Warum ich glaube, dass Killerspiele etwas gutes sind

Fri, 16 Oct 2009 23:47:58 +0000

Früher war meine Meinung zu aus meiner Sicht brutalen Spielen ziemlich klar: Mag ich nicht. Ich verabscheue Gewalt. Und es ist eine menschliche Eigenschaft, zu wollen, dass die eigenen ethischen Vorstellungen überall, auch in virtuellen Welten, gelten. Wer virtuelle Gewalt genießt, der genießt auch reale Gewalt – eine im Grunde berechtigte Annahme.

Diese Meinung hat sich jedoch im laufe der Zeit ziemlich stark verändert. Ich kann mich z.B. noch gut an ein Gespräch in meiner Grundschulzeit, mit meiner damaligen Lehrerin, erinnern. Ich habe schon immer gerne Videospiele gespielt, aber hatte schon damals die Auffassung, brutale Spiele seien etwas schlechtes. Das lag vor Allem daran, dass die damals als brutal geltenden Spiele wie Doom oder Hexen vor Allem von den „bösen“ Kindern gespielt wurden, nämlich denen, die sich gerne über den Willen der Autoritätspersonen hinwegsetzten. Als in diesem Gespräch dann das Töten von Koopas zur Sprache kam, stieg ich allerdings ziemlich schnell aus. Zu sehr mochte ich Super Mario Spiele. Es resultierte dann eine kognitive Dissonanz, die ich für mich dadurch löste, dass ich einen „gewissen Grad“ von Brutalität in Spielen als nicht verwerflich ansah.

Als ich dann älter wurde, und mehr über die Geschichte des Menschen erfahren habe, bröckelte diese Meinung nahezu ganz. Die Brutalität, die bereits aus der Antike übermittelt ist, zum Beispiel in Form von Kreuzigungen, Jochmärschen und Gladiatorenkämpfen, zeigt mir persönlich ziemlich deutlich, dass Brutalität offenbar ein Bedürfnis vieler Menschen ist. Brutale Theaterstücke, Horrorfilme und Kuriositäten wie Robot Wars scheinen mir durchaus eine moderne Form der Auslebung dieses Bedürfnisses zu sein.

Es scheint mir, als hätte es in jeder Gesellschaft irgendetwas in dieser Richtung gegeben, ob nun legal oder illegal. Ohne eine Quelle dafür zu haben, habe ich glaube ich auch gehört, dass selbst Primaten öfters mal dem Kannibalismus verfallen und sich ein Opfer aussuchen das sie zu Tode quälen. Freilich ist das keine Eigenschaft, auf die wir Menschen besonders stolz sind. Es ist also durchaus berechtigt, solches Verhalten zu verbieten und verwerflich zu finden. Nicht zuletzt auch weil wir Menschen – im Gegensatz zu anderen Primatenarten – schlichtweg erheblich andere Dimensionen an Grausamkeit erzeugen können.

Ich denke aber doch, dass die Geschichte uns gezeigt hat, dass es nicht möglich ist, diesen Trieb durch Verbote zu unterbinden.

Und an dieser Stelle kommt mir immer wieder in den Sinn, was ein ehemaliger Schulkamerad mir mal zu Killerspielen sagte. Er meinte, natürlich mag er diese Art von Gewalt in der Realität nicht, aber an solchen brutalen Spielen könne man sich abreagieren. Und tatsächlich liegt dieser Gedanke eigentlich ziemlich nahe. Bereits zu meiner Schulzeit war die Schule für viele Leute ziemlich stressig, das Wissen um die schwindenden Perspektiven im Arbeitsmarkt, und die Müdigkeit nach einem langen Schultag, machen einen gewissen Ausgleich einfach notwendig. Wo manch ein Pädagoge vielleicht fordern würde, sich diesen Ausgleich wenn schon dann doch lieber im Kampfsport zu holen, muss ich entgegnen, dass man schlichtweg nach einem langen Tag mit Nachmittagsunterricht und anschließend noch zwei Stunden Hausaufgaben nicht mehr wirklich Zeit hat, eine solche Art von Sport zu treiben, und selbst wenn, vielleicht keine Lust hat. Sich vor den PC zu setzen und nach 30 Sekunden erstmal einfach drauf los ballern zu können, ohne groß drüber nachzudenken, ist durchaus etwas, was befreiend wirken kann.

Ich glaube daher eher, dass Killerspiele die Gewaltbereitschaft von Menschen im Allgemeinen eher mindern. Es gibt ein Grundbedürfnis nach Gewalt in der Gesellschaft, und dieses kann man durch virtuelle Gewalt mindern. Virtuelle Gewalt schadet niemandem. Virtuelle Gewalt kann grundsätzlich vielleicht die Art von Gewaltphantasien von Menschen ändern, aber ich glaube kaum, dass sie reale Gewaltbereitschaft auslöst bei Menschen, die nicht ohnehin schon einen Drang dazu haben. Alleine die Tatsache, dass die meisten Menschen sich eher vor einen Computer setzen, um sich dort abzureagieren, anstatt in die Nachbarschaft zu gehen und Katzen zu quälen, untermauert meiner Meinung nach meine Ansicht, dass die meisten Killerspiel-Spieler reale Gewalt eher ablehnen.

Das ist letztendlich eine Erkenntnis, die schwierig ist, aber die Realität ist wohl leider: Wenn ein Mensch gewalttätig sein will, dann wird man ihn nicht davon abhalten können, egal, ob er Nachbarskatzen quälen will, oder in seiner Schule amoklaufen will. Er wird dies können. Waffengesetze und psychologische Betreuung können alles erschweren, und vielleicht verhindern, dass Leute dies wollen, aber dennoch, ein Mensch der das will, wird es können. Aber ich glaube einfach, dass eben die meisten Menschen nicht gewalttätig sein wollen. Sie haben vielleicht einen Trieb hin zur Gewalttätigkeit. Aber in all den historischen Beispielen der Gewaltausübung hat man die Gewalt immer in einen Rahmen gepresst, in der er ethisch nicht als verwerflich galt – das Quälen von Kriegsgefangenen, Sträflingen, Tieren, Robotern, und heute eben digitale Animationen. Man wird damit dem Trieb hin zur Gewalt Herr, ohne das ethisch als verwerflich angesehene Anwenden von Gewalt zu benötigen. Und ich denke, Gewalt in Form von Videospielen ist ethisch im Allgemeinen nicht verwerflich – kein Lebewesen muss dadurch leiden.

Ich kann auch nicht verstehen, wieso unsere Gesellschaft anscheinend das Jagen wehrloser Wildtiere und die darauf folgenden Blutorgien als Kultur ansieht, während sie das virtuelle Erschießen virtueller Wesen, die letztendlich ein Resultat von nicht allzu komplexen Berechnungsvorgängen aus Polygonen sind, als verwerflich ansieht.

Nun, wie komme ich auf dieses Thema? Im Allgemeinen will ich mich ja zu „aktuellen Diskussionen“ zurückhalten. Just heute habe ich aber von dem „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ gelesen. Mal abgesehen davon, dass ich den Namen denkbar missverständlich gewählt finde, finde ich die Aktion, die Leute auffordert, ihre Computerspiel-CDs zu dumpen, und dieses mit Sachpreisen zu verknüpfen, ziemlich unsinnig – selbst wenn man glaubt, dass Killerspiele wirklich Amokläufe auslösen.

Trotzdem denke ich, „werft eure Schulbücher weg“ wäre wohl ein Aufruf, der mehr Amokläufe verhindern würde als „werft eure CDs weg“, denn letztendlich wurden alle Schul-Amokläufer doch irgendwie durch ihr schulisches Umfeld und den daraus resultierenden psychischen Druck zu dem Amoklauf gebracht.

Update: Sehr interessant zu dem Thema: Jäger gegen Killerspiele – vor Allem das Bild, Stichwort: Blutorgie.

Advertisements

Randomly found software: x11vnc – and some thoughts on VNC in general

Fri, 16 Oct 2009 23:40:09 +0000

Vine was a very good VNC-Server, but unfortunately only for Mac OS X. Well, under Linux, of course, there are a lot of vnc-servers. One I have found is vino, the VNC-Server for the Gnome-Desktop. One drawback of vino was, that I couldnt configure it to only listen to localhost-connections – which is what I want to have, because I want to tunnel it through SSH anyway.

Thus, using vino, I would have to configure my firewall not to allow connections from outside localhost. I dont like having to trust my firewall. I dont like firewalls at all, they make a lot of things more complicated – using them is ok, but only as an additional security-layer.

Now, I have tried x11vnc. x11vnc has an option „-localhost“ which makes it only accepting localhost-connections.

The reason for using VNC anyway, instead of just X-Forwarding, is, that I want to keep my current session, being able to continue it. Dunno if this is possible with X11. Maybe with XDMCP or something, but VNC appears to be the easiest way so far. And actually, I like the VNC-Protocol. I read the specification, and the simpleness of it convinced me. But when reading it and trying to implement a client, I wondered why there was a CopyRect-Encoding (which copies a rectangle from one part of the screen to another part), but no possibility of defining some external surfaces for caching. The easiest possibility coming in my mind was just to let the server define some kind of ClipRect, naming the part of the sent graphics which belong to the screen, getting the other part as a caching surface. But since therefore one would have to extend the protocol, maybe it would just be sufficient for the server to rely on the scrolling-facilities of most vnc-clients.

And guess what, thats exactly what x11vnc does. Using the „-ncache“ option. A software implementing something I had in mind. If that is no reason to use it …

Still, something I cannot manage is to lock the Screen on my local machine while being able to use it on another computer. I could do this with vine.