Alternativen zur Wahlpflicht

Nach Wahlen stellt sich in letzter Zeit fast immer raus, daß die Wahlbeteiligung mal wieder einen neuen Tiefstand erreicht hat. Dann fragen sich alle, wie man sie wieder steigern kann und es wird jedes Mal wieder über die Wahlpflicht geredet. Natürlich ist eine Pflicht eine gewisse Motivation, je nachdem, was passiert, wenn man sich nicht daran hält, sogar eine ziemlich starke. Aber die Wahlpflicht hat ein paar Nachteile:

So, wie Reste auf dem Abwasch bleiben, wenn ihn jemand zur Strafe machen muß, so wird dann auch nicht so gründlich über die Wahlentscheidung nachgedacht, außerdem vergessen wir dann, was wir an der Demokratie haben und fangen an sie nur noch als Last zu sehen. Darum habe ich mir einige andere Methoden überlegt, um Leute zum wählen zu motivieren (allerdings sind es nur Vorüberlegungen, bei keinem einzigen Punkt wäre ich dafür es gleich bei der nächsten Wahl so zu machen, ohne nochmal darüber gründlich nachzudenken):

  • Wahlgeschenke: Jeder, der wählen geht, bekommt mach dem Einwurf des Stimmzettels ein kleines Geschenk (Kugelschreiber, Brotzeit oder sowas in der Art) (Damit würde man die Leute bei ihrer Gier packen).
  • Einen kleinen Teil der staatlichen Aufgaben regional nach Wahlbeteiligung verteilen (wer intakte Straßen will, muß wählen) (Wer vom Staat nichts wissen will, dem wird er nicht aufgedrungen. Könnte man kombinieren mit staatlicher Rückfragemöglichkeit, wer jetzt wählen war (Niemand will Schuld daran sein, daß die Straßen kaputt sind)).
  • Für jeden Nichtwähler bekommt der/die amtierende Bundeskanzler/in 1 Euro gutgeschrieben (das packt die Menschen beim Neid. Außerdem wird damit offensichtlich, daß die Regierungen Nichtwählen als Bestätigung sieht, was sie ja eh schon, zumindestens habe ich das Gefühl,  tut (wären die Leute so unzufrieden, dann würden sie schon wählen gehen)).
  • Wahlen in Filmen besser darstellen. Kennt irgendjemand einen Film, in dem Wahlen positiv dargestellt werden? Mir fällt gerade auf die schnelle keiner ein (ok, ich bin mir sicher, sowas gibt es, aber alzu verbreitet, ist es wohl nicht).

Aber ob es wirklich hilft, wenn man nur dafür sorgt, daß mehr Leute wählen, da bin ich mir nicht sicher. Es kommt ja auch darauf an, wie gründlich man sich mit der Politik beschäftigt. Denn wenn alle wählen, aber die Hälfte danach geht, welche Kandidaten sie attraktiver finden und die andere Hälfte nach der Witzigkeit des Namens geht, dann wird die Situation nicht besser, als sie jetzt ist. Und um das zu verhindern, fürchte ich, hilft keine der genannten Methoden.

Eine Antwort zu Alternativen zur Wahlpflicht

  1. dasuxullebt sagt:

    Hm. Oder man macht einen Fragebogn zu bestimmten Programmpunkten der Parteien, den man bestehen muss – um nachzuweisen, dass man sich mit den Programmen der betreffenden Parteien auseinandergesetzt hat.
    Die Wahlbeteiligung würde sicher noch weiter schrumpfen, aber wenigstens gäbe es nur noch Aktivwähler und keine Wahlzombies.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: