Piusbruderschaft vergleicht Kampf gegen Schwule mit Kampf gegen Nazis

Grade gelesen: Die Piusbruderschaft vergleicht ihren Kampf gegen Homosexualität mit dem Kampf der Katholiken gegen das NS-Regime.

Nun, so blöd ich das auch finde, so denke ich immernoch, jeder hat ein Recht auf seine Meinung. Noch vor Dreißig Jahren hätte wohl jeder bekanntere Politiker das, was sie sagen, für richtig gehalten. Heute schlägt Volker Beck vor, sie vom Verfassungsschutz kontrollieren zu lassen, und es ergeht Strafanzeige von den Veranstaltern des CSD. In dem oben verlinkten Artikel wird der Aufruf der Piusbruderschaft zitiert:

„Stellt euch auf die Straßen und ruft: ‚Wir wollen nicht, dass unsere Heimat ein Sodom und Gomorrha wird!'“

Es ist ein Aufruf zu einer Gegendemonstration. Ich weiß nicht, wie Volksverhetzung juristisch definiert ist, aber ich finde es höchst seltsam. Gäbe es den gleichen Aufmarsch gegen eine Demonstration Pädophiler oder Nazis, würde kaum ein Politiker den Verfassungsschutz einschalten, oder von Volksverhetzung reden.

Und hier ist genau mein Problem mit der Moral – sie ist irgendwie so beliebig geworden. Innerhalb von dreißig Jahren kann aus einer hochangesehenen Vereinigung eine Vereinigung werden die als Gefährdend vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Dass die Auffassung der Piusbruderschaft nicht meinen Moralvorstellungen entspricht, spielt dabei erstmal keine Rolle. Denn es kann genausogut sein, dass die Entwicklung irgendwann in eine Richtung geht, die wirklich nicht meinen Moralvorstellungen entspricht. Wer weiß, ob es nicht irgendwann zum Beispiel verboten wird, sich offen gegen den Fleischverzehr zu stellen, weil man genug Leute davon überzeugt, dass uns diese Haltung gefährdet. Ich sehe darin eine Gefahr für die Freiheit.

Der Verfassungsschutz sollte wirklich nur im äußersten Gefahrenfall eingesetzt werden meiner Meinung nach. Und das Verbot solcher Organisationen bringt sowieso nichts. Es wird immer einen kleinen Prozentsatz geben, der irgendetwas dämliches denkt. Wichtig ist, dass der Großteil etwas anderes denkt – dazu bräuchte man natürlich erstmal ein sinnvolles Bildungssystem, und etwas mehr Anreiz, auch wirklich zu lernen.

Nunja. Und zum Thema CSD: Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser zum Verständnis oder zu mehr Toleranz oder Akzeptanz führt. Denn im Grunde zeigt er den Gegnern genau das was sie sehen wollen: Verrückte. Ein seriöser Aufmarsch in Anzug und Fliege ohne Laszive Gesten würde sicherlich mehr Akzeptanz in der Bevölkerung hervorrufen.

Und btw: Da steht auch der Zentralrat der Juden will vom Vatikan eine Stellungnahme. Was hat der denn mit der ganzen Sache zu tun? Warum mischt der sich da überhaupt ein?

Und als kleine Nebenbemerkung: Wenn der katholische Widerstand gegen den CSD so erfolgreich wird wie der katholische Widerstand gegen die Nazis, haben die CSD’ler ja eh nichts zu befürchten ;-) .

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