Geistesblitz zum Wahlkampf

Ich hatte gerade einen interessanten Geistesblitz. Er ist aber nicht wirklich durchdacht.

Die meisten Leute (mich eingeschlossen) regt Wahlkampf ja auf. Jene Zeit, in der alle vergangenen Fehler geleugnet werden, und das Blaue vom Himmel versprochen wird. Es sind jene zwei Monate, in denen die Politik im Grunde genau das tut, was sie eigentlich immer tun sollte, nämlich mit politischen Ideen zu punkten versuchen, und sich um die Belange der Bürger zu kümmern, nur leider in dieser Zeit viel zu schnell und unüberlegt, und inzwischen oft übertrieben populistisch.

Woran das nun liegt, nunja, das weiß ich nicht. Ist im Grunde auch egal, aber selbst Politiker scheinen sich teilweise einig zu sein, dass die Wahlkampfzeit besonders stressig und eher wenig Produktiv ist, zumindest hatte ich bei einigen Aussagen den Eindruck.

Die Frage ist nun, inwieweit man Wahlkampf vermeiden könnte. Klar, man könnte ein parteiübergreifendes Abkommen schließen, um ihn zumindest zu mildern. Aber wie das bei solchen Abkommen immer ist – selbst wenn sich nur eine Kleinstpartei nicht daran hält, hätten alle anderen Parteien einen Nachteil.

Nunja, Wahlkampf entsteht doch, wenn ich das mal mit meinem laienhaften Verstand zu analysieren versuchen darf, dadurch, dass Parteien ihre Kräfte auf die Zeit um den Wahltermin konzentrieren, da sie dort am effizientesten ihre wichtigste Ressource – die Wählerstimmen – bekommen kann. Und da die meisten Wähler schlichtweg sehr vergesslich und wankelmütig sind, und sich – wie man immer wieder hört – meistens in letzter Sekunde entscheiden, wen sie wählen, ist diese Taktik die beste.

Nun ist es aber nicht so, dass solche Probleme auf die Politik beschränkt sind. Ein ziemlich einfaches Beispiel findet man bereits in der Schule. Schüler konzentrieren ihre Lernarbeit auf die Termine, in denen Prüfungen angekündigt sind. Schreibt man also nur Abschlussklausuren, so lernen die meisten Schüler das ganze Jahr lang kaum, und dann am Ende des Jahres kurzzeitig sehr lange. Das ist natürlich letztlich eine sehr ineffiziente Art des Lernens, die man verhindern will. Das Schulsystem hat dafür eine ziemlich einfache Lösung: Die Prüfungen werden nicht angekündigt.

Dieses Modell könnte man doch sicher auch auf die Politik anwenden. Wie wäre es denn, wenn man den Wahltermin zufällig auswählt. Und nicht weit vorher ankündigt. Sicherlich, eine kurze Ankündigungsphase lässt sich rein logistisch nicht vermeiden. Es muss ja nicht gleich die ganze Bundestagswahl sein. Man könnte ja bestimmte andere Vor- und Nachteile mit kleinen Zwischenwahlen verknüpfen.

Dann hätten Parteien durchweg eine Motivation sich politisch um die Wähler zu bemühen. Ein utopischer Vorschlag. Die Realisierbarkeit ist durchaus anzweifelbar. Ist auch nur ein undurchdachter Geistesblitz.

2 Antworten zu Geistesblitz zum Wahlkampf

  1. Man könnte natürlich grundsätzlich die Frequenz der Wahlen stark erhöhen, z.B. eine Wahl jedes halbe Jahr. Das hätte den Vorteil, daß sich die Parteien, besonders die in der Regierung, stets bemühen müßten, es sich mit den Wählern nicht allzu sehr zu verscherzen.

    Ein Nachteil wäre freilich, daß sich die Machtverhältnisse im Parlament so häufig massiv ändern könnten, daß ein vernünftiges Arbeiten der Regierung nicht mehr möglich wäre. Allerdings könnte man diesem Effekt dann wieder entgegentreten, indem man sich an den Senatswahlen in den USA orientiert und immer nur, sagen wir, ein Viertel des Parlaments wählt.

    Das ist allerdings nur eine sehr grobe Idee, und darüber, ob sie überhaupt mit einer Parteien- im Gegensatz zu einer Personenwahl sinnvoll vereinbar ist, habe ich noch nicht nachgedacht.

  2. dasuxullebt sagt:

    Nun, wie gesagt, deshalb die Idee mit dem zufälligen Wahltermin. Man kann nicht immer jedes halbe Jahr wählen – es muss nur jedes halbe Jahr die Gefahr bestehen, dass Wahlen stattfinden. Bzw. sonst immer. Man müsste es eben so gestalten, dass statistisch Legislaturperioden zwar nur ein halbes Jahr halten können, aber das eben nicht so häufig vorkommt.

    Aber ja, die Idee, einen Teil des Parlaments öfters zu wählen, ist sicherlich nicht schlecht. Wobei das vermutlich den Nachteil entwickelt, dass Parteien sich letztendlich von unliebsamen Abgeordneten schneller trennen, wenn sie gerade zufällig unter dieses Viertel fallen.

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