Frustblogging #7: Wikipedia

So. Jetzt reicht es endgültig. Ich habe ja schon öfters mit Wikipedia gehadert, aber diesmal ist es wirklich genug. Ich werde nie wieder etwas in die Wikipedia schreiben!

Gestern schrub ich an einem Artikel in der Wikipedia herum. Nutzte sogar brav einen ref-Tag, um eine Informationsquelle anzugeben. Nun, erstmal bekam ich die Fehlermeldung, dass man bei einem ref-Tag auch immer einen references-Tag benötigt. Mei, dachte ich, dann füge ich halt einen solchen ein. Außerdem habe ich die Quelle unten in die Quellenangaben reingeschrieben.

Als ich das tat, bekam ich die Fehlermeldung, dass ich einen neuen Link in den Artikel eingefügt hätte, und deshalb ein Captcha beantworten muss. Also beantwortete ich dieses Captcha – ein paar mal, da es ziemlich unleserlich war, vor Allem konnte man i und l kaum unterscheiden.

Dann bekam ich die Fehlermeldung dass ich keine Quellen angegeben hätte, und deshalb meinen Artikel nicht veröffentlichen könnte. Denn das tolle PHP-Script hat das Feld mit der Quellenangabe wieder gelöscht. Also habe ich die Quellenangabe reingeschrieben, und wieder gesendet.

Dann bekam ich wieder eine Fehlermeldung, ich hätte einen neuen Link eingefügt, und müsste deshalb ein Captcha beantworten (wieder war das Quellenfeld leer). Also tat ich das. Diesmal war ich sauer, und brachte das – neben der Quellenangabe in dem Textfeld zur Zusammenfassung – auch unmissverständlich zum Ausdruck.

Jeder etwas unerfahrenere Surfer wäre dazu bereits wenn nicht zu faul dann doch auf jeden Fall zu verunsichert gewesen. Nun, jetzt ist der Artikel gesendet worden. Veröffentlicht wurde er aber nur unter einem Tag „Entwurf“ – denn er muss erst von irgendwem kritisch beäugt werden, um als normaler Artikel freigeschaltet zu werden. Bis jetzt hat das niemand getan. Es ist immernoch ein Entwurf. Es gibt keine Kommentare oder Diskussionsbeiträge dazu.

Überhaupt hatte ich ja öfters Probleme, und auch andere Leute hatten die bereits, beim Anlegen neuer Artikel, von Wegen Relevanz, der Unterstellung von Werbung, hineinkorrigierter Grammatikfehler, etc.

Und sowas schimpft sich „freie Enzyklopädie“. Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird beides Verlieren, so die auch hier passenden Worte von Benjamin Franklin. Bestimmt werden die irgendwann anfangen, von den vielen Spenden die sie haben Wissenschaftler zu bezahlen, ihnen ihre Artikel zu schreiben.

Ich weiß, ich verlinke selbst häufig auf Wikipedia. Das mache ich, um es einfacher zu machen, unbekannte Begriffe zu suchen (zumal das erste Suchergebnis dazu meistens ohnehin ein Wikipedia-Artikel ist). Bisher gibt es noch keine sinnvolle Alternative zur Wikipedia. Ich hoffe aber, dass es die irgendwann mal gibt!

Die Wikipedia ist jedenfalls nicht mehr frei. Sie stellt ihre Artikel unter freie Lizenzen, ok, das könnte jedes Unternehmen aber genausogut tun, das sich werbefinanziert oder einfach nur Publicity will. Wikipedia ist meiner Meinung nach inzwischen irgendetwas zwischen einer repressiven Demokratie oder einer liberalen Diktatur.

Eine Antwort zu Frustblogging #7: Wikipedia

  1. Soern sagt:

    Aristoteles sagte: Wer die Sicherheit der Freiheit vorzieht, macht sich selbst zum Sklaven.

    Apropos: Unicode Hakenkreuz. Ein Kollege erzählte mir heute, dass Hakenkreuze an sich nicht verboten sein. Man sieht sie ja immerhin in historischen Dokumentationen. Nur Hakenkreuze als Mittel zur politischen Meinungsbildung sind verboten. Also sowohl dafür als auch dagegen. Weswegen das Verbotszeichen mit dem Hakenkreuz auch nicht erlaubt ist.
    Kann das nicht weiter beurteilen oder sagen, ob es stimmt.

    Gruß

    Sören

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