Mac OS … noch ein paar Rants meinerseits …

Mich regt Software in letzter Zeit so dermaßen auf. Immer die ganzen Elfenbeinturmwächter, die in ihre Software keine fremden Einflüsse lassen wollen. Aber heute will ich mich mal meinem geliebten Mac OS X Snow Leopard widmen. Nun, was hat mich Bewogen, einen Mac zu kaufen? Nunja, einige Leute die ich kannte haben sich einen gekauft, also habe ich es mal riskiert. Nunja, und die Hardware ist gut. Da kann man nach wie vor nichts sagen. Nicht, dass die Hardware anderer Hersteller nicht auch gut wäre – naja, zumindest die von IBM. Es ist nur erstaunlich, wie Apple es schafft, Hardware die so hervorragend ist mit so schlechter Software zu bestrafen.

Nun, kommen wir zuerst mal zu MacPorts. Das ist – muss man fairerweise sagen – freie Software und wird von Apple meines Wissens nicht offiziell unterstützt. Allerdings ist es schon eine Meisterleistung von Apple gewesen, mit einem kleinen Systemupgrade einen ganzen Paketbaum unbrauchbar zu machen (und andere Software die ich bis dato gerne verwendete). Aber mei, so sind die großen Hersteller halt. Man muss ja, wenn man sich das IPhone ansieht, schon froh sein dass man überhaupt freie Software für Macs anbieten darf.
Nun, die Maintainer von MacPorts scheinen gerade irgendwie alle im Urlaub zu sein, anders kann ich mir nicht erklären, dass Software wie Gimp, für die es seit sieben Wochen (!!!) einen Patch gibt mit dem sie unter Snow Leopard läuft, oder SBCL, bei dem seit fast zweieinhalb Monaten (!!!) eine Version online ist die unter Snow Leopard hervorragend läuft, immernochnicht unter MacPorts compiliert, weil sie immernochnicht aktualisiert wurde. Die Debianer schmeißen solche Software dann wenigstens aus ihrem Paketbaum. Aber Apple-Persons versuchen es hier wohl ihren Vorbildern nachzumachen, und minderwertige Software zu hohen Preisen (zumindest indirekt – MacPorts ist ziemlich langsam und unflexibel) anzubieten.
comic
Ok, macht nichts. Ich krieg Gimp nach wie vor nicht zum Laufen, aber zum glück gibt es VirtualBox und Linux. Mit einem Shared Folder kriegt man wunderbar Dateien Hin und Her, und per X-Forwarding kann man Gimp sogar ziemlich gut in seine Arbeitsfläche integrieren. Thats the Spirit of Mac OS. Benutze VirtualBox um die Fähigkeiten von Linux auch hier zu nutzen. Ähnlich sieht es ja in der Kommerziellen Welt mit Windows aus, wenn ich mir sowas wie Parallels oder VMWare Fusion anschaue. Dass man unter Linux sowas wie Wine benutzen muss, ist insofern in Ordnung, dass Linux schlichtweg freie Software ist. Freie Programmierer, die teilweise keinen Cent für ihre Arbeit kriegen, haben nicht die Kapazitäten, Treiber und Unterstützung für jeden kommerziellen Hirnfurz zu programmieren. Aber die Apple-Leute? Etwas besseres als Bootcamp hätten sie schon hinbringen können.

Ich finde es jedenfalls durchaus witzig, dass es für ein kommerzielles System bezahlte (und offenbar kommerziell erfolgreiche) Software gibt, die ein anderes virtualisiertes System (für das man ebenfalls Geld bezahlen muss) möglichst gut einzubinden versucht. Ich weiß nicht. Wenn ich alle möglichen Windows-Anwendungen habe, warum sollte ich dann Mac OS verwenden? Für Linux gibt es wenigstens einen guten Grund (wobei man hier wohl eher auf ein virtualisiertes Linux zurückgreifen würde), das Vorhandensein von vieler innovativer oder akademischer Software, die aber teils noch nicht für kommerzielle Systeme verfügbar ist. Gerade im Universitären Bereich ist freie Software für die Softwareentwicklung denke ich sehr wichtig, nach allem was ich gesehen habe. Aber manch einer will eben auf Windows nicht verzichten. Aber Mac OS? Was hat Mac OS für große Vorteile?

Ich höre immer wieder, die Benutzeroberfläche von Mac OS wäre so überzeugend. Ich verstehe überhauptnicht, warum. Es gibt keine „Home“ und keine „End“-Taste. Unter Ubuntu kann ich einstellen, dass dies z.B. durch Fn+Pfeiltaste möglich ist, und da es hier schon der X-Server remapped, im Idealfall die Anwendungen selbst also garnichts davon mitbekommen, funktioniert das auch wirklich überall, in jeder Anwendung. Hier unter Mac OS habe ich in verschiedenen Anwendungen verschiedene Verhaltensweisen. Unter dem Terminal von Mac OS bedeutet Fn mit den Pfeiltasten anscheinend Ganz nach Oben bzw. Ganz nach Unten scrollen in der Ansicht, mit CMD passiert garnichts, außer evtl. ein Beep. Unter Firefox funktioniert es teilweise mit cmd, teilweise mit fn, teilweise mit Beidem, teilweise scrollt das eine nach oben. Scheint abhängig davon zu sein, welches Widget er gerade einbindet. Nun, bei Firefox wundert mich das insofern nicht, dass Firefox sehr viele verschiedene APIs benutzt. Unter Adium ist mein persönlicher Workaround, einfach die Up- und Downtasten zu drücken, da das Eingabefeld meist ohnehin einzeilig bleibt, reicht dies aus.


Nun brauchte ich heute zum ersten Mal meinen Scanner an dem Mac. Ich hatte eigentlich erwartet, dass es direkt nach dem Anschließen „blubb“ macht und der Scanner erkannt und eingebunden wird. Pustekuchen. Die tolle Scanner- und Druckerkonfiguration erkannte meinen Scanner aber scheinbar nicht, und nach etlichen Versuchen und ein paar Google-Suchen die mir sagten, dass man diesen Scanner nur mit Zusatzanstrengung konfigurieren könne, nutzte ich das USB-Forwarding von VirtualBox und scannte unter meinem virtualisierten Ubuntu.
Die Druckerkonfiguration war ähnlich lustig. HP LaserJet 1018 – ein Problemfall auch unter Linux, aber da geht es inzwischen quasi Tadellos. Die Druckerkonfiguration unter Mac OS ging natürlich nicht (erschwerend kam hinzu, dass ich den Drucker an meinem Router angeschlossen betreibe). Die Druckerkonfiguration von Mac OS lässt einen aber auch fast nichts einstellen. Zufällig habe ich z.B. bemerkt, dass man unter http://localhost:631/ auch unter Mac OS einen CUPS erreicht – CUPS … Omg. Ja, CUPS.

Dieses CUPS auf localhost:631 hat sich dann auch nicht so blöd angestellt wie die klickibunti-version die Mac OS den Leuten da standardmäßig vorsetzt. Über sie erfuhr ich dann letztendlich dass Mac OS für diesen Drucker keinen passenden Treiber hat (was letztendlich in einigen Foren auch bestätigt wurde). Man benötigt die richtige PPD-Datei, die man Cups übergibt, soweit ich das jetzt mitbekommen habe. Eine Datei – die man sich herunterladen können sollte – und dann einem Interface übergibt. Ist natürlich zu viel verlangt von dem Standard-Mac-DAU, deswegen kann das default Interface das vermutlich auch nicht. Immerhin mindestens ein Button mehr, waaah, das geht natürlich nicht. Nun, die PPD-Datei des foo2zjs-Treibers hätte eigentlich funktionieren müssen, aber nunja, man muss einige andere Sachen unter Mac OS builden. Dazu hatte ich dann doch keine Lust und habe letztendlich meine Ubuntu-VM auch hierfür benutzt – warum auch nicht. Dafür hat man doch Mac OS. Inzwischen habe ich für alle Fälle auch wieder eine Windows-VM.

Jedenfalls: Tolles System, das Apple da fabriziert hat.

(Die Bilder stammen, bis auf das Zweite, von fukung.net).

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: