dienst zur Kompression für schnelles X-Forwarding über Internetverbindungen. Dabei ist der Flaschenhals der Internetverbindungen meines Wissens meistens garnicht unbedingt der Traffic, sondern eher die hohe Latenzzeit, im Vergleich zu lokalen Netzwerken.

Da ich an relativ vielen Computern arbeite, und nicht überall immer alle Software die ich brauche um zum Beispiel meine Hausaufgaben zu machen, zum Laufen bringen kann, ist NX damit eine sehr gute Alternative, die ich sogar zeitweise schon recht gut über GPRS zum Laufen brachte, also eigentlich fast immer Verfügbar ist – meine Universität stellt Studenten freundlicherweise einen NX-Server zur Verfügung.

Nun funktioniert dieser NX-Server leider aus irgendeinem Grund nicht mit dem freien Client QTNX. Also muss man den offiziellen NX-Client nehmen. Dieser hat seit geraumer Zeit einen bekannten Bug, nämlich werden bestimmte Keys falsch gemapped, wenn man mit einer bestimmten Xorg-Version arbeitet. Und auch wenn auf der Seite etwas anderes steht – ich habe die neueste Version des Clients installiert, der Fehler besteht bei mir immernoch.

Nungut, unter meinem Debian-Rechner habe ich dafür bisher immer den empfohlenen Workaround genutzt. Lustigerweise schrottet mir Debian regelmäßig meine Xorg-Konfiguration (sowei weitere angepassten Konfigurationen) ungefragt. Irgendwie verlässt mich langsam die Lust, die Sachen immer wieder anzupassen. Vor Allem da es sich um einen bekannten Bug handelt.

Auf meinem Laptop benutze ich daher bereits Ubuntu Jaunty. Und aus anderen Gründen. Debian wird einfach immer unattraktiver. Die Stable-Version hat zu alte Treiber und generell zu alte Software. Die Testing-Version hat alle möglichen Softwarepakete nicht, die zwar sowohl in Unstable als auch in Stable sind, aber eben nicht in Testing. Und Unstable geht zwar einigermaßen, aber schrottet einem immer wieder die Konfiguration. Vor Allem ändern manche Pakete ständig ihre Standardkonfiguration, zum Beispiel der Treiber für Synaptics Touchpads, was mich nervt (und wovon ich den Grund auch in keiner Weise verständlich finde).

Jedenfalls… Angeblich soll der Bug unter Jaunty nicht auftreten – nun, ich habe eine ziemliche Standardinstallation von Jaunty, insb. an Xorg selbst nichts verändert, trotzdem bestand der Bug immernoch. Mei, was solls. Also workaround in die Xorg.conf geschrieben. Daraufhin wurde mein Touchpad teilweise ignoriert. Auch meine persönlich danach vorgenommene Konfiguration des Touchpads wurde ignoriert. Also fällt das schon mal Flach.

Dann, so dachte ich, könne ich vielleicht Xnest oder Xephyr benutzen. Aber wo dachte ich nur hin, weit gefehlt. Nein, wenn schon NX nicht funktioniert, wieso sollte denn dann Xnest oder Xephyr richtig funktionieren – das geht doch nicht! Sie haben das gleiche Problem, nur dass ich bisher keinen Bugreport dazu fand. Das ist natürlich auch kein Bug, das ist ein Feature. Was wäre das denn für Software, wenn man sie produktiv ohne Gefrickel nutzen könnte?

Nun, das letzte woran ich mich dann noch als Alternative erinnern konnte, wovon ich relativ sicher bin dass es ginge, weil es wohl nicht ganz so lowlevel arbeitet, ist WeirdX, der Java-X-Server. Ich kann mich erinnern, dass er relativ gut funktioniert hat. Den Versuch war es wert. Also – installieren.

Coolerweise hat der sich inzwischen auch so wundervoll verkompliziert dass ich es nichtmal mehr schaffe ein XTerm darin zu starten, wegen Bereichtigungskrimskrams.

Ich finde es immer wieder cool, wie man einfach funktionierende Software ohne Grund verhunzen kann.

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