Fragen zur Intelligenz von PC-Nutzern

Ich bin momentan noch Linux-Nutzer. Bald werde ich wohl teilweise auf Mac OS X umsteigen. Windows … nunja, Windows nutze ich hauptsächlich zu Portierungszwecken und wenn irgendein Spiel nicht auf Wine läuft.

Aber darum soll es mir garnicht gehen. Es gibt durchaus erfahrene Nutzer, die Windows vorziehen, da es schlichtweg eine gute Treiberunterstützung hat und einem einige Arbeit abnimmt. Gleiches für Mac, oder kommerzielle Linux-Varianten.

Unerfahrene Nutzer, vor Allem die, die nichts daran ändern wollen, setzen vermutlich hauptsächlich auf Windows. Nun, das finde ich nicht unbedingt optimal, aber was solls.

Aber wenn ich sowas lese, frage ich mich: Ist denn die Dummheit solcher unerfahrenen Nutzer noch durch irgendetwas anderes nach oben beschränkt, als deren Prozessorgeschwindigkeit? „TweetMyPC“ heißt die Software, die dort als „genial“ angepriesen wird, und ist im Grunde nichts anderes, als eine abgespeckte Remoteshell, die über Twitter und GMail läuft. Herunterfahren, Suspenden und sogar Links herunterladen soll man damit per Twitter können, und – wow – man kann sogar zusätzliche Befehle hinzufügen.

Wozu man das brauchen kann? Der Basic-Thinking-Blog hat die Antwort:

„Angenommen, ihr seid in der Schule / in der Uni / auf der Arbeit und stellt mit Schrecken fest, dass ihr vergessen habt, den Rechner auszuschalten und die Mutti / der Mitbewohner / die Frau könnte die Gunst der Stunde nutzen, um mal einen Blick in den “PRIVAT”-Ordner auf dem Desktop zu werfen.“

Und das Ganze ist natürlich absolut sicher, denn Twitter hat ja die Möglichkeit, seine Tweets zu verstecken. Gut, die Tweets werden zwar unverschlüsselt an Twitter gesendet, und vermutlich wird von den meisten Nutzern nichtmal die minimale Signierungsfähigkeit der eigenen Tweets benutzt, aber das ist ja egal. Der Windoof-Nutzer will nur, dass es funktioniert. Für Sicherheitslücken findet man dann schon einen Verantwortlichen.

Dass der Admin der Schule / des Arbeitsplatzes damit wenn er will die Befehle abfangen und bearbeiten kann, oder der Nachbar, der herausfindet, dass man selbst ein offenes W-Lan betreibt, weil man zu faul ist, es sicherheitsaktiv zu machen (soll es ja geben), ist ebenfalls egal – man vertraut ja naturgemäß der gesamten Nachbarschaft und den Schulnetzadmins mehr als seiner Mutter bzw. Ehefrau.

Tja, und wie alle geniale Software gibt es natürlich auch diese nur für Windows. Unter Linux kuckt man in die Röhre. Unter Linux hat man zwar SSH, damit kann man beliebige Befehle ausführen, kann grafische Benutzeroberflächen durch das Netzwerk anzeigen lassen, kann Netzwerkverbindungen tunneln, nutzt starke, moderne Verschlüsselung, die selbst durch offene W-Lans noch sicher ist, aaaber dafür benutzt SSH nicht Twitter, und man muss eine Shell öffnen um eine Verbindung zu erzeugen. Und es produziert nicht achtmal soviel Traffic wie notwendig – ich meine wozu hat man dann sein DSL 16000…

Nunja, zurück zur Ernsthaftigkeit: Warum benutzt dieses Ding überhaupt Twitter, angeblich kann man einige „Zusatzfeatures“ nutzen mit einem GMail-Konto. Warum verwendet es dann nicht gleich Google Talk als Remoteshell? Da kann man wenigstens verschlüsselt Befehle senden. Sicherheitstechnisch immernoch eine Katastrophe, aber wenigstens ein wenig besser.

An sich spricht auch nichts dagegen, eine RemoteShell durch Chat-Protokolle wie ICQ oder Jabber zu tunneln – sofern man die Messages die man selbst sendet, schon verschlüsselt sendet. Nunja, es ist auch nicht optimal, erzeugt viel Overhead, aber das ist ja heutzutage kein Kriterium mehr.

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