Mehrheit im Bundesrat

Mon, 28 Sep 2009 00:53:25 +0000

Schwarzgelb hat Bundesratsmehrheit deutlich verfehlt! Doch sei es jetzt Inkompetenz oder Vorsatz: Die Presse will den Bürgern etwas anderes vorgaukeln und berichtet von einer Mehrheit! 37 von 69 Sitzen werden Schwarzgelb an verschiedenen Stellen zugeschrieben! (Beispiele: Welt, ZDF, Wiener Zeitung und Financial Times Deutschland).

Nachdem ich es jetzt schon mehrmals gelesen habe, muß ich vehement widersprechen: Nein, Schwarz-Gelb hat keine Mehrheit im Bundesrat. Selbst wenn sie (was von vornherein so gut wie ausgeschlossen war), in Brandenburg auch gewonnen hätten. Nein. Es ist wahr, Schwarzgelb hat momentan 33 von 69 Sitzen im Bundesrat, Schleswig-Holstein entsendet 4. Wenn man jetzt nicht nachdenkt und zusammenzählt, macht das 37, eine Mehrheit. Aber: Bis die Regierung in Schleswig-Holstein zusammengetreten ist, haben sich sowohl in Thüringen, wie auch im Saarland neue Regierungen gebildet. Es ist zwar noch nicht ganz sicher, wie sie aussehen werden, jedoch weiß man schon, wie sich nicht aussehen werden: Schwarzgelb hat in beiden Ländern keine Mehrheit. Damit hat Schwarzgelb in absehbarer Zeit im Bundesrat: 33+4-7=30 von 69 Stimmen. Und 2010 wird sich das kaum ändern: Aller Voraussicht nach gibt es 2010 genau eine Landtagswahl: In Nordrhein-Westfalen, dort gibt es jetzt eine Schwarzgelbe Regierung, dh. danach hat Schwarzgelb entweder weiterhin 30, oder nur noch 23 Stimmen. Ich hoffe, daß dann die Nachrichtenmagazine besser rechnen, als diesmal.


Was Mac OS im moment fehlt …

Mon, 28 Sep 2009 00:04:26 +0000

Tja, ich habe ja mal ne Zeit lang jetzt Mac OS X benutzt. Schlichtweg, weil es für meine Zwecke ausreichte.

Vielleicht hat den Einen oder Anderen ja gewundert, dass ich plötzlich von Ubuntu geschrieben habe, vor ein paar Tagen. Und ja, in der Tat, ich benutze momentan Ubuntu auf meinem MacBook. Das liegt nicht an irgendeinem blinden Hass auf Mac OS X. Im Moment reicht Mac OS X einfach nicht für meine Zwecke aus, weil ich momentan zur Abwechslung mal einen Rechner brauche, der funktioniert.

Seit dem Upgrade auf Snow Leopard geht vieles von der Software, die ich brauche, nicht richtig. Da wären z.B. mzscheme, clisp, sbcl, wine. All das geht unter Ubuntu mehr oder weniger tadellos. Ich wollte Mac OS verwenden, um mir Gefrickel zu ersparen, aber Mac OS hat mir irgendwie bisher kaum Gefrickel erspart an den Stellen, die ich wirklich brauche. NTFS-Zugriff war problematisch, das Einrichten einer gescheiten Firewall war problematisch, das Einrichten eines SSH-Servers war problematisch (obgleich ich zugeben muss, der Vine Server, der einen VNC-Server darstellt, ist sehr gut). Aber natürlich, alles geht letztendlich. Es ist nur ähnlich wie unter Ubuntu: Die GUIs haben einfach ihre Grenzen, man muss viel von Hand in Konfigurationsdateien herumfrickeln. Nur wenn eine GUI mir dann ins Handwerk pfuscht, weil sie meine Konfiguration nicht versteht, ist das halt schlecht. Das ist etwas, was Ubuntu langsam lernt.

Weiterhin sind die Partitionstools von Mac OS irgendwie so beschaffen, dass ich denen nicht unbedingt meine wichtigen Daten anvertrauen will. Gut, sie benutzen GPT, müssen also ein wenig Hacken, um Windows zum Laufen zu bringen. Eine gescheite Implementierung eines Bootloaders für Windows, der GPT beherrscht, wäre sicherlich das Beste, den Windows-Bootloader so lange virtualisieren bis GPT keine Probleme mehr machen kann, wäre wohl die Lösung die ich gewählt hätte, wenn ich etwas kommerzielles anbieten würde, aber das geht vermutlich aus rechtlichen Gründen nicht. Etwas ähnliches wie Wubi wäre sicherlich auch möglich gewesen. Letztlich kann ich mich aber darüber an sich nicht beklagen.

Beklagen kann ich mich über BootCamp eher in der Hinsicht, dass BootCamp nicht funktioniert, wenn Mac OS zufällig grade Swapdateien anlegt an Stellen, wo die Partition eigentlich verkleinert werden müsste. Das macht es teilweise unmöglich, BootCamp im laufenden Betrieb zu nutzen. Ich finde, das ist ein Bug. Aber was solls.

Man muss eben von CD booten. Tollerweise kann man mit den Mac OS Partitionierungstools erreichen, dass ebendiese bei jedem Versuch, irgendetwas zu ändern, abstürzen. Zum Glück gibt es Ubuntu-LiveCDs, die alles Wichtige unterstützen, was man braucht, um das Ganze wieder zu reparieren (dann auch noch eine eigene LiveCD zusammenzustellen hätte mich angekotzt), sodass ich wenigstens auf die Daten wieder zugreifen konnte. Ich muss gestehen, egal wo und wie die Mac OS Partition auf der Platte war, ich konnte immer davon booten. Was mir dann aber doch etwas zu riskant war, da offenbar Mac OS nicht so recht mit der Konfiguration zurechtkam. Außerdem war mehr als die Hälfte meiner Festplatte ungenutzt, und ich wollte auch mit Ubuntu nicht zu sehr daran rumpfuschen (ich konnte die Partition zwar wieder vergrößern, und sogar erreichen, dass das Mac OS Tool wieder gelaufen ist, aber BootCamp weigerte sich weiterhin). Also habe ich das System nach einem Backup komplett plattgemacht. Daraus resultierte die jetzige Konfiguration aus einer kleinen Mac-OS, einer kleinen Windows 7, und einer großen Ubuntu-Partition.

Mac OS muss sich in der Beziehung mein Vertrauen erstmal wieder verdienen, ich weiß nicht, ob ich ihm wichtige Daten anvertrauen würde.

Nun, das wäre jedenfalls ein Feature, das Mac OS wirklich fehlt: ein gescheites Partitionierungsprogramm. Das auch funktioniert. Ich finde sowas ist das Minimum.

Dann vielleicht etwas mehr Anstrengung dahingehend, dass mit einem neuen Mac OS Release nicht gleich alle mögliche Software inkompatibel wird. Und vor Allem: Sinnvolle Partitionsverschlüsselung, auch für die Rootpartition. Das geht inzwischen selbst unter Debian ohne Probleme, unter Windows kriegt man es angeblich mit TrueCrypt relativ leicht hin. Wo ist das Problem, Apple?