Neue Blog- und Feed-URLs / New Blog- and Feed-URLs

Sun, 30 May 2010 03:32:19 +0000

Die neue Blogsoftware auf meinem eigenen Server ist aufgesetzt. Ich habe dementsprechend vor, hier keine weiteren Beiträge zu schreiben. Mein neues Blog findet sich unter http://blog.uxul.de/. Würde mich freuen, wenn der eine oder andere Leser mir dahin folgt.

I have set up a blog software on my own server. Thus, I will presumably post anything new there, not posting anything new here. My new blog can be found at http://blog.uxul.de/. I welcome every reader to follow me there.


Technikfeindlichkeit

Fri, 28 May 2010 20:16:11 +0000

Ich habe mich ja schon über die “Wichtigkeit” und Relevanz diverser “Internet-Kritiker” subtil ausgelassen. Ich will mir demnächst das Buch “Das Große Rauschen” zulegen, um mich “fulminant, klug und angriffslustig” über “Die Lebenslügen der Digitalen Gesellschaft” aufklären zu lassen. Wie es sich für so ein wichtiges Buch gehört kann man es nirgends herunterladen. Bei Amazon ist es aber gebraucht für 7 Euro inklusive Porto erhältlich, so viel bin nich gerade noch bereit zu zahlen – billiger als zwei Packungen dreilagiges Klopapier.

Nun, warum will gerade ich ein solches Buch lesen, was erwarte ich mir davon? Ich erwarte in diesem Buch wenig Überraschungen, ich erwarte eigentlich einen Text der sehr viele Klischees die ich so kenne repräsentiert. Aber ich will ein Objekt haben, an dem ich diese Klischees festmachen kann. Und ich erhoffe mir dadurch, besser zu verstehen, woher die Angst der Bevölkerung gegenüber (für sie) neuen Technologien kommt.

Mir scheint, als hätten wir im Moment neben den immer dagewesenen Kulturpessimisten eine neue Form der Technikfeindlichkeit, die es vorher so noch nicht gab, zumindest nicht in diesem Ausmaß. Die Technikfeindlichkeit entstammt nicht den Kulturpessimisten die sich der Technik verweigern, sondern sie stammt paradoxerweise genau von den Leuten die sie benutzen wollen: Den “Endbenutzern”. Es sind Menschen, die kein Interesse an technischen Hintergründen haben, sie wollen ihr Produkt “einfach nur verwenden”. So habe ich auch von einigen Kritikern des Vorschlags einer Art institutionalisiertem Internet-Führerschein bzw. eines Fachs über Internetkunde oder eines relevanten Faches Informatik, in dem man nicht nur Sekretärtätigkeiten lernt, genau dieses Gegenargument gehört: Die Spezialisten müssten sich einfach darum kümmern, dass die Laien es benutzen können.

Dies ist eine grundsätzlich technikfeindliche Einstellung, die ich noch schlimmer finde als die der Kulturpessimisten. Kulturpessimisten sind dafür, mehr Anstrengungen auf sich zu nehmen um einer bestimmten Entwicklung entgegenzuwirken, diese Einstellung hingegen ist reine Faulheit. Die Technik könnte an allen Ecken und Enden schon weiter seien, wenn nicht irgendein Marketingexperte die “Marktreife” anzweifeln würde, weil man seinem Kunden nicht sagen kann, er soll doch bitte einen roten Knopf nicht drücken, außer wenn man es ihm sagt.

Die Technisierung ist jedenfalls ein Trend der sicher nicht zurückgehen wird, auch wenn er Zeitweise stagniert (weil es einfach keine relevanten Neuentwicklungen gibt). Und die Technik wird sicherlich nicht einfacher, und schon garnicht benutzerfreundlicher, ohne großen Aufwandt. Es ist nur gerechtfertigt, Schülern entsprechendes Wissen bereits in der Schule zu vermitteln. Ich habe zum Beispiel kaum Wissen über digitale Elektronik, einfach, weil die Bauteile teuer sind, einfach, weil es zu meiner Schulzeit kein schnelles erschwingliches Internet auf der Ländlichen Gegend aus der ich komme gab, und ich somit keinerlei Bezug dazu hatte. Ich hätte sie aber gerne. Und ich bin der Meinung, rudimentäres Wissen darüber ist unverzichtbar, und wichtiger als zum Beispiel Latein.

Auf die praktische Anwendbarkeit von Schulfächern wird ohnehin niemals eingegangen. Einzig die naturwissenschaftlichen Fächer scheinen sich – so war zu Schulzeiten mein Eindruck, und der ist es noch heute – ständig einer kritischen Beäugung von Wegen Praxisbezug unterziehen.

Wo ist zum Beispiel der Praxisbezug im Deutschunterricht? Der Deutschunterricht hat den Vorteil, dass er sich hinter dem Namen “Deutsch” verstecken kann – doch “richtig sprechen und schreiben” lernt man dort zumindest ab der fünften Klasse kaum noch. Man liest diverse Lektüren, zum Beispiel Göthe oder Schiller. Ich gebe zu, nicht alle Literatur die ich zu Lesen gezwungen wurde fand ich sehr schlecht, dennoch ist dieses Fach in einer Weise praxisfern wie kaum ein anderes Fach. Statt Rhetorik und Medienkompetenz lernt man das Verstehen anachronistischer Satzkonstrukte, welches ich seitdem niemals mehr nutzte.

Würde man allgemein Literatur mit den selben Kriterien betrachten wie Technik, würden Bücher wie die von Schiller niemals verkauft, weil sie schlichtweg dem Benutzer nicht zumutbar sind. Es wird ein großes Portfolio an Wissen und sprachlicher Begabtheit und Entrauschungsfähigkeit vom Konsumenten abverlangt, der nicht notwendig wäre, denn die getroffenen Aussagen sind meist banal und jedenfalls in wenigen Worten zusammenfassbar. Doch die allgemeine Auffassung ist es, dass sich der Mensch insbesondere als Schüler an die Gegebenheiten der Literatur anpassen muss, bei der Technik jedoch sieht man dies nicht ein, Technik sei ausschließlich zur Anwendung vorhanden, und im Zweifelsfall müsse man die Technik anpassen, nicht den Menschen.

Ich sehe das anders. Der technische Fortschritt erleichtert unser Leben in großem Maße, und er könnte es noch weiter erleichtern, wenn alle Menschen nur ein wenig bereit wären mitzugehen. E-Mails waren beispielsweise ursprünglich schon fast Magie, heute nutzt sie fast jeder, und zumindest hier sind sich die meisten Menschen wohl einig dass es eine effizientere und einfachere Form des Sendens von Informationen ist als der Postale Weg. Doch E-Mails haben Nachteile, beispielsweise die Unsicherheit des Contents. Experten und Leute die Wikipedia-Artikel lesen können haben unlängst zahlreiche Möglichkeiten um die Vertrauenswürdigkeit der E-Mail zu verbessern, und wenn man seinen Benutzern nur ein Minimum an Allgemeinbildung über kryptographische Verfahren zumuten würde wäre ein sehr großes Problem gelöst und man könnte sich wichtigeren Problemen widmen. Es wäre auch ziemlich schnell das Spam-Problem gelöst, denn man könnte Whitelists führen für Signaturen von denen man weiß dass sie kein Spam sind, und das Versenden ansonsten mit einer Challenge versehen.

Im Zusammenhang mit E-Mails fällt mir übrigens ein Paradebeispiel dafür ein, wie Benutzerfreundlichkeit Systeme unnötig kompliziert macht: Das automatische Ausblenden bekannter Dateinamenserweiterungen – meiner Meinung nach eine unglaublich sinnfreie Unidee. Dateien haben Namen, und eine Erweiterung, die etwas über deren Inhalt sagt – damit ist man Jahrzehnte Lang ausgekommen, “die drei Buchstaben hinter dem Punkt” geben an was es für eine Art von Datei ist, anhand von ihnen kann man normalerweise erkennen, mit welchem Programm die Datei geöffnet wird. Im Grunde eine völlig Banale sache, die man jedem Benutzer zumuten könnte – .doc heißt “irgendwas mit Office”, .bmp/.jpg/.png sind irgendwelche Bilder, .zip/.tgz/.rar/.7z sind irgendwelche Archive, .exe/.com/.dll – vorsicht: das kann gefährlich sein, das sind ausführbare Dateien. Der Benutzer wird dann selbst, wenn er regelmäßig mit seinem Computer arbeitet, erkennen und lernen welche Erweiterungen was bedeuten. Und wenn nicht dann wird er sie wenigstens akzeptieren. Durch das Verstecken kamen schon diverse Viren zum Zug. Nein, das Ausblenden von Dateinamen ist keine Erleichterung, es ist künstliches Verstecken von Technik, das nichts positives bringt, aber viel Negatives.

Eine weitere Unsitte die sich in Windows inzwischen breitmacht ist das Geizen mit Fehlerinformationen. Als Admin hatte man ja schon immer mit Reports der Form “das geht nicht” zu kämpfen, wenigstens konnte man bisher Rückfragen was denn die Fehlermeldung sei. Windows 7 hingegen scheint es nicht für nötig zu halten, irgendetwas anderes als Fehlermeldungen der Form “das geht nicht” anzubieten. Weil – äh – ein Fehlercode könnte ja bedrohlich wirken, oh mein Gott, eine Zahl, und das auf einem Computer. Bäääh. Nein, lieber schreibt man freundlich “fragen Sie ihren Administrator” dazu. Ich kann mir so richtig das hämische Grinsen des Programmierers vorstellen, der diesen Satz verbrochen hat. Der Admin kann nämlich mit einer vollkommen Inhaltslosen Fehlermeldung genausowenig anfangen. Doch das scheint den Nutzern nicht klar zu sein. Und normalerweise gehen alle Anstrengungen eines Admins dahin, dieses in das Bewusstsein seiner Schützlinge zu rufen. Windows hingegen geht den Weg, seinem Benutzer den Admin als “allmächtig und allwissend” zu verkaufen.

Meiner Meinung nach hat jemand den eine Dateinamenserweiterung oder ein Fehlercode überfordern nichts vor einem Rechner zu suchen! Und eigentlich auch nichts hinter einem Lenkrad – wenn den schon ein Fehlercode irritiert, wie wird er sich dann erst im Straßenverkehr aufführen wenn mal eine Sicherungsleuchte leuchtet (was ja hin und wieder mal passiert). Es sind trotz noch so viel Desktop-Pr0n immernoch Maschinen, die nicht perfekt sind, und die eine große Fülle sehr komplexer Aufgaben übernehmen, und man kann nicht erwarten, dass eine Maschine einem das Denken abnimmt – vielleicht wird das dereinst möglich sein, doch noch ist die KI nicht hinreichend weit fortgeschritten, noch muss man dem Computer sagen was man will.

Eine andere nette Annekdote ist als ein Freund von mir vor Kurzem mit einer nach eigenen Angaben nicht allzu qualitativ hochwertigen Digitalkamera herumhantierte, um einen bestimmten Gegenstand zu fotografieren. Der Focus der Camera wäre zweifelsohne gut genug gewesen um den gewünschten Gegenstand scharf auf das Bild zu bringen. Doch diese Kamera hatte – wie viele, wie ich inzwischen las – eine nicht abschaltbare Autofokus-Funktion. Diese Autofokus-Funktion scheint auch in den meisten Fällen ganz passable Ergebnisse zu liefern. Nur eben in diesem einen Fall nicht. Wie schwer wäre es gewesen, die Autofokusfunktion – wenigstens mit etwas Aufwandt – abstellbar zu machen.

Benutzerfreundlichkeit ist es, dem Benutzer Werkzeuge anzubieten, nicht, sie ihm aufzuzwingen!

Damals als VHS noch modern war hatte ich einen Videorecorder und habe gerne mal irgendwelche TV-Sendungen damit aufgenommen. Die Programmierung eines Videorecorders war überaus schrecklich, eine einfache Einstellung “nimm Kanal X von Zeit A bis Zeit B auf” war zum Beispiel zu viel verlangt, dafür gab es tolle niemals-durchgesetzte Standards wie ShowView. Hier wäre ein wenig mehr Benutzerfreundlichkeit durchaus nett gewesen. Nun, oft habe ich Sendungen aufgenommen während ich sie sah, das sollte ja eigentlich einfach sein, bei Werbeblöcken die sieben Minuten dauern kann dies aber auch gut und gerne mal eine Tortur sein. Vor Allem wenn der Videorekorder so schlau designed ist, dass er sich nach fünf Minuten Pause ausschaltet. Nun, dies mag generell recht gut sein, wenn ich mal vergesse, ihn zu stoppen. Aber bei einem siebenminütigen Werbeblock nach fünf Minuten abzuschalten (es dauert mindestens 3 Minuten bis der Schreibkopf danach wieder auf dem Band ist) ist nervig, und man sollte die Möglichkeit haben, diese Funktionalität abzuschalten. Zwischenzeitlich hackte ich mich um dieses Problem indem ich alle zwei Minuten mal kurz ein paar Sekunden aufnahm (irgendwann ging ich dazu über die Werbung einfach mit aufzunehmen).

Supermoderne Benutzerfreundlichkeit liefern auch die modernen neuen DNS-Defaultpages unter Anderem von T-Online. Bisher war es so, dass der Browser einem sagte, wenn er keine Webseite gefunden hat, die passt. Manch ein moderner Browser leitete einen dann eigens zu Gugel oder Vergleichbarem weiter. Das Gute daran war vor Allem, dass auch andere Software, aber eben auch der Browser, wusste, dass es einen Fehler gab. DNS-Defaultpages hingegen bringen nichts außer einer Werbefläche für das Unternehmen das sie anbietet, und Verwirrung. T-Online muss man wenigstens gutheißen, dass sie theoretisch die Möglichkeit geben, das abzustellen, wobei ich das nicht hingebracht habe, weil man irgendwelche Passwörter braucht, die ich nicht habe – meine Defaulteinstellung ist seitdem einfach 8.8.8.8. Bleibt die Frage, wozu überhaupt DNS-Defaultpages. Idiotenbrowser leiten ohnehin auf Google oder Bing weiter, alle anderen User werden die Fehlermeldung auch so kapieren. Es erzeugt Probleme, weil einige Software berechtigterweise davon ausgeht, zu merken, wenn DNS-Anfragen ins Leere gehen.

Nur um zu zeigen, dass es sich nicht auf die digitale Elektronik beschränkt, will ich von einer Heizung erzählen, ich kenne eine Heizung, die grundsätzlich zu kalt oder zu warm geschaltet wird. Es handelt sich dabei um ein Zimmer das ein etwas größeres Fenster hat, dementsprechend mehr Heizleistung bräuchte. Doch es scheint als würde der Thermostat irgendwie mit den anderen Thermostaten des Hauses zusammengeschaltet sein. Da hat sich wahrscheinlich irgendein Ingenieur stundenlang den Kopf über Thermodynamik zerbrochen, anstatt den User einfach entscheiden zu lassen, wie warm seine Heizung sein soll. Die Hacks damit umzugehen sind auch köstlich. Der Standardtrick im Winter immer wieder mal einen Eiswürfel unter den (am Boden angebrachten) Thermostat zu legen wirkt Wunder.

Ja, und dann gibts da noch die guten alten (bzw. neuen) Heuristiken beim Copypasten. Statt wie früher einfach den Benutzer entscheiden zu lassen ob er Text oder Design kopiert wird heute bei einigen Programmen eine Heuristik erzeugt, ob das Eingefügte eher formatierter Text ist, oder eher blanker Text.

Diese Heuristiken können ganz schön nerven, wenn man zum Beispiel HTML-Code umherkopiert. Sie liegen häufig falsch, aber selbst wenn sie richtig liegen, ich hatte niemals einen wirklichen Vorteil dadurch. Warum werde ich nicht einfach gefragt, als was ich meinen Text einfügen will. Ein Benutzer wird wohl unterscheiden können, ob er formatierten Text, den klartext aus dem formatierten Text, oder den Klartext aus dem Code  haben will. Und das besser als noch so viele Heuristiken.

Ich könnte weitere Beispiele bringen aber ich sehe gerade dass dieser Beitrag zu lang wird.

Nun, jetzt überlege man sich mal, wie viel Arbeit in Obige Benutzerfreundlichkeiten gesteckt wurde. Ich behaupte, viel zu viel. Anstatt dem Benutzer sinnfrei die Arbeit erleichtern zu wollen sollte man lieber gute neue Technik oder echte Benutzerfreundlichkeit entwickeln!

Es gibt ja auch durchaus sinnvolle Entwicklungen: Überlappende Fenster, und selbst Dinge wie Aero und Compiz, die ich ursprünglich für reinen Designschrott hielt, kann man für sinnvolle Dinge benutzen. Die automatische Zuordnung zwischen Dateityp und Defaultanwendung, entsprechende Icons und Vorschaubilder, sind ebenfalls etwas sehr gutes, was lange brauchte um sich durchzusetzen. Höhere Programmiersprachen erleichtern die Programmierung und sorgen so dafür, dass man erheblich schneller programmieren kann – zum Preis von Rechenleistung, dennoch durchaus rechtfertigbar. Journalling-Dateisysteme, Userlevel-Dateisysteme, all das ist im Grunde die reine Benutzerfreundlichkeit.


Die Unkultur des modernen Instant-Messaging

Thu, 27 May 2010 15:01:05 +0000

Instant Messaging ist eine sehr nette sache gewesen, inzwischen schon fast wieder veraltet, und gerade deshalb eines der wenigen wirklich dauerhaften Internetphänomene, die sicherlich bestehen bleiben. Und in den Anfangszeiten, als der Hauptstrom gerade begann, sich mit ICQ anzufreunden, war es noch von einer relativ relevanten Gesprächskultur begleitet. Man war Online wenn man bereit war angechattet zu werden, Away wenn nicht. Not Available wenn der Rechner merkte dass man seit einer halben Stunde nichts mehr tat. Zur Korrektheit kam dann noch ein Do Not Disturb hinzu, das man setzen konnte, wenn man zwar da war, aber nicht gestört werden wollte.

Ungefähr hier begann, soweit ich mich erinnern kann, aber bereits das Ende dieser Gesprächskultur. Nämlich, als man diesen Status einfach begann zu ignorieren. DND wurde als gleichbedeutend mit Away angesehen, und somit wurde man auch trotz des DND-Status angeschrieben. Clientseitig gab es aber zumindest bei den nichtkommerziellen Clients bald eine Möglichkeit, zumindest die Benachrichtigungen darüber auszustellen.

Das Ignorieren des Status wurde aber auch nicht unbeträchtlich durch die Unkultur gefördert, einfach immer auf Away zu schalten. Es ist nämlich zu schwer seinen Computer auf Auto-Away einzustellen, außerdem ist man wenn man Online ist so … “verwundbar”. Im Online-Status hat man keine Ausrede nicht zu antworten, im Away-Status konnte man immer sagen, man wäre gerade nicht da. Aussagen wie “schreib mich einfach an, ich bin nur Away dass mich die ganzen Nervensägen nicht anschreiben” waren irgendwie allgemein akzeptiert.

Und das katapultiert uns dann schon fast in die aktuelle Zeit. Wir haben inzwischen Status-Messages. Inzwischen werden diese auch von den meisten Clients unterstützt. Als dies noch nicht so war hatte man als Ersatz kurz mal AutoReply-Bots, die einem so nette Sachen wie “I am not here right now but as soon as I come back I will read your message.” sagten – zumindest gibt es diese Autoreply-Bots inzwischen kaum noch, weil die meisten Leute kapiert haben, wie nervig und nutzlos sie sind. Dafür hat sich eine andere Unsitte weiter verbreitet: Das Unsichtbar Sein.

Der Invisible-Status ist eine der schlimmsten Erfindungen des Instant Messagings. Es ist der Gedanke, für Andere ausgewählte Personen als Offline zu gelten. Gut, nur für bestimmte Personen Online zu sein ist eine Entscheidung. Doch statt dass die IM-Server im Gegenzug erzwingen, dass man dann auch nichts über den Status seines Gegenübers erfährt, kann man fröhlich den lieben langen Tag invisible sein, und den Online-Status seiner Mitmenschen verfolgen.

In der Realität ist es meist so dass man sein Gegenüber sieht. Man weiß, ob es anwesend ist, ob es einem zuhört. Kontexte in denen dies nicht so ist können theoretisch beim Telefonieren auftreten, ansonsten wären die einzigen Situationen die mir einfielen die in diversen Krimiserien dargestellten Verhöre hinter einer Spiegelwand, ich weiß aber ehrlichgesagt nicht, wie viel da dran ist. Invisible zu sein ist anmaßend, und ich hatte bereits eine Zeit lang die Policy, jeden, den ich dabei erwischte, dass er Invisible war, von meiner Kontaktliste zu kicken. Meine Argumentation war dabei immer, dass ich niemanden anschreibe, wenn er DND ist. “Das ehrt dich ja sehr, aber dann habe ich immernoch 20 andere Kontakte die sich nicht daran halten” ist eine denkbare Antwort – nun, wer mich anschreibt ohne wirklich triftigen Grund während ich DND bin, der kann auch ziemlich schnell von meiner Kontaktliste fliegen. Im Gegenzug bin ich aber auch nur dann DND, wenn ich wirklich nicht gestört werden will, und nicht nur, wenn ich grad keine Lust habe zu Antworten, aber trotzdem jeden anschreiben können will.

Der Unsichtbarkeitsstatus hat natürlich seinen kleinen Bruder, ich nenne ihn liebevoll ATSSTMIM  für “Always The Same Status To Make It Meaningless”. Menschen, die es nicht fertig bringen, ihrem Rechner zu sagen, er soll nach 20 Minuten Inaktivität auf Away schalten, und somit stundenlang online sind, ohne da zu sein. Oder Leute, die immer Away sind, oder noch schlimmer, DND, denen ich damit also guten Gewissens garnichts schreiben kann. Nun bin ich zumindest bei gewissen Leuten dazu übergegangen, dies auch genau so zu tun, und auch bei wichtigen Dingen auf E-Mails zurückzugreifen und mich zu weigern mit ihnen zu chatten wenn sie nicht auf einen repräsentativen Status (Online oder DND) schalten. Doch bekanntlich setzt sich Unkultur mit allen Mitteln durch, solche Leute gingen bald in den Invi-Status über.

Es handelt sich hier wie gesagt um eine Unkultur. Ein perfides Verhalten, das Informationen konsumiert, ohne bereit zu sein, sie in gleichem Maße bereitzustellen. Aber sich über Google und die anderen bösen Großunternehmen beschweren. Ja – es handelt sich hier eher um eine Lappalie, aber gerade in Lappalien zeigen sich Denkmuster oft sehr gut, und meiner Meinung nach sehen wir in diesem Verhalten eine Facette des Problems, an dem unsere Hochkultur letztlich zugrunde gehen wird.


Get a free PDF Reader

Thu, 27 May 2010 01:11:55 +0000

Looking for some instructions for mozplugger embedding evince, besides the solution I found here, I also found a nice link to this campaign from the FSF Europe.

It is an appeal to use a free PDF Reader. Well, under Linux and other free systems, there are a lot of them, and they are all mostly good. I actually do not understand why there are still people who prefer the Adobe Reader under Linux. Not only are there a lot of alternatives, they are also mostly much better (faster, easier to use). Few PDFs are not working on them – the ones created with some strange WMF-Tools (M$ for the win) and of course the ones which are encrypted such that explicitly only Adobe Reader can open them. I had this situation exactly twice in my whole life – one time a PDF created with some strange settings from Scientific Workplace, and the other time from a Professor who wasnt allowed to publish parts of its book without encryption. Even commercial pdf-providers usually dont use this, because its basically useless – it is a crude form of DRM, but modern eBook-Formats have much better techniques for that.

Also under Windows, I dont want to use the Adobe Reader, but actually I mostly use (the non-free) Foxit Reader there. The FSE’s list names Evince for Windows – but Evince for Windows was in a Beta-State and I wouldnt have recommended it to normal people. Okular was stable but needed a full-blown KDE-Installation, and KDE for Windows is still no fun. I never tried Sumatra PDF though. I will have to do this.

Well, actually, I dont like PDF much. Many modern PDF-Files are bloated. I liked early versions of PostScript much better. And at the moment, I like djvu very much. At least for ebooks, djvu seems to be a good format. As a comparably simple format, I like SVG. I mean, its bloated with XML-Stuff, but at least the inner structure is simple.

Its a pity that only few pieces of free software work properly under Windows. Windows is still the main platform for most people, and to convince them of free software, it could be a good thing to actually make them work with it under Windows already.


Cleaning up my Social Network

Tue, 25 May 2010 06:34:44 +0000

Finally, that stupid hype about the whole “Web 2.0″ stuff is over. I used to be very open to new standards and platforms, so I have a lot of small accounts in a lot of webservices. And I am currently cleaning them up, thinking about what I keep and what I delete.

  • The first account that I delete is my account on friendfeed. Its not that its not a good service in general, and its not that its not a good Idea to aggregate all the feeds of a person at once. But actually, the way I use it, its just a less adequate replacement for Yahoo Pipes, I never used it for actually posting something. For this, I always used Twitter, which is a lot more famous, with a lot more people. The only reason for friendfeed instead of twitter would be to access private feeds or provide private feeds to people without a twitter-acconut. Well, I dont see why I should have something like that anyway, talking about private stuff should not be done inside social networks which log conversations.
  • As soon as I get some blogsoftware running on my own vserver, I am not sure whether to keep my Yahoo Pipes account. Yahoo Pipes is an excellent service with nice facilities, but I am currently using it for filtering my blogposts into topics, which is something that is not possible with a free WordPress-account (at least as far as I knew at that time). As soon as I dont need it anymore, I will get rid of it, I think. Its a good service for certain purposes, and by now, it serves my needs well, but it adds additional complexity.
  • I dont really like reddit. I dont like its interface, I dont like its concept, I mostly cant manage to really follow discussion threads without having to visit them on the site. But unfortunately, there are some reddits which I am interested in, and on which I sometimes want to put comments. So I will keep this account, probably.
  • I dont really see the point to Twitter. I mean, technically, the way I am using it is as a shoutbox. I never really had any deeper discussion on anything I posted in Twitter, even with Twitter-Clients, I never really could structurize the messages I got. Thus, nowadays I am only posting stuff on twitter, not reading any tweets anymore. Since I want to keep my reddit-account, maybe I will delete my twitter-account and use my reddit-account for small posts which only contain one link and a small comment. Or just leave it but not posting anything anymore, or posting updates from my blog on Twitter (as an additional possibility for the people who dont know how to use a feedreader).
  • The only reason I still have my Facebook-Account is the Facebook-Chat. I dont have put many other information on it yet, and I will presumably keep it that way. The only reason for having it is that its a simple way of getting noobs which are too stupid to install ICQ in addition to their Skype-Account (which they use for chatting) a possibility of chatting with me – since they also have an AJAX-Chat, and its more likely that these people have a Facebook-Account than a Google-Account.
  • I think I will keep my Gravatar. Its nice. I wonder how they can finance their webservice.
  • I still have 3 E-Mail-Adresses from free Mail-Providers in use. I want to get rid of two of them. And I want to use E-Mail-Adresses from my university or on my own server more often from now, especially for private things.
  • I will keep my various IM-Accounts. Maybe I will once try to have an own Jabber-Server, instead of jabber.ccc.de.
  • I will keep my github-account, even though I can – in theory – already host all my git-repositories on my own servers. I like github. Especially, I like github more than sourceforge.

So, you may ask why I want to actually delete them instead of just keeping them running but not using them. Well, with every account I have, I give some company a piece of personal information. I am willing to do this if the service it provides is of use, and I am not paranoid about giving some companies my name and a mail-address and the opportunity to connect it with my comments, especially when its a small company which needs my participation. But still, giving it is granting a right, which gives this company a certain kind of power over me, which can be misused, and therefore needs trust. To trust a strange person or company with commercial interests, it must give me some reason, at least a service that many other people I know use and like.

And its not only the trust against the company and all its workers. Its also the trust in the security of their database structure and webinterfaces – even if no part of the company has malicous interests, the data can still get into the hands of somebody I dont want to have them.

Ok, so now, these were the old ones. In fact, I am also thinking of adding new accounts or unsing recently added accounts more often, and I am searching for some webservices that could be of use but I couldnt find yet.

  • Flattr sounds like a very interesting service. Paying “social micropayments” to other people sounds like a good alternative to that whole advertising- and drm-machinery which evolved in the internet.
  • Steam is software I dont really like much, but looks like it is a good alternative for having to manage a lot of games’ updates manually – i.e. its like a package manager (which is something I really miss on Windows). Actually, I dont have this problem since I am not a gamer, but seems like this was an issue. And of course, having one DRM-Platform that sucks is better than having many of them which all suck their own way. Hopefully, they will release Steam for Linux, and with it some additional games, or increase the wine-support. But ok, honestly, I dont think that this is going to happen.
  • I am currently searching for any possibility of structuring the bunch of mailing-lists I am subscribed to. I subscribed to several development-mailing-lists, mostly I subscribed when I had a small question, and didnt unsubscribe anymore afterwards. I would like to have these mailing-lists in my feed-reader rather than receiving e-mails, so it would be nice to have an e-mail-filter which only passes through answers on threads I posted on, and otherwise puts the mails into a feed. Same for NNTP-Threads.
  • I am currently searching for some possibility of polling a website for news and putting it into a newsfeed. The architecture would be some cronjob polling for changes on a certain given website, then creating a newsfeed of it with a link on an additional cgi-script that notices that I went to that page, and forwards me to it, so it knows that it again has to poll. This would be a nice workaround for pages that have no newsfeeds. I mean, I can create such a software myself, but maybe there already exists such a webservice. I know that there are Firefox-Extensions which do something similar.
  • Is there anything like an open webservice for TeX-Output? If not, could somebody please found one! Its a torture to get a simple secure TeX-Plugin work on a webserver with limited ressources. You could provide a webservice which puts small ads below the formulas if you want, as long as I dont have to do the work of setting this shit up myself.

Flying Uxul and Sunset

Mon, 24 May 2010 01:00:44 +0000


Phoenix-Runde “Internet außer Kontrolle” – ein Kommentar

Sat, 22 May 2010 03:38:05 +0000

Wäre die Sendung bei Fefe nicht verlinkt gewesen, hätt ich sie mir wohl nicht angesehen: Die “Phoenix Runde zum Thema Internet außer Kontrolle“.

An dieser Stelle erstmal großen Respekt an die öffentlich-rechtlichen, dass man deren Sendungen auch herunterladen kann. Etwas weniger großen Respekt allerdings an deren Webmaster: Ein WMV – über MMS. Und dann auch noch mit einer Latenzzeit und Bandbreite die es unmöglich machte das ondemand sinnvoll anzusehen – zum Glück gibt es mencoder. Damit kann mans vorher runterladen (nur falls jemand die gleichen Probleme haben sollte).

Fefe meinte, das hätte das Zeug zur schlechtesten Sendung des Jahres. Auch wenn es mir schwerfällt jemandem zu widersprechen der bereits ein Krautchan-Meme ist: Wenn das die schlechteste Sendung des Jahres war, dann hat sich das Niveau des Fernsehens weit verbessert seit ich es das letzte Mal freiwillig konsumiert habe.

Nun, aber ich gestehe natürlich, das Konzept der Sendung war etwas gefailed. Erstmal zu den Anwesenden:

Die Moderatorin Anne Gesthuysen sollte man wohl kennen, ich habe aber keine Ahnung wer es ist, auf der Webseite wird eine Vita verlinkt.

Sascha Lobo sollte wohl jedem ein Begriff sein, ist Seinerseits zum Beispiel ebenfalls ein Krautchan-Meme. Jens Seipenbusch ist so wichtig dass sogar die deutsche Wikipedia ihn für relevant hält, er ist Bundesvorsitzender der Piratenpartei, als solchen sollte ich ihn vielleicht kennen, ich hatte aber ehrlichgesagt bis vorhin keine Ahnung wer das ist. Beide gehören zu den Internet-Befürwortern der Sendung, wenn man so will. Letzterer hielt sich mit seinen Aussagen eher zurück, und beschränkte sich im Wesentlichen auf das Darstellen von Gesetzeslagen. Sascha Lobo war eloquenter, und trotz all der Kritik die man über ihn hin und wieder liest, er hat Ahnung, und die Dinge die er sagt haben Hand und Fuß.

Jo, und dann natürlich noch die Internet-KritikerInnen, die allesamt Frauen sind, um alle Klischees auch schön aufrechtzuerhalten. Zuerstmal ist da Julia Klöckner. Laut Phoenix arbeitet sie im Bundesverbraucherschutzministerium, davon find ich aber auf die Schnelle nichts auf ihrer Wikipediaseite. Trotzdem scheint sie in der CDU ein großes Tier zu sein, und Wikipedia sagt, sie wäre Schuld an der Twitter-Affäre gewesen, was in mir durchaus Respekt auslöst – mal jemand der das Zeug über das er Redet auch wirklich benutzt. Generell hat sie zwar das obligatorische CDU-Gebrabbel draufgehabt, aber zumindest in Relation zu vielem Anderen was von dieser Partei schon meinte seine Meinung in die Welt tragen zu müssen fand ich ihre Haltung sehr aufgeschlossen und durchdacht. Jeder der die Sendung mal aufmerksam verfolgen will, soll mal darauf achten: Widerspricht sie eigentlich in irgendeinem relevanten konkreten Punkt Sascha Lobo? Eigentlich sagt sie nur, das was Gugel tat ist unerquicklich gewesen und man muss dafür sorgen dass die Unternehmen in Zukunft nicht einfach so den Datenschutz mit Füßen treten und bla – kurzgefasst sagt sie aber im Grunde auch nur, man müsse halt endlich die Gesetze ein wenig an die Neuzeit anpassen, und sie stimmt sogar Lobo zu bei der Forderung nach einem Schulfach Internetkunde. Große inhaltliche Differenzen habe ich da jedenfalls nicht gesehen, die “Diskussion” wurde eher künstlich Hochgepusht, weil sich die Leute eigentlich einig waren über das Gesamtkonzept, nur nicht über die Feinheiten.

Wie dem auch sei, die zweite Person, Astrid Herbold, war eine “Internet-Kritikerin”. Diese Person hat sogar eine deutsche Wikipedia-Seite, damit ist sie mindestens so wichtig wie Bauchnabelfussel, und auf jeden Fall wichtiger als Christian Reiher (der hat nur einen Eintrag in der englischen Wikipedia, dieser unwichtige N00b). Ich meine, klar – sie hat ja auch vier (!!!!) Bücher geschrieben, von denen eines (!!!!) mit dem Thema zu tun hat – zeigt mir erstmal einen Bauchnabelfussel, der das von sich behaupten kann.

Und dass man mindestens so wichtig ist wie Bauchnabelfussel reicht natürlich aus, um zu einer Diskussion im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen eingeladen zu werden. Ich bin leider nicht so wichtig wie Bauchnabelfussel. Vielleicht sollte ich “Realitäts-Kritiker” werden, und ein Buch über “die Lebenslügen der Realitäts-Fagottspieler” schreiben. Oder “RL – das Schlimmste aller Killerspiele”. Oder “Germanisten die nicht mit Technik zurechtkommen und dafür ins Fernsehen kommen”.

Jedenfalls hielt sie sich ziemlich zurück. Ein paar Kommentare der Qualität “Google ist möglicherweise böse weil es Geld verdienen will” waren es glaub ich gewesen, soweit ich mich grad erinnern kann.

Die Diskussion war hauptsächlich bla bla. Was mich wenig überrascht, denn das Thema ist eigentlich auch nur bla bla. Gugel hat W-Lan-Paketdaten gesammelt. Und da war halt bei offenen W-Lans auch unverschlüsseltes Zeug dabei. Ich hatte eigentlich erwartet, dass es darum geht, dass Gugel überhaupt W-Lan-SSIDs und whatever sammelt, denn ich persönlich finde dieses Verhalten bereits äußerst diskussionsbedürftig – aber das hat nun irgendwie recht wenig mit dem Internet zu tun. Genauso könnte man die Risiko-Kartographierung Deutschlands durch die Versicherungen als Aufhänger zu einer Diskussion über das Versicherungswesen nehmen. Es ist … beliebig.

Dass Signale, die durch offene W-Lans gehen, auch von jemand Fremdem gelesen und gespeichert werden, nun, das macht die Sache für mich nicht schlimmer. Im Gegenteil, vielleicht lernen die Leute so endlich, dass sie gefälligst ihre privaten W-Lans verschlüsseln, und wenn sie in einem Internetcafe oder so in einem offenen W-Lan sind, Privates, also alles, was nicht sämtliche andere Menschen in der Umgebung auch mitlesen dürften, ebenfalls verschlüsseln. Und wenn Google Street View dazu beiträgt, dann finde ich hat sich die ganze Aktion bereits gelohnt. Denn sorry, aber: Wer nicht verschlüsselt, ist selbst schuld! Es ist ja nicht so als würde man großartige Bildung brauchen um ein verschlüsseltes W-Lan aufzubauen: Die mitgelieferte Software der meisten Anbieter richtet automatisch alles so ein, dass die Verbindung hinreichend verschlüsselt ist. Und wenn man sich nicht sicher ist, ob dem so ist, dann soll man eben bei seinem Anbieter nachfragen.

Vielleicht würden die Leute das ja auch so machen, wenn sie “Internetkunde” in der Schule gehabt hätten (oder nicht zu faul wären eine Bedienungsanleitung zu lesen oder jemanden zu fragen der sich mit sowas auskennt). Internetkunde – nun, sicher kein Widerspruch von mir, aber es handelt sich hier um ein allgemeineres Problem: Menschen wollen Technik benutzen, ohne sie zu verstehen, und das ad Absurdum. Und die Unternehmen wollen größtenteils, dass das so bleibt, weil man damit seinen Schrott ziemlich teuer los wird. Das macht die Technik dann wiederum komplizierter als sie sein muss. Eine Spirale der Technikentfremdung entsteht, und die müsste man mal stoppen.

Wie dem auch sei. Ich hatte eine Hetzsendung gegen moderne Technik erwartet, und sah ein nettes ungezwungenes Gespräch mit drei Leuten die sich eigentlich einig waren, einer Person die nicht wirklich mitreden wollte, und einer Moderatorin die sich bemüht hat irgendwie eine Kontroverse zu erzeugen in der ganzen Einigkeit. Ich wusste auch noch nicht, dass das Internet für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, wie man dort erfuhr, ich halte dies für Schwachfug, und die Personen in der Diskussionsrunde, so wie ich deren zögerliches Zweifeln interpretiere, eigentlich auch, sie wollten es nur nicht so direkt sagen.

Für mich mag es dennoch keine essenziellen neuen Erkenntnisse gegeben haben, aber man muss solche Sendungen immer mit den Augen eines Wahlzombies sehen, und ich denke, denen hat die Sendung ein wenig die Internet-Angst genommen.


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