Neulich in der U-Bahn

Sun, 25 Apr 2010 19:37:47 +0000

Richtig lustig wurde es dann, als sie gemerkt haben dass da ein Hund an ihrem floh hängt...

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Sinnvolles Hupen …

Wed, 21 Apr 2010 03:27:29 +0000

… und das in München! Ja, soetwas gibt es!

Jeder der schon mal in München war hat sicherlich mitbekommen dass sinnloses übermäßig oftes Hupen dort zum guten Ton gehört. Und so kommt es wohl eher selten vor, dass man es erlebt, dass ein Mensch sinnvoll hupt.

Heuwa ist mir soetwas passiert. Das Gebiet um die U-Bahn-Haltestelle Westpark ist grad von Baustellen ziemlich gepwnt, somit endet eine Fahrtspur für die Autos an einer Stelle. Eine Frau hatte sich aber in diese Spur eingeordnet und wollte in die weiterfahrende Spur einbiegen – eigentlich ein normales Unterfangen, und in einem normalen Verkehrsfluss würde sie auch irgendwer einordnen lassen, doch in München ticken die Uhren anders, und so rasten alle Autos schnell an ihr vorbei sodass sie sich nicht einordnen konnte.

Was macht man also, wenn man klar und deutlich zu erkennen gibt, dass man sich einordnen will, und die Autos trotz Verkehrsregeln einen nicht einordnen lassen. Nun, ich hätte wohl noch länger gewartet, die Frau am Steuer hat einfach einmal lange gehupt. Und es hat gewirkt.


Heubisch im Audimax – „Das ist halt Demokratie“

Mon, 23 Nov 2009 23:19:54 +0000

So. Heute habe ich leider keine Zeit meinen Beitrag mit allzu viel selbst gezeichnetem und Bildmaterial zu untermauern. Mein Handy hat außerdem eine schlechte Kamera-Qualität und hat einige Videos die ich gemacht habe nicht gespeichert, warum auch immer. Egal, die die es gemacht hat sind so schlecht, dass man es eh vergessen kann.

Also, wie ich schon geschrieben habe, und man auch sonst an ausreichend vielen Stellen mitbekommen konnte, heute war Wolfgang Heubisch bei der Besetzung des Audimax, und hat sich den Fragen der Studenten gestellt. Und heute stellte sich auch ein ganz anderes Bild des Audimax ein, als ich vor Kurzem bloggte: der Raum war überfüllt, so überfüllt, dass sie sogar einen Livestream in einen zweiten Raum eingerichtet haben, damit jeder alles mitbekommen kann. Ich hab hier mal ein Foto gemacht, da sieht das ganze leider sehr klein aus, weil der Blickwinkel recht schlecht war.

Update: Danke an den freundlichen Kommentator Michi für das folgende erheblich bessere Bild (hier in voller Größe – ich muss mir unbedingt ne bessere Kamera zulegen)

Ok, vorweg, nur damit da keine Missverständnisse entstehen: Der folgende Blogpost erhebt nicht den Anspruch journaistisch zu sein. Er stellt meine Meinung und Sicht der Dinge dar – auch wenn ich das im Einzelnen nicht explicit dazu sage.

Nunja, als ich in den Raum kam, eine dreiviertel Stunde zu früh, dachte ich eigentlich, in Anbetracht dessen, was ich das letzte Mal gesehen hatte, er wäre ziemlich leer, habe aber bereits keinen Sitzplatz mehr bekommen, aber wenigstens noch einen guten Stehplatz. Andererseits waren einige Leute der Auffassung, sie müssten in einem ohnehin schon vollen Raum irgendwelchen Leuten Plätze freihalten. Unmöglich sowas!

Naja, später sind dann einige Leute gegangen und ich hab doch noch einen Sitzplatz bekommen, bin aber eine ganze Zeit lang gestanden.

Dann erstmal großes Lob an Herrn Heubisch, dass er sich dieser Masse an Studenten gestellt hat. Aber auch großes Lob an die Studenten die das Ganze moderiert haben, und konsequent für eine gute disziplinierte Diskussion gesorgt haben, obwohl es ein paar Schreihälse leider gab.

Ansonsten war das Bild sehr seltsam: Nachdem die Presse ihre Gerätschaften erstmal ne Zeit lang überall herumgeschleift hat, trat der Minister ein, und ließ sich erstmal minutenlang Fotografieren. Ich fand das höchst seltsam. Es ist ja nicht so als könnte man sich nicht auch bei Wikipedia Bilder von Heubisch herunterladen. Naja, was solls.

Nach kurzer Vorstellung ging dann also erstmal die Diskussion los. Bis auf ein paar Schreihälse und dämliche Kommentatoren zwischendurch verlief sie recht geordnet und diszipliniert, das hat der Minister sogar angemerkt. Zum Inhalt will ich irgendwie nichts sagen. Bis auf ein „Basta“ zu Studiengebühren, ein Versprechen, sich in drei Monaten mal zum Mitbestimmungsrecht der Studenten in anderen Bundesländern schlau zu machen, und die Erkenntnis, dass er zum Bachelorsystem eigentlich die meisten Kritiken akzeptiert und nur letztendlich nicht wirklich was ändern kann, war eigentlich das meiste ziemlich offensichtlich und nicht wirklich überraschend.

Der Minister hat korrekt begründet, dass er legitim gewählt wurde, und somit die Bevölkerung hinter seiner Auffassung steht. „Das ist halt Demokratie“. Deshalb – liebe Leute – richtet euch nicht nur gegen die Politiker. Richtet euch vor allem mal gegen die ganzen Wahlzombies, die sie immer wieder in die Regierung wählen.

Ich bin ja gespannt wo das Ganze hinführt. Sehr interessant ist es allemal.


Heubisch kommt ins Audimax

Mon, 23 Nov 2009 12:13:28 +0000

Sososo … Die Demonstratoren haben es geschafft ein Video zu machen. Wie Nett. Die Performance ist ganz lustig, die sie da zeigen, und ich sehe einen deutlichen Fortschritt zu der schläfrigen „Besetzung“ die ich vor ein paar Tagen gesehen habe. Aber stellt besser erstmal den Ton ab:

Ja, der Ton, diese grässliche unmelodische Gitarrenmusik. Es mag ja Leute geben, die solche Musik mögen, mir tun bei sowas aber die Ohren weh – wenn nicht durch die triviale Melodie, die schlechte Stimme und die krampfhaft untergebrachten Pseudoemotionen, dann durch den grässlichen uninspirierten Text. Ich frag mich wer das gesungen hat.

Ich sehe auch irgendwie die Gefahr dass durch solche Texte ein falsches Bild entsteht, hier wären irgendwelche unterdrückten Revolutionäre am Werk. Ok, ein Raum wird besetzt (sort of), was nicht ganz legal ist, und somit der ganzen Aktion schon mal etwas mehr Nachdruck verleiht, aber weitestgehend gedulded wird, da es friedlich abläuft, und grundsätzlich abgesehen von ein paar Idioten beide Seiten gelernt haben, dass eine Hau-Drauf-Taktik nicht sinnvoll ist.

Allgemein drängt sich mir manchmal der Eindruck auf, neben den vielen seriösen Teilnehmern scheinen sich einige Leute mit Leuten wie Rudi Dutschke oder Sophie Scholl zu identifizieren. Anders als die meisten Leute halte ich den Gedanken dass sich irgendwann eine solche Situation ergeben kann für leider nicht absurd, aber in dieser Sache sind wir doch – zum Glück – weit davon entfernt.

Naja, lassen wir das. Für heute um 18.30 wurde der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch im Audimax angekündigt. Nachdem ich um 18.00 sowieso im Hauptgebäude sein werde, werde ich mir das möglicherweise mal ansehen, wenn ich einen Sitzplatz bekomme, twittere ich vielleicht ein wenig davon (das würde dann wohl meine erste sinnvolle Verwendung von Twitter sein).


Gedanken, Zeichnungen und Fotos zur Besetzung des Audimax

Sat, 14 Nov 2009 04:33:39 +0000

Als Student erfährt man zur Zeit an einigen Stellen etwas von der Besetzung des Audimax, des großen Hörsaales im Hauptgebäude der LMU München. Diese Aktion scheint sehr viel Aufsehen zu erregen, sogar die Presse berichtet davon. Auch einer meiner Professoren berichtet hoffnungsvoll davon. Klar, zweifelsohne, die Bildungspolitik ist alles Andere als optimal, das merken Mitarbeiter wie Studenten. Ich finde es auch sehr gut, dass es ein relativ großes Medienecho gibt, und ich hätte mir eine konstruktive Diskussion durchaus gewünscht. Aber irgendwie glaube ich nicht, dass es dazu kommt.

Nun, ich bin heute mit ein paar Freunden hingegangen. Warum auch nicht. Soetwas sollte man sich als Student ansehen. Eine Hörsaalbesetzung. Weniger aus Sinn als aus purer Langeweile haben wir dann auch ein wenig herumgetrollt, erstmal ein Banner gemalt

audimax_longcatislong_1

Longcat Is Long - ein allgemein anerkannter Sinnspruch

Und anschließend dieses Banner zu den vielen anderen Bannern getan

audimax_longcatislong_2

Mehr Netzkultur! Weniger Schlaf!

Das hat ein wenig Verwirrung verursacht. Aber kaum jemand schien es kapiert zu haben. Schade. Ich hätte ja erwartet, dass hier auch ein paar Piratenparteiler anwesend sind, die es verstehen. Whatever.

Viele Plakate von irgendwelchen Leuten hingen herum. Das war schön, denn ich finde das Audimax ziemlich hässlich, die Plakate waren eine nette Dekoration. Einige der Plakate waren ganz ok, wie man es eben erwartet, einige Andere weniger sinnvoll, eine Fahne sprach von einer „autonomen Zone“. Meine Politische Orientierung mag ziemlich stark links sein, aber ich frage mich, warum die ganzen Spammer sich hier ständig profilieren müssen? Gut, gegen das System sein ist eine Sache. Aber man kann auch gegen Studiengebühren sein, ohne gegen das System zu sein. Und die Mehrheit der Leute ist nicht gegen das System, aber viele sind vielleicht dennoch gegen Studiengebühren und das Bachelorsystem und die ganzen Bildungsreformen. Und ich finde, mit solchen Aktionen sollte man auch die „gemäßigten“ Leute ansprechen. Nun, man kann ihnen nicht den Mund verbieten, und das soll man auch nicht. Aber ich fände es gut wenn es einen allgemeinen Konsens gäbe, dass man seine antikapitalistische oder kommunistische Grundhaltung vielleicht nur soweit zum Ausdruck bringt, wie es gerade passt.

Außerdem – von einer „autonomen Zone“ zu sprechen, das ist lachhaft. Um die zwanzig Leute sitzen in einem riesigen Hörsaal. Vor ihren MacBooks. Oder schlafend. Ein ganzer Flügel von Plätzen ist unbesetzt. Wahrscheinlich könnte man ohne Weiteres eine Vorlesung halten. Die Türen sind offen. Mehr ist dort nicht.

audimax_besetzung

So sieht ein besetzter Raum aus.

Gut, wahrscheinlich habe ich den falschen Zeitpunkt erwischt.

Ein weiteres Problem das ich habe ist, dass ich nicht so ganz verstehe, was das ganze eigentlich genau erreichen will. Das Bachelorsystem „reformieren“ ist ein Punkt, den ich herausgehört habe. Und gegen Studiengebühren natürlich. Aber dass es nicht so sein wird, dass die Studiengebühren abgeschafft werden, nur weil grade ein Raum besetzt wird, das dürfte klar sein. Wann ist denn der Punkt erreicht, wo die Besetzung aufhört? Was ist das genaue Ziel?

Nehmt euch in Acht! Wir können das lange durchziehen! Wir haben genug Sofas!

Vielleicht eine konstruktive Diskussion? Das heißt, sobald entsprechende Politiker bereit sind zu reden, wird die Besetzung aufgehoben? Ich bezweifle dass das ein sinnvolles Ziel ist. Politiker interessieren sich in erster Linie für Wählerstimmen, und das sollen sie in gewissem Maße auch. Und der Wählerschaft sind offenbar Studiengebühren egal, oder sie befürworten sie – sonst würden nicht die Politiker an der Macht sein, die an der Macht sind, und bei denen klar ist, dass es Studiengebühren geben wird. Eine konstruktive Diskussion wird also kaum möglich sein, schon garnicht bei steigenden Erstsemestererzahlen.

Vielleicht einfach seinen Frust rauslassen? Nun, im Gegensatz zu der Meinung die ich von vielen anderen Leuten erwarte, ist das in meinen Augen durchaus ein legitimes Ziel. Man darf öffentlich seine Frustration über ein bestehendes System zum Ausdruck bringen. Das ist notwendig und sinnvoll. Es ist ein Zeichen dass etwas nicht gut läuft, und dass irgendwelche Leute sich schleunigst daran machen sollten, sich zu überlegen, wie man es ändert. Aber wenn DAS was ich da gesehen habe „Frust rauslassen“ ist, dann kann die Frustration nicht so groß sein.

Vielleicht einfach nur Aufmerksamkeit für das Thema erregen? Nun, das ist wohl gelungen – wenn auch nicht wirklich zurecht. Das wird sicherlich auch noch ein paar weitere Male gelingen. Andererseits merke ich bei mir und auch bei einigen anderen Leuten dass die ganze Sache langsam langweilig wird. Wie viele Zimmer will man noch besetzen? Wie oft will man noch demonstrieren? Ein sinnfreies Unterfangen meiner Meinung nach. Dem Politiker hinter seiner Bannmeile können friedliche Demonstrationen vollkommen egal sein, und gewalttätige Ausschreitungen kommen ihm nur recht, um die Demonstranten als Abschaum abzustempeln.

Im Grunde sehe ich auch nicht wirklich ein, warum ich mich noch allzu sehr für irgendetwas dahingehendes einsetzen sollte. Es gibt hinreichend Studenten in den frühen Semestern. Sicher genug, um einen Hörsaal zu füllen. Wo waren die? Mein Studium neigt sich dem Ende zu. Ich kann mir die verbleibenden Semester jetzt auch noch leisten. Freilich, wenn viele Leute hingehen, gehe ich auch hin, um meine Solidarität zu zeigen. Aber wegen den paar Leuten die da rumgegammelt sind – da fällt mir irgendwie spontan ein alter Sketch ein:

Offenbar besteht von Seiten der Studenten kein hinreichendes Interesse. Das ist Schade um die wenigen, die sich ein Studium nicht leisten können, oder die es nicht schaffen weil das Bachelorsystem nur darauf aus ist gute Studenten rauszuprüfen, aber die Demokratie richtet sich nunmal nach der Mehrheit. Und wenn der Mehrheit der Studenten das egal ist, dann soll es mir auch egal sein. Ich werde dann hoffentlich graduiert sein, und eine entsprechende Arbeitsstelle finden.